Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Auendefinition

Da der Begriff der "Auen" im allgemeinen Sprachgebrauch nicht einheitlich verwendet wird, werden sie im Auenprogramm Bayern definiert als "die natürlicherweise von der Gewässerdynamik (Überschwemmung und Grundwasser) geprägten Gebiete der Fließgewässer."

Diese weitreichende Definition beschreibt einen Standort und richtet sich nach dem natürlichen Wasserhaushalt eines Landschaftsausschnitts. Somit werden nicht nur Auwälder oder naturschutzfachlich wertvolle Bereiche betrachtet. Die Aue umfasst vielmehr den natürlichen Wirkungsbereich eines Fließgewässers in den angrenzenden Landflächen.

Überschwemmungen sowie hoch anstehendes Grundwasser und dessen Schwankungen beeinflussen als natürliche Phänomene mögliche Nutzungen (Landwirtschaft, Wald, Siedlung, Verkehr) und können bei nicht angepasster Landnutzung Schäden hervorrufen.

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht dienen Auen der Hochwasserrückhaltung (Retention), der Grundwassererneuerung und der Niedrigwasseraufhöhung, insgesamt also dem Ausgleich von Extremen im Wasserhaushalt.

Darüber hinaus sind Auen besondere Ökosysteme, die eine Vielzahl von Arten und Lebensgemeinschaften beherbergen. Sie dienen weiterhin der Vernetzung von Lebensräumen und bilden wichtige Elemente im Biotopverbund: lokal, regional und länderübergreifend.

Auen sind natürlicherweise nicht in allen Gewässerlandschaften gleich ausgeprägt. Bayern bietet hier eine große Vielfalt an Erscheinungsformen.