Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Landkreisbeschreibungen Garmisch-Partenkirchen, Ostallgäu, Rosenheim

Garmisch-Partenkirchen

Kartierdauer

Die Geländekartierungen erfolgten, einschließlich eines im Bereich des Forstamtes Oberammergau durchgeführten, 2-jährigen Pilotprojektes zur "Erfassung besonders schutzwürdiger Flächen an Sonderstandorten im Wald", von 1996 bis einschließlich 2001.

Größe des Bearbeitungsgebietes

Der Alpenanteil des Landkreises beträgt 78.290 ha. Im Vergleich zu den anderen Landkreisen besitzt er damit flächenmäßig den größten Anteil an den Bayer. Alpen (dicht gefolgt von Oberallgäu).

Bearbeiter

Es beteiligten sich insgesamt 11 Kartierer am Projekt:

  • Dr. Sebastian Schmidlein, München, Dipl. Geograph
  • Wolfgang Kortenhaus, Alfalter/Pegnitz, Dipl. Forstwirt
  • Michael Wecker, Kempten, Dipl. Agrarbiologe
  • Judith Illig, München, Dipl. Biologin
  • Alfred Buchholz, Tübingen, Dipl. Biologe
  • Wolfgang Lorenz, Regensburg, Dipl. Biologe
  • Albert Lang, Regensburg, Dipl. Biologe
  • Gudrun Mohr, Zwiesel, Dipl. Biologin
  • Heinz Löffelmann, Regensburg, Dipl. Biologe
  • Markus Sichler, Grassau, Dipl. Biologe
  • Sybille Hofmann, Hergertz, Dipl. Biologin

Naturräumliche Gliederung und Biotopausstattung

Der Alpenbereich des Landkreises ist durch zwei Großnaturräume gegliedert, die Kalkhochalpen am Südrand des Landkreises und die Kalkvoralpen im übrigen Gebiet. Nachfolgend werden sie in der genannten Reihenfolge beschrieben.

Kalkhochalpen

Die großen Massive der Nördlichen Kalkalpen (Großnaturraumbezeichnung Kalkhochalpen) ragen nur mit relativ geringen Anteilen nach Bayern hinein. Der Landkreis ist mit 28% Anteil seines Alpenbereiches einer von fünf bayerischen Landkreisen, die Naturräume der Kalkhochalpen beinhalten. Zwei Naturräume dieser Großeinheit kommen im Landkreis vor:

Kalkvoralpen

Diese naturräumliche Großeinheit beinhaltet bei weitem die größten Flächenanteile an den Bayer. Alpen, so auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit 72% seines Alpenanteiles.
Die Kalkvoralpen gliedern sich im Landkreis wiederum in folgende Naturräume:

Ergebnisse

Im Untersuchungsgebiet wurden 1.506 Biotope mit 4.270 Teilflächen und einer Gesamtflächengröße von 26.149 ha erhoben.
33% Biotopanteil im Alpenbereich des Landkreises dokumentieren die bayernweit einmalige Dichte der noch vorhandenen Naturausstattung. Die Verwendung von 62 Biotoptypen (69 mögliche in Bayern) zeigt außerdem die außerordentliche Vielfalt auch in der Biotopausstattung.
Bedingt durch die großen Massenerhebungen von Karwendel, Wetterstein, Estergebirge und der Ammergauer Berge nehmen die Biotoptypen Fels und Schutt (31%) den größten Raum ein, gefolgt von Alpinen Rasen und mageren Almweiden (25%) und Latschengebüschen (15%). Darin zeigt sich erwartungsgemäß, dass sich die größten Biotopflächenanteile in den höheren Lagen, auf Almflächen und in den Gipfellagen befinden. In den unteren Lagen und Tälern zeigen sich Biotopverdichtungen im Mittenwalder Talraum (Buckelwiesen, in der Isaraue, thermophile Wälder), im Loisachtal zwischen Eschenlohe und Farchant (Moore, Pfeifengraswiesen, Auwälder) und im Ammergauer Talraum (Moore, Extensivwiesen).
Die § 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG-Waldbiotope (ohne Latsche) erreichen mit 3,6% Anteil (=rund 2.000 ha) an der Gesamtwaldfläche (siehe Waldgrün der Topografischen Karte mit 55.641 ha) einen Wert, der wohl in keinem weiteren Landkreis mehr erreicht werden wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Hauptanteil mit rund zwei Drittel der erfassten § 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG -Waldbiotope auf die Buntreitgras-Kiefernwälder (1.125ha) und die Blaugras-Buchenwälder (248ha) entfällt. Das unterstreicht die Bedeutung des Werdenfelser Landes als das bayerische Zentrum thermophil getönter Waldgesellschaften.

Ostallgäu

Kartierdauer

Die Geländekartierungen erfolgten von 2000 bis einschließlich 2001.

