Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Libellen in Bayern online erfassen

Nahaufnahme eines Männchens der Gebänderten Prachtlibelle (Calopteryx splendens) von vorneBild vergrössern Nicht bloß schauen! Beobachten, bestimmen, eingeben - wir freuen uns über Ihre Fundmeldungen von Libellen! Foto: Piclease/Mirko Dreßler

"Fliegende Edelsteine" – "Smaragde der Lüfte" und eine Reihe weiterer poetischer Namen haben sie bekommen. Wie kaum eine andere Gruppe aus dem Tierreich beflügeln Libellen die Phantasie des Menschen. So haben sie bei Bestandsaufnahmen im und am Wasser aber auch in der Naturschutzpraxis ihren festen Platz. Libellen sind gute Indikatoren für die Struktur und den Nährstoffhaushalt von Wasser-Lebensräumen. Ein erheblicher Teil der heimischen Libellenfauna ist gefährdet und geht im Bestand zurück. Einige Arten reagieren bereits unverkennbar auf den Klimawandel.

Libellen online erfassen

Schnell und einfach Libellen zu erfassen ist das Ziel eines neuen Online-Tools, das in einem gemeinsamen Projekt des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV), dem Landesamt für Umwelt (LfU) mit dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) entwickelt wurde.

Das Tool ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über (fast) alle in der Artenschutzkartierung Bayern dokumentierten Libellenfunde.

Machen Sie mit! Das Citizen-Science-Projekt ermöglicht es Ihnen Ihre Beobachtungen zu archivieren und als Teil eines Gesamtüberblicks die Faunistik dieser faszinierenden Tiergruppe als Grundlage für einen effektiven Schutz der Arten und ihrer Lebensräume zu verbessern.

Sie können:

  • sich die bayernweite Verbreitung von Libellenarten anzeigen lassen und deren Lebensräume finden
  • Ihre eigenen Daten dauerhaft ablegen und zusammengefasst ausspielen
  • die Entwicklung von Fundorten dokumentieren und nachverfolgen
  • Ihre Ergebnisse mit der Gemeinschaft der Libellenkundler Bayerns austauschen
  • Ihre Funde in Beziehung zu den Zusatzdaten von FIN-WEB setzen, wie zu Biotopen, Schutzgebieten und auf unterschiedliche Karten oder Luftbildhintergründe zurückgreifen.

Und das erwartet Sie

Beispielhafte Bildschirmkopie der Nachweis-Übersicht von Libellen-Online, auf der anhand von Fundpunkten zu erkennen ist, für welche Orte Libellen-Nachweise vorliegen.Bild vergrössern Beispielhafte Bildschirmkopie der Nachweis-Übersicht von „Libellen-Online“, auf der anhand von Fundpunkten zu erkennen ist, für welche Orte Libellen-Nachweise vorliegen.

Beispiel für eine Fundpunkte-Übersicht der Artenschutzkartierung von Libellen in Bayern. Damit können Sie sehen, welche Libellen in Ihrer Region bereits beobachtet wurden oder sich mit der Artenauswahl-Funktion die Nachweise zu einer Libellenart in einem beliebigen geografischen Ausschnitt anzeigen lassen.


Bildschirmkopie des Nachweis-Erfassungsformulars von Libellen-Online, getrennt in oben Fundortdaten und unten aktueller NachweisBild vergrössern Bildschirmkopie des Nachweis-Erfassungsformulars von „Libellen-Online“, getrennt in oben Fundortdaten und unten aktueller Nachweis.

Mit der Eingabemaske für Nachweise können Sie eigene Beobachtungen ergänzen (hier die Ergänzung eines neuen Nachweises an einem bestehenden Fundort).


Mitmachen? Gerne!

Sie haben Interesse Ihre Libellendaten einzugeben? Herzlich gerne! Da nur angemeldete Nutzer die Möglichkeit haben Daten einzugeben, bitte wir Sie bei uns einen Zugang per Mail zu beantragen. Bitte schreiben Sie uns dabei die folgenden Informationen:

  • Vor- und Nachname
  • E-Mail-Adresse
  • Wohnsitz
  • (sofern Sie in einer bayerischen Behörde arbeiten den Behördenname, dann können wir Ihren bestehenden Behördennetz-Zugang auch für diese Anwendung freischalten)

E-Mails bitte an: asklibellen

Hinweis zu E-Mail-Adressen:
Aufgrund der vorherrschenden SPAM-Aktivitäten werden E-Mail-Adressen nicht mehr direkt genannt. Diese setzen sich aus "vorname.name@lfu.bayern.de" zusammen.
Bei nicht personenbezogenen Adressen wird der Bestandteil vor dem "@" explizit angegeben (z.B. poststelle@...). Umlaute sind zu umschreiben (z.B. "ue" anstelle "ü", "ss" anstelle "ß"). Titel (z.B. Dr.) werden in unseren E-Mail-Adressen nicht verwendet.

Libellenatlas gestern und heute

Säulendiagramm das den kontinuierlichen Anstieg der Nachweise zu Libellen in den Jahren zwischen 2009 und 2016 anzeigt. Während es 2009 knapp 150.000 Nachweise waren, sind es 2016 bereits knapp 190.000 Nachweise. Graphik: LfUBild vergrössern Aktuell umfasst die Datenbank der Artenschutzkartierung nahezu 190.000 Libellen-Nachweise aus Bayern. Bislang kommen pro Jahr rund 5.000 Datensätze hinzu.

Mit dem Buch "Libellen in Bayern" gelang es 1998 erstmals mit einem vorzüglich gestalteten und mit zahlreichen Fachinformationen gefüllten Atlanten Maßstäbe für bayerische Verbreitungsübersichten zu setzen. Dieser Erfolg war nur durch die Kooperation von staatlichem (Landesamt für Umweltschutz) mit ehrenamtlichem Naturschutz (BUND Naturschutz in Bayern e.V.) und durch Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds möglich. Auf der Basis von über 90.000 Nachweisen von etwa 14.000 Fundorten konnte damals die Verbreitung, Ökologie und Gefährdungssituation der Libellen dargestellt werden. Ein weiterer Meilenstein in der Faunistik der Libellen ist der "Atlas der Libellen Deutschlands" der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) von 2015. Dort flossen fast 170.000 Nachweise aus Bayern ein. Bis dahin gelang also nahezu eine Verdoppelung des Datenbestandes seit dem Werk "Libellen in Bayern".

Ziel des oben genannten Online-Tools ist es, 20 Jahre nach dem Erscheinen des Buches die aktuelle Verbreitung und Bestandssituation der 75 in Bayern nachgewiesenen Libellenarten zu ermitteln und darzustellen. Parallel zeigte sich bei der Tagung bayerischer Libellenkundler am 5. April 2014 ein sehr großes Interesse und Bereitschaft, den bayerischen Atlas der Libellen zu aktualisieren. Den aktuellen Stand können Sie den fünf Arbeitskarten-Paketen entnehmen:

Titelbild des Buches Libellen in BayernBild vergrössern Atlaswerk zu den Libellen in Bayern von 1998

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