Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Auen und Hochwasser

Luftbild eines überschwemmten Auwaldes Bild vergrößern Aue bei Hochwasser; Foto: Agroluftbild, W. Bauer, Obertraubling

Hochwasser sind Naturereignisse, die wir nicht verhindern können. Auen und Hochwasser sind von Natur aus eng miteinander verbunden, denn Auen sind die natürlichen Überschwemmungsbereiche der Flüsse und Bäche.

Hochwasser sind lebensnotwendig für die Auen. Ihre Dynamik schafft und erhält die Lebensbedingungen für die auentypischen Standorte, Pflanzen und Tiere.
Funktionsfähige Auen sind notwendig, damit Hochwasser möglichst wenig Schaden anrichten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Rückhalt von Hochwasser, indem sie Platz für eine schadlose Ausbreitung des Wassers bieten und den Abfluss verzögern. Je größer der natürliche Rückhalt, um so geringere Abflussspitzen stellen sich flussabwärts ein. Der Beitrag der Auen ist umso größer, je naturnäher sie ausgebildet sind. Intensive Landnutzungen und Bebauung vertragen sich nicht mit der Rückhaltefunktion von Auen.

Ein möglichst großer Anteil funktionsfähiger, intakter Auen ist wichtig für den Hochwasserschutz in Bayern. Deshalb müssen die naturnah verbliebenen Auen erhalten und naturfern veränderte -so weit dies im Rahmen einer nachhaltigen Nutzung möglich ist- renaturiert werden.

Aufgrund dieser Zusammenhänge spielen die Auen eine wichtige Rolle in der bayerischen Hochwasserschutzstrategie, dem Aktionsprogramm 2020 zum nachhaltigen Hochwasserschutz in Bayern. Das Auenprogramm ist Bestandteil dieses Aktionsprogramms.

Die drei Handlungsfelder des Aktionsprogramms 2020: Natürlicher Rückhalt, Technischer Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge Bild vergrößern Die Handlungsfelder des Aktionsprogramms 2020

Bis zum Jahr 2020 sollen umfangreiche Maßnahmen durchgeführt werden. Dafür sind insgesamt 2,3 Milliarden € vorgesehen.

Um den natürlichen Rückhalt in den Auen zu verbessern, sollen Rückhalteräume gesichert oder wieder hergestellt werden, Flüsse und Auen wieder stärker vernetzt und Auwälder neu geschaffen werden. An zahlreichen Flussabschnitten werden Deiche zurückverlegt. Außerdem sollen 2500 Kilometer Fluss-Strecken und 10.000 Hektar Uferbereiche an den größeren Flüssen renaturiert werden.

Wo die Reaktivierung der natürlichen Überschwemmungsgebiete nicht möglich ist oder nicht ausreicht, muss der Technische Hochwasserschutz für den notwendigen Schutz von Siedlungen und Verkehrswegen sorgen. Dazu werden u. a. Deiche modernisiert. Weitere Maßnahmen, wie z.B. der Bau von Hochwasserschutzmauern, Poldern und Rückhaltebecken, werden bis 2020 zusätzlich 300.000 Einwohner vor Hochwasser schützen.

Verbleibende Schadenspotenziale werden durch die Hochwasservorsorge verringert. Hierzu gehört beispielsweise der Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete (IÜG), in dem die Auen als „wassersensible Bereiche“ die Überschwemmungsgebiete ergänzen.

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