Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Auen und EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Auen sind in der Wasserrahmenrichtlinie nicht explizit als eigenes Schutzgut genannt. Sie sind aber über vielfältige Funktionsbeziehungen mit den Fließgewässern – „Oberflächenwasserkörpern“ in der Terminologie der WRRL- verknüpft. Insofern ist abzusehen, dass Maßnahmen, die der Erreichung des „guten Zustandes“ bzw. des „guten ökologischen Potenzials“ (Ziel der WRRL) für die Oberflächenwasserkörper dienen, auch den Auen zugute kommen. Dagegen lassen sich rein fachlich begründete Auenschutz- und Auenentwicklungsmaßnahmen ohne direkte Wirkung auf die Wasserkörper nicht aus der WRRL begründen.

Inwieweit die nach der WRRL geforderte Berücksichtigung „wasserabhängiger Landökosysteme“ einen Beitrag zum Auenschutz leisten kann, ist derzeit noch nicht geklärt.

Zu den sog. „grundlegenden Maßnahmen“ nach WRRL zählen jedoch die sog. „wasserbezogenen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen“ für NATURA 2000-Gebiete. Über diese Querbeziehung zwischen den beiden EU-Richtlinien sind zumindest für die primär auentypischen Lebensräume, Maßnahmen zur Sicherung auetypischer Standortbedingungen Bestandteil der Planungen der WRRL.

Das Planungsinstrument der WRRL ist der Bewirtschaftungsplan mit dazugehörigem Maßnahmenprogramm. Hier ist aufzuzeigen, wie die Ziele der WRRL erreicht werden sollen. Die Details der Bewirtschaftungsplanung sind – ähnlich der Managementplanung der NATURA 2000-Gebiete – noch in Erarbeitung bzw. Erprobung.

Als Bestandteile der Maßnahmenprogramme liegen derzeit so genannte „Maßnahmenkataloge“ für die Bereiche gewässerschonende Landbewirtschaftung und Hydromorphologie vor. In diesen sind in allgemeiner Form fachlich sinnvolle und grundsätzlich zielführende Maßnahmen zusammengestellt. Hier besteht ein enger Zusammenhang mit den Gewässerentwicklungsplänen. Diese sind eine wesentliche Grundlage für die Erstellung der Maßnahmenprogramme, weil sie eine Auswahl der hydromorphologisch besonders wirksamen Maßnahmen für jeden einzelnen OWK ermöglichen und ein Gesamtkonzept für deren Umsetzung vorgeben.

Die raumbezogene Auswahl und konkrete Festlegung der Maßnahmen finden nicht im Bewirtschaftungsplan sondern im Rahmen der Umsetzung statt. Dies bleibt den Unterhaltungspflichtigen überlassen, die für die Maßnahmen-Umsetzung bis 2012 und die Zielerreichung bis 2015 – ggf. mit zweimaliger Verlängerungsmöglichkeit bis 2027 - verantwortlich sind.

Der Beitrag der Wasserrahmenrichtlinie zum Auenschutz ist also eng mit den Maßnahmen der Gewässerentwicklungsplanung und den Standortansprüchen der auentypischen Lebensräume und Arten in den NATURA 2000-Gebieten verknüpft. Das Auenprogramm Bayern leistet einen Beitrag zur erforderlichen grundsätzlichen Abstimmung. Die Hochwasserschutzfunktion der Auen wird in der WRRL nicht berücksichtigt. Dieser Beitrag wird allein über das Auenprogramm im Rahmen des Aktionsprogrammes 2020 zum nachhaltigen Hochwasserschutz in Bayern abgedeckt.

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