Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Projekt Flora von Bayern

Als naturräumlich reich ausgestattetes Flächenland trägt Bayern besondere Verantwortung für die Erforschung und Erhaltung von wild wachsenden Pflanzenarten. Aufbauend auf einer langen wissenschaftlichen Erforschung, der Arbeit von zahllosen Ehrenamtlichen und der Facharbeit der Naturschutzbehörden verfügen wir über umfangreiche floristische Datenbestände, die laufend weiter anwachsen. Knapp 100 Jahre nach Veröffentlichung der letzten Landesflora durch Vollmann und mehr als 20 Jahre nach dem Verbreitungsatlas von Schönfelder & Bresinsky, liegt angesichts des fortgesetzten Florenwandels durch Aussterben und Zuwanderung die Notwendigkeit für eine neue, zeitgemäße Bilanz auf der Hand. Mit Umfang und Komplexität der Daten sind die technischen und fachlichen Anforderungen an eine nachhaltige und zukunftsfähige Datenhaltung deutlich gewachsen. Eine Erneuerung zum Nutzen für alle Beteiligten und die ganze Gesellschaft bedarf einer gemeinsamen Anstrengung des amtlichen Naturschutzes, der Ehrenamtlichen und der Wissenschaft, damit floristische Daten künftig in höchstmöglicher Qualität überall dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden.

Das hierzu vom LfU co-finanzierte Projekt „Flora von Bayern“ wurde im Oktober 2013 gestartet. Es wird die Verankerung, Pflege und Bereitstellung der umfangreichen botanischen Datenbestände Bayerns nachhaltig sichern. Nachdem 2008 die letzten Daten im Rahmen des Vorläuferprojektes „Bayerisches Floristisches Datennetz“ erhoben wurden, werden frühere und zukünftige Daten nun zentral in dem Datenmanagementsystem „Diversity Workbench“ am Datenzentrum der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB IT Center) zusammengeführt.

Es fließen sowohl Daten vom LfU an das SNSB IT Center, als auch von dort an das LfU. Um Klarheit und Transparenz für den Umgang und die Weitergabe der floristischen Daten zu geben wurde eine Richtlinie formuliert.

Parallel dazu erfolgt der Aufbau einer Online-Kommunikationsplattform, basierend auf Wiki-Software.

In dem vom WWF Deutschland geförderten Teilprojekt wird ein Portal geschaffen, durch das ehrenamtliche Mitarbeiter, seien es erfahrene Pflanzenkenner oder von der Natur begeisterte Mitbürger, interaktiv an der Entstehung der neuen „Flora von Bayern“ mitwirken können. So werden Termine von Workshops und Kartierexkursionen aus ganz Bayern gesammelt, ein Diskussionsforum eingerichtet und Hilfen zur Bestimmung von Pflanzen bereitgestellt. Damit soll ein Anreiz für alle interessierten Bürger geschaffen werden, sich aktiv an der „Flora von Bayern“ zu beteiligen.

Hinter der Flora von Bayern stehen:

  • Arbeitsgemeinschaft „Flora von Bayern“
  • Bayerische Botanische Gesellschaft
  • Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)
  • Botanische Staatssammlung München
  • Regensburgische Botanische Gesellschaft
  • Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns, Datenzentrum (SNSB IT Center)
  • World Wildlife Fund Deutschland (WWF D)

Informationen zum Projekt „Flora von Bayern“ werden regelmäßig auch über den gemeinsamen Newsletter der ANL und des LfU weitergegeben:

Wenn Sie Fragen haben oder Interesse an der Mitarbeit an der Flora von Bayern, können Sie sich gerne an uns wenden:

Kontakt LfU:

Kontakt Botanische Staatssammlung München und SNSB IT Center:


Gladiolus palustris, Sumpf-Siegwurz, Foto: Dr. Andreas Zehm Bild vergrössern Gladiolus palustris, Sumpf-Siegwurz, Foto: Dr. Andreas Zehm
Carlina acaulis, Silberdistel, Foto: Hannah Schuster Bild vergrössern Carlina acaulis, Silberdistel, Foto: Hannah Schuster