Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Artenhilfsprogramm Kreuzotter

Die Kreuzotter ist die einzige in Bayern heimische Giftschlange. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Westfrankreich und den Alpen bis zum Polarkreis und im Osten über Sibirien bis an die Pazifikküste. Sie ist damit die Schlange mit dem größten Verbreitungsgebiet weltweit.
In Deutschland und in Bayern kommt die Kreuzotter vor allem in kühlen und feuchten Lebensräumen vor, zu denen Moore, Heiden und Waldlichtungen, aber auch die alpinen Matten zählen.

In der Vergangenheit kam es beim Torfstechen, bei der Heuernte, beim Hüten des Viehs oder bei der Waldarbeit häufig zu Begegnungen mit dem Menschen und gelegentlich auch zu Bissen. Die Kreuzotter war deshalb gefürchtet, und noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in manchen Gegenden Bayerns sogar Prämien für erschlagene Tiere bezahlt.
Diese Verfolgung durch den Menschen, vor allem aber die Zerstörung ihrer Lebensräume, führten insbesondere seit den 1960er Jahren zu einem starken Rückgang und zum Verschwinden aus Teilen des bayerischen Areals, beispielweise aus den großen Niedermooren nördlich von München.

Da sich diese Entwicklung stetig fortsetzte, wurde vom LfU im Jahr 2003 das Artenhilfsprogramm (AHP) Kreuzotter initiiert. Das Ziel des AHP ist die Förderung der Kreuzotter durch eine gezielte Optimierung ihrer Lebensräume und durch die Verbesserung der Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Kreuzotter dient dabei als Leitart für artenreiche Lebensräume, so dass die Maßnahmen des AHP Kreuzotter auch der Förderung der Biodiversität dienen.
Eine wesentliche Grundlage des AHP Kreuzotter ist die intensive Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden (UNB, HNB) und den Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten sowie den Landschaftspflegeverbänden, Naturparks und Naturschutzverbänden.

Bild vergrössern Moore zählen zu den wichtigsten Lebensräumen in Bayern; Foto: Dr. Wolfgang Völk.