Größe des Bearbeitungsgebietes

Der Alpenanteil des Landkreises ist relativ schmal. Er beträgt 20.561,5 ha, das ist der drittkleinste Anteil aller Alpenlandkreise.

Bearbeiter

In diesen zwei Jahren beteiligten sich insgesamt 6 Kartierer am Projekt:

  • Alfred Buchholz, Tübingen, Dipl. Biologe
  • Nicole Matthes, Burggen, Dipl. Biologin
  • Judith Illig, München, Dipl. Biologin
  • Heinz Löffelmann, Regensburg, Dipl. Biologe
  • Sibylle Hofmann, Hergertz, Dipl. Geographin
  • Gudrun Mohr, Zwiesel, Dipl. Biologin

Naturräumliche Gliederung und Biotopausstattung

Der Alpenbereich des Landkreises befindet sich zur Gänze im Großnaturraum der Nördlichen Kalkvoralpen. Er gliedert sich im Landkreis in folgende Naturräume:

Ergebnisse

Im Untersuchungsgebiet wurden 345 Biotope mit 992 Teilflächen und einer Gesamtfläche von 5.471ha erhoben. Der Biotopanteil im Alpenbereich des Landkreises beträgt damit 27%. Dieser zweithöchste Wert der bisher kartierten Landkreise nach dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen resultiert aus einer außerordentlichen Dichte der noch vorhandenen Naturausstattung, gepaart mit einer großen Vielfalt der Biotoptypen (53 von 69 möglichen in Bayern).
Die größten Flächenanteile der Biotoptypen verteilen sich auf Alpine Rasen und magere Almweiden (37%), Fels, Schutt (17%) und Latschengebüsche (13%). Die größten Biotopflächenanteile befinden sich damit in den höheren Lagen, Gipfelregionen und Almflächen. Anders als im Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen erreichen nicht Fels und Schutt die höchsten Werte, sondern Alpine Rasen und magere Almweiden. Das ist einmal im flacheren Relief begründet, das nur mit Aggenstein und kleinen Teilen des Ammergebirges über die Subalpinstufe hinaussteigt und dadurch einen "zahmeren" Charakter aufweist, zum anderen ist in der Häufung der Almflächen, besonders westlich von Pfronten, bereits die Nähe zum Zentrum der Alpwirtschaft Bayerns, im Oberallgäu, erkenntlich.
In den unteren Lagen und Tälern besticht der relativ hohe Anteil der Magerrasen und Goldhaferwiesen mit 263 ha oder fast 5% Anteil an der Gesamtbiotopfläche (4% in Garmisch, das entspricht jedoch dort 1.088 ha in absoluten Zahlen!). Schwerpunkte bilden dabei der Pfrontener Talraum und das Steinacher Achental.
Der Anteil der § 30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG-Waldbiotope (ohne Latsche) liegt mit 2,4% Anteil an der Gesamtwaldfläche (siehe Waldgrün der Topografischen Karte mit 16.440ha) in einem Bereich, der auch in einem Pilotprojekt zur Erfassung von Waldsonderstandorten als Mittelwert prognostiziert wurde. Von herausragender Wertigkeit sind dabei die wärmegetönten Blaugras-Buchenwälder und Buntreitgras-Kiefernwälder um den Alpsee, am Falkenstein und am Kienberg, die 44% der erfassten Waldbiotope beinhalten.


Rosenheim

Kartierdauer

Die Geländearbeiten erfolgten in den Vegetationsperioden 2003 und 2004. Die Ausarbeitungen wurden bis Mitte 2005 abgeschlossen.

Größe des Bearbeitungsgebietes

Der Alpenanteil des Landkreises beträgt 30.887 ha. Im Vergleich zu den anderen neun Landkreisen mit Alpenanteil zählt er damit flächenmäßig zum unteren Drittel.

Bearbeiter

Die Fa. Arbeitsgemeinschaft Vegetation (ArVe) führte die Untersuchungen im gesamten Alpenbereich des Landkreises durch. Auftraggeber war der Landkreis.
Folgende Kartierer beteiligten sich am Projekt:

  • Wolfgang Kortenhaus, Alfalter/Pegnitz, Dipl.- Forstwirt
  • Nicole Mathes, Burggen, Dipl.- Biologin
  • Christiane Mayr, Frasdorf, Dipl.- Biologin
  • Astrid Hanak, Landsberg, Dipl.- Biologin
  • Sibylle Hofmann, Hergetz, Dipl.- Geographin

Die fachliche Betreuung erfolgte durch den Dipl.- Biologen Rüdiger Urban im Auftrag des LfU.

Naturräumliche Gliederung und Biotopausstattung

Die Bayer. Alpen sind in die Großnaturräume Kalkhochalpen und Kalkvoralpen gegliedert. Im Landkreis ist nur der Großnaturraum Kalkvoralpen vorhanden.

