Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Merkblätter Artenschutz Zoologie

Im Rahmen der Artenhilfsprogramme des Landesamtes für Umwelt werden Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Tierarten konzipiert und durchgeführt.
Die Merkblätter Artenschutz stellen insbesondere Arten vor, die hochgradig gefährdet sind, die Leitarten für bestimmte Lebensraumtypen darstellen oder für die Bayern eine besondere Erhaltungsverantwortung hat (z.B. Arten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH)).

In einer Kurzbeschreibung werden die Art, ihre Biologie und Ökologie sowie ihre Verbreitung dargestellt. Darüber hinaus informieren die Merkblätter über den Schutzstatus sowie über Gefährdungsursachen und geben Hinweise, wie der Art konkret durch Schutzmaßnahmen geholfen werden kann.

In der folgenden Übersicht können die bisher vorliegenden Merkblätter im PDF-Format heruntergeladen werden:

Merkblätter Artenschutz Zoologie
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Feldhamster Dieses Merkblatt Artenschutz stellt den streng geschützten Feldhamster (Cricetus cricetus) vor. Neben seinen Merkmalen werden seine Lebensweise und seine Verbreitung erläutert sowie über die Gründe für seine Seltenheit und die Gefährdungsursachen informiert. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der Beschreibung von Schutzmaßnahmen.
Kreuzenzian-Ameisenbläuling Der Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Maculinea rebeli) ist ein bedrohter Tagfalter der Kalkmagerrasen. Besonders bemerkenswert ist die Biologie der Art. Sie benötigt zum einen Kreuzenzian als Nahrungsgrundlage für die Raupe, zum anderen bestimmte Ameisenarten in deren Nestern sich die letzten Raupenstadien erfolgreich entwickeln können.
Heckenwollafter Im Artenschutz spielt dieser Nachtfalter eine besondere Rolle. Als eine der Anhangsarten der NATURA 2000-Richtlinie der EU ist ihre hochrangige Schutzwürdigkeit festgelegt. Im Merkblatt werden die Erkennungsmerkmale, Biologie und Ökologie, Schutzstatus, Verbreitung und insbesondere Gefährdungsursachen und Schutzmaßnahmen dargestellt. Wie andere bedrohte Falter lichter Waldlebensräume ist auch der Heckenwollafter (Eriogaster catax) heute auf die traditionelle Nutzungsform des Mittelswaldes angewiesen.
Maivogel Der europaweit gefährdete Maivogel (Euphydryas maturna) ist eine Kostbarkeit der bayerischen Tagfalterfauna. Sein Lebensraum sind warm-feuchte und lichte Wälder mit Vorkommen von Eschen, seiner Raupennahrungspflanze. Ursprünglich vor allem in Auwaldgebieten mit natürlicher Dynamik weiter verbreitet, lebt die Art heute nur noch sehr lokal in Mittelwäldern des südlichen Steigerwaldes und bei Bad Reichenhall. Aufgrund der größten deutschen Vorkommen hat Bayern eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser FFH-Art. Zentrale Schutzmaßnahmen sind die Erhaltung und Schaffung lichter Waldstrukturen, insbesondere durch Mittelwaldbewirtschaftung.
Wald-Wiesenvögelchen Tagfalter im Wald brauchen Licht. Dies gilt auch für eine Waldart wie das Wald-Wiesenvögelchen (Coenonympha hero). Die Art ist europaweit bedroht und wird in der FFH-Richtlinie aufgeführt. In Bayern liegt der Vorkommens-Schwerpunkt der Art in Deutschland, insbesondere in den Mooren des Alpenvorlandes. Die Erhaltung lichter Waldstrukturen und die abschnittsweise Mahd von Streuwiesen im Randbereich von Moorwäldern bilden die wichtigsten Schutzmaßnahmen.
Goldener Scheckenfalter Der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), ist eine in Bayern stark gefährdete Tagfalterart. Den heutigen Verbreitungsschwerpunkt der Art in Bayern bilden Feuchtwiesen in Mooren des Alpenvorlandes, wo die Hauptnahrungspflanze der Raupe, der Teufelsabbiss (Succisa pratensis), noch häufig ist. Die nordbayerischen Vorkommen sind bis auf wenige Reste verschwunden. Zentrale Ursache des Bestandsrückganges ist die Aufgabe der extensiven Grünlandnutzung zugunsten einer Intensivierung bzw. einer Nutzungsaufgabe mit nachfolgender Verbrachung und Verbuschung.
Hochmoor-Gelbling Der in Bayern stark gefährdete Hochmoor-Gelbling (Colias palaeno) kommt in Bayern überwiegend in den Hochmooren des Alpenvorlandes mit Beständen seiner Raupennahrungspflanze, der Rauschbeere (Vaccinium uligunosum), vor. Hauptgefährdungsursachen sind die Entwässerung der Moore und die nachfolgende Verbuschung. Für die starken Rückgänge der Art in jüngster Zeit werden auch Auswirkungen des Klimawandels vermutet.
Blauschillernder Feuerfalter Der Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle), eine in Bayern vom Aussterben bedrohte Tagfalterart kommt in Bayern nur sehr lokal im westlichen Alpenvorland vor, wo sie Feuchtgebiete mit Beständen ihrer Raupennahrungspflanze, dem Schlangenknöterich (Polygonum bistorta) besiedelt. Die Gefährdungen sind vielfältig und haben ihre Hauptursache in der Aufgabe der früher üblichen extensiven Nutzung von Feuchtwiesen.
Glücks-Widderchen Das Glücks-Widderchen (Zygaena fausta), eine vom Aussterben bedrohte Kleinschmetterlingsart, für das Landesamt für Umwelt (LfU) ein Artenhilfsprogramm initiiert hat, kommt in Bayern nur sehr lokal in Unterfranken und im Altmühljura vor, wo sie warme Waldsäume mit Beständen ihrer ebenfalls gefährdeten Raupennahrungspflanze, der Berg-Kronwicke (Coronilla coronata), besiedelt. Hauptgefährdungsursache ist das Zuwachsen der lichten Waldlebensräume.
Vogel-Azurjungfer Für die in Bayern vom Aussterben bedrohte Vogel-Azurjungfer (Coenagrion ornatum) führt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) seit Jahren ein Artenhilfsprogramm durch. Die Vogel-Azurjungfer ist eine Kleinlibelle, die teils unerkannt in Wiesen- und Niedermoorgebieten lebt. Dort bewohnt sie besonnte Kleinbäche und Gräben mit lockerem Bewuchs aus Kleinröhrichten. Gefährdungen ergeben sich aus dem zunehmenden Grünlandumbruch, dem völligen Zuwachsen der Larvengewässer, aber auch aus deren zu häufiger Räumung.
Mond-Azurjungfer Die in Bayern vom Aussterben bedrohte Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum) ist eine eurosibirisch verbreitete Kleinlibelle, die abhängig vom Großklima Moorgewässer oder eutrophe, pflanzenreiche Gewässer besiedelt. Das einzige größere bayerische Vorkommen hat in einem abgelegenen, nicht mehr genutzten Waldteich im Landkreis Ansbach überlebt. Intensive Schutzbemühungen sollen eine Wiederausbreitung ermöglichen.