Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Auenprojekte

Die Umsetzung der Ziele des Auenprogramms muss regional und lokal erfolgen. Dies geschieht in der Regel in Form von Projekten.

Planausschnitt eines Auenprojektes Bild vergrößern Planausschnitt eines Auenprojektes

Neben Gewässerentwicklungsplänen und deren Umsetzung gibt es eine Vielzahl von weiteren Projekt-Aktivitäten in Auen in unterschiedlicher Trägerschaft. Beispielhaft seien hier die Umsetzungsprojekte des Arten- und Biotopschutzprogramms Bayern, Life-Natur-Projekte, Projekte zum Biotopverbund (BayernNetzNatur) und Hochwas­serschutzprojekte genannt. Zu den Trägern gehören neben den staatlichen Stellen, wie z.B. den Wasserwirtschaftsämtern oder Ämtern für ländliche Entwicklung, zahlreiche Verbände, Kommunen und Bürgergruppen. Im Rahmen des Auenprogramms Bayern soll ein systematischer Überblick über die Projekte geschaffen, eine verbesserte Koordination, Abstimmung und Beratung laufender und künftiger Aktivitäten erreicht und der Erfahrungsaustausch unterstützt werden.

Datenbank Auenprojekte

Ein Hilfsmittel hierzu ist die Datenbank Auenprojekte. Aufgenommen werden Projekte, die in Realisierung oder bereits abgeschlossen sind. Diese müssen – zumindest unter anderem – ökologische Verbesserungen zum Ziel haben, da kein Eingriffskataster erstellt werden soll. Neben einer allgemeinen Projektbeschreibung, werden vor allem die fachlichen Zielvorstellungen, die durchgeführten Maßnahmen und Kosten dargestellt, sowie Verweise auf vertiefte Darstellungen bei den Projektträgern oder Beteiligten.

Bayern weist eine große Vielfalt an Gewässerlandschaften und Fließgewässern auf. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden und eine gewisse Vergleichbarkeit zu ermöglichen, erfolgt zusätzlich eine Typisierung der Projekte, die darüber Aufschluss gibt, welche Schlüsselfaktoren, wie z. B. Abflussgeschehen, Standorte und Lebensräume oder auenangepasste Nutzung, in welchen Umfang verbessert wurden.

Die Datenbank gibt also Auskunft zu Fragen wie „was wird wo von wem gemacht?“ oder „wo erhalte ich weitere Informationen?“. So können Erfahrungen aus zahlreichen Auenprojekten zu planerischen, technischen, finanziellen und rechtlichen Themen für künftige Projekte genutzt werden.

In der Startversion der Datenbank sind ca. 120 Projekte aus ganz Bayern erfasst. Die zusammenfassende Auswertung zeigt folgende wesentlichen Ergebnisse:

  • Der Schwerpunkt der Projekte liegt an Gewässern zweiter Ordnung, insbesondere kleine Gewässer (dritter Ordnung) sind unterrepräsentiert.
  • Die Größe der Projektgebiete liegt i. d. R. unter 20 ha, Gebiete größer 100 ha sind unterrepräsentiert.
  • Es werden i. d. R. deutliche Verbesserungen bezüglich Lebensräumen, Durchgängigkeit und Landschaftsbild erreicht.
  • Defizite verbleiben häufig beim Abflussgeschehen, der Eigenentwicklung und dem Flächenumgriff der Projekte.
  • Die Auenprojekte sind ungleichmäßig über die Gewässerlandschaften Bayerns verteilt.

Künftig sollen die gesamten Inhalte der Datenbank für Interessierte hier bereitgestellt werden. Vorläufig können Sie sich ein Beispiel ansehen.

Empfehlungen

Aus der Auswertung der Projektdatenbank ergeben sich folgende grundsätzlichen Empfehlungen für künftige Auenprojekte:

  • Gewässerentwicklungspläne sind ideale Grundlage für umfassend angelegte Projekte, zur Zusammenführung von kleinräumigen Projekten und Einzelmaßnahmen sowie zur Abstimmung von wasserwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Zielsetzungen Die Aufstellung bzw. Fortschreibung ist daher an Gewässern aller Größenordnungen zu empfehlen, um ein Umsetzungskontinuum über mehrere Jahre hinaus zu gewährleisten. Sie stellen außerdem über den natürlichen Rückhalt die Verknüpfung zum Aktionsprogramm 2020 her.
  • Der Aspekt des natürlichen Rückhalts muss noch stärker in den Umsetzungsprojekten verankert werden.
  • Die Reaktivierung von Auen und Wiederherstellung des natürlichen Über­schwemmungsgeschehens muss noch stärkeren Niederschlag in den Umset­zungsprojekten finden.
  • Die Umsetzung von Projekten in größeren räumlichen Umgriffen und an längeren Fließgewässerstrecken sollte besonders vorangetrieben werden, um die wichtigen Ziele (Eigenentwicklung, natürlicher Rückhalt, auenangepasste Nutzung, Vernetzung Fluss-Aue) in größeren und zusammenhängenden Auenabschnitten zu erreichen.
  • Die Umsetzung weiterer Projekte bedarf fortgesetzter Anstrengungen von Staat, Kommunen und Stakeholdern, um Kompetenzen und Aktivitäten zu bündeln und den Gewässern mehr Raum zu geben. Im Hinblick auf die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist auch die einzugsgebietsbezogene Betrachtung und die Verbesserung der Situation in den Einzugsgebieten erforderlich.
  • Besonders an den kleinen Gewässern (Gewässer III. Ordnung ) sind verstärkte Aktivitäten nötig. Die Bedeutung als Lebensräume und für den natürlichen Rückhalt muss stärker betont werden. Eine besondere Bedeutung haben die Gewässernachbarschaften sowie die Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der ländlichen Neuordnung oder des Ökokontos für Kommunen.

Weitere Hinweise auf Projekte bzw. Umsetzungsmaßnahmen in Auen finden Sie:

  • Bei den Wasserwirtschaftsämtern
  • Für das Main-Einzugsgebiet im Hochwasseraktionsplan Main
  • Im BayernNetzNatur