Kalkvoralpen

Die Kalkvoralpen gliedern sich im Landkreis in die Naturräume:

Ergebnisse

Im Untersuchungsgebiet wurden 459 Biotope mit 2.169 Teilflächen erhoben. Sie umfassen eine Gesamtfläche von 5.747ha.
Damit sind rund 19 % des Alpenanteiles im Landkreis Rosenheim als Biotop kartiert.
Die größten Flächenanteile der Biotoptypen verteilen sich auf Alpine Rasen (22,2%), Magerrasen 12,3%, Alpenmagerweide, Almweiden (9,4%), Block- und Hangschuttwald (9,6%) und Latschengebüsch (9,3%).
Die Biotoptypenverteilung ist ein Spiegelbild der "zahmeren“ Reliefstruktur im Landkreis ohne die eigentlichen Kalkhochalpen und mit Gipfeln, die nur an wenigen Stellen die Subalpinstufe erreichen (Wendelstein, Traithen, Geigelstein).
Anders als in den zuletzt bearbeiteten Landkreisen Ostallgäu und Garmisch-Partenkirchen dominieren nicht die „alpinen“ Biotoptypen Fels und Schutt (Rosenheim 5,9% zu 17% Ostallgäu bzw. 31% Garmisch-Partenkirchen). Die Gesamtbiotopfläche wird vielmehr durch eine Vielzahl von Biotoptypen gebildet, die mehr in den unteren Höhenstufen zu finden sind, wie z.B. Magerrasen, Landröhricht, Seggenrieder, Hochstaudenfluren, Nasswiesen oder Moore.
Kalkmagerrasen sind im Untersuchungsgebiet mit rund 12% (708 ha) an der Gesamtbiotopfläche beteiligt. Zum überwiegenden Teil werden sie beweidet. Bedingt durch die Klimagunst der Föhnschneisen des Inntales und des Aschauer Tales können Mesobromion-Gesellschaften noch bis in die Hochmontanstufe vordringen und dort selbst auf Almen in größeren Flächenanteilen vorkommen. Beispiele dafür sind Flächen im Trainsjochgebiet (Oberaudorfer Alm, Wirtsalm, Trojer), auf der Südseite des Traithen-Brünnsteinzuges (Himmelmoosalm) und im Sudelfeldgebiet (Arzmoostal). Dies bedingt mit der Vielzahl an Flächen den für die Bayerischen Alpen bisher höchsten Prozentanteil (12%) an der Gesamtbiotopfläche (Berchtesgaden noch in Bearbeitung) und den zweithöchsten Absolutwert (708ha) aller Alpenlandkreise. Nur der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit den bekannten Mittenwalder Buckelwiesen und den Ammergauer Wiesmahdhängen besitzt mit 979 ha noch größere Flächen mit Kalkmagerrasen. Diese besitzen aber nur 3,6% Anteil an der Gesamtbiotopfläche im Alpenanteil des Landkreises (große Anteile an "alpinen" Lebensräumen, wie Fels, Schutt etc.).
Auch der Biotoptyp Borstgrasrasen erreicht im Alpenanteil des Landkreises Rosenheim mit 443ha den zweithöchsten Flächenanteil in den Bayer. Alpen nach dem Landkreis Oberallgäu (Berchtesgaden noch in Bearbeitung).
Der Grund liegt in den Flächenkonzentrationen im Geigelstein- und Hochriesgebiet (Zinnberg, Karkopf) und um die Brünnsteinschanze. Nur der Landkreis Miesbach weist mit 300 ha Borstgrasrasen (z.B. Rotwandgebiet) ähnlich bemerkenswerte Flächengrößen im Mittelstock der Bayer. Alpen auf.
Der Anteil der geschützten Waldbiotope (ohne Latsche) liegt mit 2,2 % Anteil (= 421ha) an der Gesamtwaldfläche (bezogen auf die Waldgrünsignatur der Topographischen Karte mit 18.812ha) in einem Bereich, der auch im Pilotprojekt 1996-97 zur Erfassung von Waldsonderstandorten für die gesamten Bayer. Alpen prognostiziert wurde. Von den geschützten Waldbiotopen entfallen 41% (173ha) auf thermophile Kiefernwälder und Buchenwälder und 33% (139 ha) auf Block- und Hangschuttwälder mit Schluchtwäldern. Alle anderen Wald-Biotoptypen sind nur untergeordnet vorhanden. Auffallend ist der geringe noch vorhandene Auwaldanteil entlang des Inns im Naturraum Kufsteiner Becken (8 ha). Erstaunlich ist auch die relativ geringe Fläche mit Trockenwäldern (Blaugras-Buchenwald, Reitgras-Kiefernwald) in der wärmegetönten Föhngasse der Inntalfurche. Nur im Gießenbachtal und am Wildbarren sind Bestände nennenswerter Ausdehnung auf Hauptdolomit mit geringer Wasserhaltekraft zu finden. Alle geschützten Waldbiotope erreichen, bezogen auf die Gesamtbiotopfläche im Alpenanteil des Landkreises, einen Anteil von 7,2%.

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