Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Atlas der Brutvögel in Bayern

Atlas der Brutvögel in Bayern Bild vergrössern Titelbild des Bandes „Atlas der Brutvögel in Bayern“

Der 2012 erschienene "Atlas der Brutvögel Bayerns" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V. (OG) und des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV). Seit 1987 sind bereits drei Atlanten über Brutvögel erschienen:

  • der erste Band erfasste die Brutvögel von 1979-1983,
  • der zweite Band basiert auf der Brutvogelkartierung von 1996-1999; jede Vogelart wird mit ihren Lebensräumen, Gefährdungen und ggf. Schutzmaßnahmen eingehend beschrieben,
  • der aktuelle dritte Band basiert auf der Adebar-Kartierung 2005-2009, in der in ganz Deutschland die Brutvögel erfasst wurden. Er geht in knapper Form auf die gegenwärtige Verbreitung, Häufigkeit und Besonderheiten bei der Bestandsentwicklung ein.

Während der Kartierungszeiträume haben zeitweise über 600 ehrenamtliche Kartierer/innen zusammen mehrere Zehntausend Stunden im Freiland verbracht und Vögel erfasst. 2005-2009 wurden insgesamt 207 Brutvogelarten in Bayern nachgewiesen.
Eine wichtige Neuerung bei der Adebar-Kartierung für den aktuellen Atlas war die Ermittlung bzw. Schätzung von Bestandsgrößen – zum ersten Mal wurde bei den Vögeln eine richtige Volkszählung durchgeführt: 9 bis 22 Millionen Brutpaare wurden in Bayern ermittelt, die häufigsten Arten sind Amsel und Buchfink (jeweils zwischen 800.000 und zwei Millionen Paare), die seltensten Brachpieper, Kleines Sumpfhuhn oder Alpensegler (1-3 Brutpaare).
Die allgemeinen Angaben aus dem Brutvogelatlas 1996-1999 behalten jedoch ihre Gültigkeit, beide Werke sind gemeinsam zu sehen.

Durch die verschiedenen Kartierungsprojekte ist nicht nur eine gute Grundlage geschaffen, die Rote Liste der gefährdeten Brutvogelarten zu aktualisieren oder den Beitrag Bayerns zum Bericht nach der EU-Vogelschutzrichtlinie zu erstellen, sondern auch, um Schutzanstrengungen für einzelne Vogelarten zu verstärken und planungsrelevante Informationen zu geben. Der neue Atlas der Brutvögel Bayerns soll weiterhin in der täglichen Praxis von Naturschutzbehörden, Verbänden, Wirtschaft und Politik verwendet werden und dabei helfen, Prioritäten im Vogelschutz zu setzen.

Wie zu erwarten, bildet der aktuelle Atlas positive wie negative Entwicklungen ab: teilweise unterstützt durch Schutzmaßnahmen haben sich gegenüber dem Zeitraum 1996-1999 einige Arten neu angesiedelt oder etabliert und ausgebreitet, beispielsweise Kranich, Fisch- und Seeadler und Sturmmöwe. Einen positiven Trend weisen u.a. der Steinkauz, Wanderfalke und Kolkrabe auf. Ein rückläufiges Erscheinungsbild zeigen dagegen die Wiesenbrüter (z.B. Kiebitz, Brachvogel) und allgemein die Vögel der Agrarlandschaft – ein Phänomen, das in fast ganz Deutschland zu beobachten ist. Fast völlig verschwunden oder sogar in Bayern ausgestorben sind Arten, die großflächige steinige, magere und nicht oder wenig genutzte trockene Lebensräume bewohnen, z.B. Steinschmätzer, Haubenlerche, Brachpieper und Sperbergrasmücke. Große Sorge bereiten auch der Raubwürger sowie Auer-, Birk- und Haselhuhn außerhalb der Alpen.

Titelbild der 2005 erschienenen Brutvögel in Bayern Bild vergrössern Titelbild des Bandes „Brutvögel in Bayern“ der auf der Brutvogelkartierung von 1996 bis 1999 basiert

Verbreitungskarten von ausgewählten Brutvogelarten sowie Shape-Dateien der rasterbezogenen Verbreitung von 144 planungsrelevanten Arten (saP-Arbeitshilfe)

Die hier bereit gestellten Daten umfassen die Shape-Dateien von 144 Brutvogelarten mit Bezug zur saP-Planungshilfe sowie zusätzlich die Verbreitungskarten von 26 Arten im PDF-Format wie sie im Brutvogel-Atlas enthalten sind. Dabei handelt es sich um jene die im Windkrafterlass Bayern in den Anlagen 2 (Kollisionsgefährdete Vogelarten) und 3 (Besonders störungsempfindliche Vogelarten) erwähnt sind.