Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Steinhuhn und Steinrötel - die seltensten Brutvögel der bayerischen Alpen

Steinhuhn und Steinrötel sind die seltensten Brutvögel der bayerischen Alpen. Sie galten dort sogar schon als verschollen! Erst seit dem Jahr 2000 konnten wieder einzelne Nachweise der beiden Arten erbracht werden.

Allerdings weiß man nur sehr wenig über ihre Verbreitung und ihren Bestand in Bayern. Nur wenn man weiß, wo diese beiden heimlichen Bergbewohner vorkommen, kann man sie dort auch schützen.

Steinrötel – 2002 die ersten Jungen seit Jahrzehnten

Steinrötel-Männchen Bild vergrössern Der graublaue Kopf, die rostrote Unterseite und der helle Rückenfleck machen das Männchen des Steinrötels unverwechselbar; Foto: Hans-Joachim Fünfstück

Der Steinrötel brütet in den gesamten Alpen. In den bayerischen Alpen waren jedoch die Hinweise auf die Art sehr selten – so gab es auch aus dem letzten Jahrhundert nur zwei Brutnachweise (1953 und 1983) und auch sonst nur wenige Beobachtungen aus den 1970er und 1980er Jahren. Erst durch intensive Nachsuche Anfang dieses Jahrhunderts gelang es, die Art erneut nachzuweisen: im Jahr 2000 konnte im Allgäu ein Revierpaar – allerdings ohne Bruterfolg – beobachtet werden. 2002 dann ein Revierpaar mit flüggen Jungvögeln. Auch im Werdenfelser Land wurde 2008 eine Brut mit vier flüggen Jungvögeln entdeckt.

Der Steinrötel ist ungefähr amselgroß. Der graublaue Kopf, die rostrote Unterseite und der helle Rückenfleck machen das Männchen unverwechselbar. Weibchen und Jungvögel sind unterseits bräunlich mit dichter, dunkler Bänderung, oberseits braun, manchmal scheckig wirkend. Typisch ist ein weicher Gesang aus flötenden und zwitschernden Tönen, der von einer hohen Warte oder im Singflug vorgetragen wird.

Steinhuhn – erst im Jahr 2002 wieder in Bayern nachgewiesen

Für das Steinhuhn liegen aus den letzten Jahrzehnten in Bayern nur sehr wenige Nachweise vor. Die letzten bekannt gewordenen Beobachtungen auf bayerischen Boden konzentrieren sich auf die Allgäuer Hochalpen und reichen bis 1984.

Erst vor wenigen Jahren gelang wieder ein sicherer Nachweis der Art in den Bayerischen Alpen: 2002 im Allgäu während der Brutzeit, ein Brutnachweis liegen jedoch bisher keiner vor.

Das Steinhuhn ist ungefähr rebhuhngroß, oberseits graubraun und an den Flanken auffallend gestreift. Die Kehle ist reinweiß und der schwarze Überaugenstreif deutlich zu sehen. Schnabel und Füße sind rot. Der Ruf besteht aus einer unrhythmischen Reihe kurzer, abgehackter Töne, die manchmal von einer schnellen, kichernden Ruffolge unterbrochen wird.

Vogelbeobachter in Bayern ist es in den letzten Jahren nicht gelungen einen Brutnachweis des Steinhuhnes zu erbringen. Auch sind trotz gezielter Nachsuche bis jetzt nur wenige Nachweise des heimlichen Huhnes erbracht worden. Manchmal haben aber Andere das Glück über eine Sensation zu stolpern. So stammt der wahrscheinlich letzte Brutnachweis des Steinhuhnes aus dem bayerischen Karwendel von einem Hirten, Der dort eine Henne mit Küken beobachtete.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt sammelt deshalb alle Informationen, die Hinweise auf die beiden Arten geben können.

Bitte helfen Sie uns, das Wissen um die Verbreitung dieser Arten zu verbessern, indem Sie uns Beobachtungen oder Spuren (Kot, Federn) melden. Die dafür nötigen Informationen finden Sie im Infoblatt "Gesucht: Steinhuhn und Steinrötel".