Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Artenhilfsprogramm Fledermäuse

Jagende Fledermaus Bild vergrössern Mausohr bei der Jagd; Foto: D.Nill/Linnea images

In Bayern sind bisher 25 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen worden (in Deutschland 27). Zwei davon, die Bulldogfledermaus und der Riesenabendsegler sind so genannte "Irrgäste", die bisher erst ein- oder zweimal gefunden worden sind. Die Alpenfledermaus, die jahrzehntelang als verschollen galt, wurde in jüngster Zeit vereinzelt im südöstlichen Oberbayern nachgewiesen. Ihr Status ist unklar. Die restlichen Arten pflanzen sich in Bayern regelmäßig fort.
1985 wurden in Anbetracht des Besorgnis erregenden Rückgangs aller einheimischen Fledermausarten das "Artenhilfsprogramm Fledermäuse" eingerichtet. Eine tragende Säule des Artenhilfsprogramms sind die beiden Koordinationsstellen für Fledermausschutz in Bayern.

In den vergangenen 25 Jahren hat sich der Kenntnisstand über die Verbreitung und Häufigkeit der einzelnen Fledermausarten deutlich verbessert, auch dank der Unterstützung des Artenhilfsprogramms durch zahlreiche ehrenamtlich tätige Fledermausfreunde und verschiedene Verbände. Bei den meisten Arten hat eine erkennbare Erholung der Bestände stattgefunden. So beläuft sich der aktuelle Stand der Fledermausdatenbank Bayern auf knapp 30.000 Fundorte und mehr als 130.000 Nachweise (2015). Nur noch drei Arten, die Große Hufeisennase und die Kleine Hufeisennase sowie die erst 2012 in Bayern entdeckte Nymphenfledermaus gelten als vom Aussterben bedroht.

"Fledermäuse in Bayern" – der bayerische Fledermausatlas

Titelseite des Fledermausatlas Bild vergrössern Der bayerische Fledermausatlas

Die Ergebnisse von sechs Jahrzehnten Fledermausforschung und Erfahrungen im Fledermausschutz sind Grundlagen zu diesem Buch, das erstmals umfassend Auskunft über Verbreitung, Ökologie, Bestandsentwicklung, Gefährdung und Schutz dieser faszinierenden Säugetiergruppe in Bayern gibt.

Die Analysen sind sowohl artbezogen als auch im übergeordneten, landesweiten Zusammenhang aufbereitet und in ausführlichen Texten, 56 Karten und 164 Diagrammen dargestellt. 135 Farbfotos illustrieren das Werk. In den Artkapiteln werden die 23 zum Zeitpunkt der Drucklegung in Bayern nachgewiesenen Arten vorgestellt, denen ein Bestimmungsschlüssel aller Fledermausarten Deutschlands vorangestellt ist.
Der breite Ansatz und die Fülle an Detailinformationen machen das Buch zu einem Grundlagenwerk für die tägliche Naturschutzarbeit weit über Bayern hinaus.
Der bayerische Fledermausatlas "Fledermäuse in Bayern" wurde von Angelika Meschede und Bernd-Ulrich Rudolph bearbeitet, vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. und dem Bund Naturschutz in Bayern e.V. herausgegeben und mit Unterstützung der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds gedruckt.

Veröffentlicht wurde "Fledermäuse in Bayern" im Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2004 (ISBN 3-8001-3884-0) und ist über den Buchhandel erhältlich.

Die Verbreitungskarten sowie die wichtigsten Grafiken zur Bestandsentwicklung wurden anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Koordinationsstellen für Fledermausschutz in dem LfU-Heft "1985 - 2009: 25 Jahre Fledermausmonitoring in Bayern" aktualisiert.