Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Abgrenzung von Lebensräumen – Flächenbildung in der ASK

In der „Anleitung zur Flächenbildung in der ASK“ wird die Vorgehensweise bei der Flächenabgrenzung dargestellt. Diese gilt insbesondere für die landkreisbezogene Naturschutzfachkartierung und zur Abgrenzung von Habitatflächen für Anhang II-Arten im Rahmen der FFH-Managementplanung. Alle anderen Daten werden in der Regel punktbezogen verwaltet.
Korrekt abgegrenzte Lebensraumflächen von Tierarten erleichtern die Arbeit der Naturschutzbehörden erheblich. Punktdaten müssen zur weiteren Verwendung interpretiert oder auf eine Fläche projeziert werden. Flächenbezogene Aussagen werden hierdurch oft spekulativ und sind hinsichtlich einer eventuell erforderlichen gerichtlichen Überprüfung mit Risiken behaftet. Wesentliches Ziel der Flächenbildung in der ASK ist daher die genaue und überprüfbare Abgrenzung von Lebensräumen.

Die räumliche Zuordnung faunistischer Daten der ASK erfolgt vorrangig durch die Übernahme einer Fläche, eines Teils einer Fläche oder einer Gruppe von Flächen aus der Biotopkartierung. Ist diese Zuordnung aus fachlicher Sicht zu ungenau oder nicht korrekt, werden neue Flächen gebildet. Wenn für die angetroffene Art keine Lebensraumabgrenzung möglich ist oder punktgenaue Daten erforderlich sind (z. B. Weißstorchhorst, Tümpel) werden die Daten einem Punkt zugeordnet.

Nah nebeneinander liegende Punktnachweise und sich teilweise überlagernde Flächen sind nur schwer auszuwerten. Um das Arbeiten mit den Flächendaten zu erleichtern, werden die raumbezogenen Daten in der ASK in mehreren thematischen Ebenen, z.B. Gewässer, Vögel verwaltet.

Grundsätzlich werden nur Habitate von Populationen naturschutzrelevanter Arten abgegrenzt. Als naturschutzrelevant sind in der Regel alle landkreisbedeutsamen Arten gemäß ABSP im jeweiligen Landkreis anzusehen. Das bedeutet, dass die Arten in der Roten Liste Deutschland oder Bayern als gefährdet oder selten bezeichnet werden (RL 1 bis 3), oder, dass die Arten im Naturraum selten oder gefährdet sind (RL regional) oder laut FFH-Richtlinie besonders geschützt werden.

Die Abgrenzung von Habitaten erfolgt im Regelfall nur für Arten bzw. Gruppen, die eine enge Bindung an örtlich stabile und flächig begrenzte Ökosysteme aufweisen. Für Arten mit sehr großen und komplexen Raumansprüchen oder wenig spezifischer Einnischung wie z. B. Rotmilan oder Schwarzspecht werden keine oder allenfalls spezielle, eng gefasste Kernhabitate abgegrenzt (Horstrevier des Rotmilans in Altbaumbestand, Höhlenzentrum des Schwarzspechts).

Die Fundorte erhalten jeweils eine laufende Objektnummer, die in jedem TK25-Blatt eindeutig ist (z. B. 81320094).
Weitere Details können in der „Anleitung zur Flächenbildung in der ASK“ nachgelesen werden.

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