Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Das Auenprogramm Bayern im Überblick

Das Auenprogramm Bayern ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV). Es geht auf einen Landtagsauftrag zurück und dient der Bündelung der wasserwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Belange in Auen in Abstimmung mit den Nutzern.

Ziel des Auenprogramms Bayern ist der dauerhafte Schutz aller noch intakten Auen und die Auenentwicklung. Die natürlichen Eigenschaften und Funktionen einer Aue, wie zum Beispiel Laufverlagerung des Fließgewässers, wechselnde Wasserstände und eine regelmäßige Ausuferung (Überschwemmung) sollen gesichert bzw. wiederhergestellt werden. Mit dieser Zielsetzung können Auen gleichzeitig dem vorbeugenden Hochwasserschutz (natürlicher Rückhalt), dem Arten- und Biotopschutz sowie der Freizeit und Erholung dienen. Auch eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft ist in Auen möglich, wenn bestimmte Anforderungen beachtet werden.

Mit dem Auenprogramm werden keine neuen Planungs- oder Förderinstrumente geschaffen. Es gibt enge fachliche Verknüpfungen mit weiteren Programmen und Handlungsfeldern.

Das Auenprogramm im Kontext weiterer Programme und Handlungsfelder Bild vergrößern Das Auenprogramm im Kontext weiterer Programme und Handlungsfelder

Im Zentrum des Auenprogramms steht die Gewässerentwicklung. Das Auenprogramm stellt die Verbindung her zwischen der Gewässerentwicklung und den EU-Vorgaben "NATURA 2000" und "Wasserrahmenrichtlinie". Weiterhin bestehen Verknüpfungen mit den Aktivitäten zur Errichtung eines landesweiten Biotopverbundes (BayernNetzNatur). Besonders eng ist die Verzahnung mit dem Handlungsfeld "Natürlicher Rückhalt" des "Aktionsprogrammes 2020 für einen nachhaltigen Hochwasserschutz in Bayern". Darüber hinaus leistet das Auenprogramm einen Beitrag zur Hochwasservorsorge. Somit ist das Auenprogramm einerseits ein wesentlicher Bestandteil der bayerischen Hochwasserschutzstrategie, greift aber andererseits weit über den Hochwasserschutz hinaus. Dies findet seinen Niederschlag in den Beteiligten der projektbegleitenden Arbeitsgruppe:

  • Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) mit den Bereichen Wasser, Naturschutz und Geologie
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) mit den Bereichen Agrarökologie und Agrarökonomie
  • Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)
  • Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL)

Die Federführung liegt beim Landesamt für Umwelt, Abteilung "Naturschutz, Landschaftspflege, Gewässerökologie".

Die Zusammensetzung der projektbegleitenden Arbeitsgruppe bildet die Grundlage für eine interdisziplinäre und ressortübergreifende Zusammenarbeit. Die Landesoberbehörden wirken als Multiplikatoren innerhalb der einzelnen Verwaltungen. Verbände werden im Rahmen von Veranstaltungen, wie z. B. themenbezogenen Workshops beteiligt.

In der ersten Phase des Auenprogramms in den Jahren 2002 und 2003 wurde ein Überblick über den Zustand der Auen in Bayern anhand flächendeckend vorhandener, digitaler Daten erarbeitet und in Themenkarten im Maßstab 1:500.000 dargestellt. In Phase II (2003 -2005) standen die Erarbeitung einer Auenabgrenzung im Maßstab 1:25.000 und einer "Informations- und Kommunikationsplattform Auen" für das Internet im Mittelpunkt. Beide Phasen wurden im Rahmen eines Entwicklungsvorhabens bearbeitet.

Seit 2006 ist das Auenprogramm Bayern eine Dienstaufgabe des Landesamtes für Umwelt mit den Schwerpunkten Öffentlichkeitsarbeit, Beratung von Umsetzungsprojekten, Abstimmung mit NATURA 2000 und der Wasserrahmenrichtlinie und dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch der in Auen Tätigen.

Die wichtigsten Aktivitäten des Auenprogramms:

  • Integrierte wasserwirtschaftlich-naturschutzfachliche Übersichtsbewertung der Auen der größeren Fließgewässer in Bayern und Ableitung des Handlungsbedarfs
  • Erstellen einer landesweiten Auenabgrenzung im Maßstab 1:25.000 als einheitliche Planungsgrundlage und Beitrag zum "Informationsdienst überschwemmungsgefährdete Gebiete (IÜG)"
  • Aufbau und Pflege eines Internet-Auftritts "Auen" als zentrale Plattform für die Kommunikation und den Erfahrungsaustausch der in Auen Tätigen
  • Aufbau und Pflege einer Datenbank Auenprojekte zur Unterstützung von Projektträgern und Projektinitiatoren
  • Förderung der verwaltungsinternen Kommunikation
  • Veranstaltungen (Auenkonferenzen, Workshops) zur Förderung des Wissens- und Erfahrungsaustauschs zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen aktuellen und potenziellen Projektverantwortlichen sowie den Auennutzern
  • Aufbereitung von Grundsatzfragen der Auenentwicklung insbesondere im Zusammenwirken von wasserwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Erfordernissen
  • Beratung konkreter Projekte in Auen und Hilfestellung zur Konfliktlösung
  • Abstimmung der Erfordernisse der europäischen Richtlinien (Fauna-Flora-Habitat, Vogelschutz, Wasserrahmenrichtlinie) in Auen