Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Biotopkartierung - Alpen

Der Alpenanteil Bayerns nimmt mit rund 4.200 km2 im Vergleich zu anderen Alpenanrainerstaaten flächenmäßig nur einen geringen Anteil ein. Trotzdem zeigt er, bedingt durch geologische, reliefbedingte und klimatische Faktoren, einen alpenweit gesehen unverwechselbaren, eigenständigen Charakter mit einem vielfältigen, kleinräumlich stark wechselnden Erscheinungsbild.

Bayerische Alpen Allgäuer Hochalpen, Rappenseegebiet;
Foto: Rüdiger Urban

Der bayerische Alpenraum zwischen Berchtesgaden und Lindau birgt deshalb auch die reichste und großflächigste Naturausstattung Bayerns.
Die in diesem Raum erfolgte Alpenbiotopkartierung, abgekürzt ABK, war ein Teil der landesweit durchgeführten Biotopkartierungen, die Fachdaten für naturschutzfachliche Bewertungen ermitteln und aufbereiten. Sie ist in einem ersten Durchgang seit 2008 abgeschlossen. Eine Aktualisierung findet derzeit nicht statt.

Untersuchungsgebiet

Es wurde der gesamte bayerische Alpenanteil von den Tallagen bis in die Gipfelregionen kartiert.
10 Landkreise ragen mit Teilgebieten in die Alpen hinein. Die Kartiergrenze zum Flachland hin bildet eine im Wesentlichen auf der naturräumlichen Gliederung Bayerns von Meynen und Schmithüsen basierende Grenze am unmittelbaren Alpenfuß.

Ziel der ABK

Der bayerische Alpenraum ist zunehmenden Flächenbeanspruchungen durch Siedlung, Verkehr oder Freizeitaktivitäten ausgesetzt. Die steigende Zahl von Eingriffen erfordert für Beurteilungen und Abwägungen ein hohes Maß an Fach- und Detailwissen.
Die ABK will nachvollziehbare Fachaussagen liefern, Wissenslücken schließen, Argumentationshilfen geben und den Eigentümern Rechtssicherheit vermitteln.
Darüber hinaus liefert die ABK auch Bausteine, um den Kenntnisstand über die Flora und die Vegetation der Bayerischen Alpen zu vertiefen.

Durchführung

Die Erhebungen erfolgten überwiegend nach vegetationskundlich - floristischen Kriterien mit Hilfe von Ortholuftbildern und Flurkarten mit Höhenlinieneintrag.
Es wurde dabei darauf geachtet, dass Flächen, die nach §30 BNatSchG / Art. 23 BayNatSchG geschützt sind, nicht mit Flächen ohne Schutzstatus vermischt werden.

Besonderer Wert wurde auf aussagekräftige Artenlisten und deren Interpretation in den Biotopbeschreibungen gelegt, um ergänzend zur allgemeinen Charakterisierung eines Biotops seinen Wert zu erläutern und zu untermauern. Zur Untermauerung der Bestimmung, vor allem bei schwierigen Sippen, erfolgte eine enge Zusammenarbeit mit der Botanischen Staatssammlung München. Bemerkenswerte Funde sind durch Herbarnachweise belegt.

Im Gegensatz zum Flachland wurden im Gebirgsraum die nach §30 BNatSchG / Art.23 BayNatSchG geschützten Waldbiotope bei der ABK erfasst. Vor der eigentlichen Kartierung erfolgte im Staatswald durch die Forstbehörden eine Vorauswahl von Verdachtsflächen. Nach Abschluß der Kartierung erfolgte ein gemeinsamer Abnahmebegang.

Die Privatwälder wurden vom Kartierteam der ABK selbständig erfasst. Eine Flächenvorauswahl und Informationsbegehungen vor und nach den Erhebungen wurden den jeweiligen Privatwaldvereinigungen angeboten.

Bürgerinformation

Die Information über den Beginn und die Durchführung der ABK erfolgte über Pressemitteilungen (örtliche Presse, Gemeindeanzeiger), Anschreiben und persönliche Vorstellungen bei Bürgermeistern, Privatwaldvereinigungen, Forstämtern, alpwirtschaftlichen Vereinen u.a.
Nach Abschluss der Kartierung erhielten neben den Landratsämtern, Regierungen, Forstbehörden und Privatwaldvereinigungen auch die Gemeinden die für sie zutreffenden Biotopkarten und Beschreibungen der ABK in digitaler Form.
Die Kartierungsergebnisse sind von jedermann, z.B. am Landratsamt oder an den Gemeinden, einsehbar.
Alle Daten der Biotopkartierung stehen auch kostenlos als Download im Internet zur Verfügung. Angeboten werden Daten im Shape-Format und eine Datenbank (Access97).

Weiterführende Informationen

Links

Dokumente zum Download/Bestellen