Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Standortvielfalt

Innerhalb der verschiedenen neuangelegten Flächen wurden durch Ausrichtung (Exposition) oder Modulation der Bodeneigenschaften oder der Geländeform (Reliefierung) die Standorteigenschaften variiert, so dass Lichtverhältnisse, Temperaturverlauf, Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit sich kleinräumig ständig verändern, mit fließenden Übergängen.

Blick in den von Birken dominierten Innenhof mit einer hohen Standortvielfalt durch kleinräumigen Wechsel von Licht und Bodenverhältnissen Bild vergrössern Standortvielfalt in Innenhöfen

Dieses sog. Gradientenkonzept ist seinerseits aus dem Standort heraus entwickelt: In den Pflanzengesellschaften der potentiell natürlichen Vegetation spiegelt sich das ökologische Potential eines Standortes in Bezug auf seine natürlichen Bedingungen. In den Außenanlagen des LfU ist v.a der steinige, basenreiche, wasserdurchlässige Boden als natürlicher Faktor bestimmend für die Vegetationsentwicklung. Die Einflüsse der Bebauung führen darüber hinaus zu einer vielfältigen Differenzierung der Standortverhältnisse im Kleinen: durch die Ost-West-Ausrichtung der Baukörper ergeben sich sowohl stark besonnte wie auch stark verschattete Bereiche entlang der Gebäude. Die Gebäudezwischenräume sind etwas wärmer und trockener als die umliegenden Freiflächen. Auf Dachflächen und dem herausgehobenen Aquiferspeicher gibt es künstlich geschaffene Standorte mit Bedingungen, wie sie vergleichbar in naturnahen Trockenrasen vorzufinden sind.

Magerrasenflächen mit vielfältigen Standortbedingungen infolge unterschiedlicher Exposition und Substrat Bild vergrössern Magerrasenflächen mit wechselnden Standortbedingungen

Das Gradientenkonzept wurde v.a. auf die Konzeption der Magerrasen, Sukzessionsflächen und Mauern angewandt:

  • Verschiedenartige Magerrasen- und Wiesentypen mit unterschiedlich nährstoff- und wasserreichen Bodenaufbauten ermöglichen eine langfristige Entwicklung der einzelnen Flächen vom Trockenrasen bis zur Fettwiese. Die Anordnung dieser Wiesenflächen folgen einem "didaktischen" Gradienten zur besseren Nachvollziehbarkeit: Je weiter im Süden und Westen bzw. je gebäudeferner, d.h. je landschaftsnäher die Fläche liegt, desto mehr Magerrasencharakter besitzt sie. Je weiter im Norden und Osten bzw. je gebäude- und stadtnäher sie liegt, desto nährstoffreicher werden die Bodenverhältnisse. Ähnliches gilt auch für die Dachbegrünung.
  • Die Flächen auf dem Aquiferspeicher, die mit verschiedenartigen Substraten hinsichtlich Ausgangsgestein und Korngröße ausgestattet sind, zeigen eine jeweils unterschiedliche Sukzessionsentwicklung.
  • Trockenmauern, Gabionenwände, Lesesteinwälle und ähnliche Habitatstrukturen durchziehen mit einer Gesamtlänge von über 2km das Gelände und besitzen ein Gesamtvolumen von ca. 1.600m3. An der Nahtstelle zwischen Architektur und Landschaft zeichnen sie feinere und gröbere Kanten als vermittelndes formales Element und sind zugleich bevorzugter Lebensraum vieler Insekten, Spinnen und anderer Kleintiere oder dienen als Vogelwarten.