Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Aufgaben und Anwendung

Aufgabe der Biotopkartierung ist es, als Grundlage für den Schutz unserer Heimat, Kenntnis über Lage, Verbreitung, Häufigkeit und Zustand der ökologisch wertvollen Lebensräume in ganz Bayern nach einem landesweit einheitlichen Standard zu erhalten. Mit dieser Datengrundlage können und sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die immer seltener werdenden Lebensräume für Tiere und Pflanzen vor Beeinträchtigung und Zerstörung zu bewahren und die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes angemessen zu berücksichtigen.

Beurteilung von Eingriffen in Natur und Landschaft

Die Biotopkartierung bietet Naturschutzbehörden und Planungsbüros wichtige Informationen bei der Planung und Beurteilung von Eingriffsvorhaben. Im Bereich Verkehrswegebau ist es so z.B. möglich, naturverträglichere Varianten vorzuschlagen und Genehmigungs- oder Planfeststellungsverfahren zu beschleunigen.

Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen in den Gemeinden

Für die Landschaftsplanung sind die Ergebnisse der Biotopkartierung eine wichtige Grundlage. Den Gemeinden erleichtert sie die im Rahmen der Bauleitplanung notwendige Erstellung eines Landschafts- oder Grünordnungsplans.

Biotopverbundplanung

Ein Biotopverbund soll gleichartige Biotope verbinden und damit Ausbreitungsmöglichkeiten für Pflanzen und Tiere schaffen. Mit Hilfe der Biotopkartierung lassen sich zu Planungsbeginn die dafür geeigneten Flächen feststellen.

Wissenschaftliche Arbeiten und landesweite Planungen

Die Ergebnisse der Biotopkartierung dienen wissenschaftlichen Arbeiten und Planungen wie beispielsweise den FFH-Managementplänen, dem Landschaftsentwicklungskonzept oder den Regionalplänen als Grundlage.

Landschaftspflege und Vertragsnaturschutzprogramm

Für landschaftspflegerische Maßnahmen und im Vertragsnaturschutz stellt die Biotopkartierung ein unentbehrliches Hilfsmittel für die Naturschutzbehörden dar. So werden im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms naturschonende Bewirtschaftungsweisen vor allem auf Feuchtflächen, Mager- und Trockenstandorten gefördert.

Schutzgebietsausweisungen und Pflegekonzepte

Die Biotopkartierung bietet für die Erstellung von Pflegekonzepten und Schutzgebietsplanungen sowie für den Ankauf ökologisch wertvoller Flächen eine wertvolle Entscheidungsgrundlage.

Arten- und Biotopschutzprogramm

Das bayerische Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) stellt den Gesamtrahmen für den Naturschutz in Bayern dar. Es dokumentiert die Bedeutung von Lebensräumen und Artvorkommen, bewertet diese und macht in einer fachlichen Zielplanung Vorschläge für ihre Sicherung und Verbesserung. Für die Verwirklichung des von der Staatsregierung angestrebten bayerischen Biotopverbundes ist es damit die grundlegende planerische und fachliche Grundlage. Nach dem Willen des Landtages soll das ABSP dazu beitragen, den Artenrückgang in Bayern zu stoppen.
Das sogenannte "Stadt-ABSP" wird auf der Basis eines Stadtratsbeschlusses erarbeitet und vom bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit ebenso wie die Biotopkartierung gefördert. Es baut auf einem breiteren Ansatz auf, indem es neben der Naturausstattung auch abiotische Faktoren wie Bodenschutz, Grundwasserschutz und naturbetonte Erholung berücksichtigt und mit den Anforderungen des Arten- und Lebensraumschutzes abgleicht. Damit ist das Stadt-ABSP gleichzeitig eine fundamentale Grundlage für die Landschaftsplanung. Die Stadtbiotopkartierung wiederum ist mit ihren vegetationskundlichen und zoologischen Beiträgen ein zentraler Baustein des Stadt-ABSP.