Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Auen im Naturhaushalt

Auen sind die natürlichen Überschwemmungsgebiete der Flüsse und Bäche und bilden mit ihnen eine funktionale Einheit. Sie erfüllen im Naturhaushalt eine Vielzahl von ökologischen Funktionen.

Kennzeichen natürlicher Auen ist das Wechselspiel hydromorphologischer Prozesse. Überschwemmung, Abflussgeschehen und Feststofftransport bestimmen die Verlagerung des Gewässerlaufs mit Abtrag und Anlandung, mit Erneuerung gewässer- und auetypischer Strukturen und Standorte.

Natürliche Auen verfügen über einen ausgeglichenen Wasser- und Stoffhaushalt.
Als natürlicher Rückhalteraum dämpfen sie Abfluss-Spitzen bei Hochwasser, mäßigen Abfluss- und Grundwasserschwankungen und wirken ausgleichend bei Niedrigwassersituationen.

Auen sind dynamische Ökosysteme. Natürliche Auen weisen ein Mosaik an Standorten von nass bis trocken auf, abhängig vom Substrat (Geröll, Kies, Sand, Ton/Lehm), dem Auenrelief sowie dem Überflutungsgeschehen. Diese Standorte und ihre Lebensbedingungen werden durch Hochwasserereignisse immer wieder erneuert und unterliegen sowohl räumlich wie zeitlich ständigen Veränderungen. Deshalb sind natürliche Auen reich an Biotopen und auetypischen Tier- und Pflanzenarten. Sie sind für den überörtlichen bis europaweiten Biotopverbund von erheblicher Bedeutung.

Auen sind prägend für das Landschaftsbild und bieten den Menschen Raum für Erholung in der Natur.

Auetypische Tier- und Pflanzenarten

Intakte Auen sind extreme Standorte und Lebensräume für viele heute vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen. Der regelmäßige Wechsel zwischen Trockenheit und Hochwasser ist der "Herzschlag der Aue�?. Er ist in seiner Dynamik ein entscheidender ökologischer Faktor für die Entwicklung mannigfaltiger Strukturen und einer daran angepassten Pflanzen- und Tierwelt.

Um einen Einblick in die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt der Auen zu geben, werden für die auentypischen Tier- und Pflanzenarten der nachfolgenden Tabelle (nach Lebensräumen geordnet) nähere Beschreibungen bereitgestellt.

Quelle

Fließgewässer/Altwasser

Ufer, Röhricht, Hochstaudenflur, Großseggenried

Weichholzaue

Hartholzaue

Offene Pionierstandorte/Brennen

Moor-Standorte

Nasswiesen

Auentypische Biotope

In Bayern sind ca. 4% der Landesfläche von Biotopkartierung als Biotop erfasst. Die Auen unserer Flüsse und Bäche bilden dabei mit ihrem Reichtum und der Vielfalt an Biotopen einen wesentlichen Bestandteil. Der Anteil der Biotope in Auen ist etwa drei mal so hoch wie im Landesdurchschnitt.

Etwa 50 verschiedene Biotoptypen werden in Bayern (außerhalb der Alpen) kartiert. Etwa zwei Drittel dieser Biotoptypen sind entweder ausschließlich in Auen zu finden oder typische Vertreter von Auen.

Nachfolgend eine Übersicht über ausgewählte auentypische Biotope

Auentypische Biotope
Biotoptyp Code
Auwälder WA
Bruchwälder WB
Sumpfwälder WQ
Kiefernwälder, basenreich WE
Feuchtgebüsch WG
Wärmeliebende Gebüsche WD
Großröhrichte VH
Kleinröhrichte VK
Großseggenriede der Verlandungszone VC
Großseggenriede außerhalb der Verlandungszone GG
Landröhrichte GR
Feuchte, nasse Hochstaudenfluren, planar bis montan GH
Schotterfluren, fluviatil FK
Initialvegetation, trocken ST
Initialvegetation, kleinbinsenreich SI
Natürliche und naturnahe Fließgewässer FF
Unterwasser- und Schwimmblattvegetation VU
Vegetationsfreie Wasserfläche in geschützten Gewässern SU
Quellen und Quellfluren, naturnah QF
Pfeifengraswiesen GP
Flachmoor/Quellmoor MF
Seggen- oder binsenreiche Nasswiesen, Sümpfe GN
Basenreiche Magerrasen GT
Brenndolden-Auenwiesen GA

Eine ausführliche Beschreibung aller in Bayern kartierten Biotope erhalten Sie als - PDF-Datei zum Download: