Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Bestandsentwicklung und Verbreitung in Bayern

Bestandsentwicklung

Seit Beginn der Arbeit der Koordinationsstellen für Fledermausschutz wird in Bayern eine Dauerbeobachtung (= Monitoring) von ausgewählten Winter- und Sommerquartieren/Wochenstuben durchgeführt. Diese Daten zum Langzeitmonitoring wurden aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der Koordinationsstellen für Fledermausschutz 2010 zusammengestellt (Meschede & Rudolph 2010). Diese Auswertungen setzen die für den Fledermausatlas (Meschede & Rudolph 2004) begonnenen Analysen fort.

Diese Bilanzierung der Bestandsentwicklung von Fledermäusen umfasst die

  • Dauerbeobachtung von unterirdischen Winterquartieren ab dem Winter 1985/86 bis zum Winter 2008/09 (24 Jahre) sowie
  • die Quartiere der Wochenstuben von Großer und Kleiner Hufeisennase, Wimperfledermaus und Mausohr ab dem Jahr 1985 bis zum Sommer 2009 (25 Jahre).
Grafik zur starken Temperaturabhängigkeit der in Winterquartieren sichtbaren Individuenzahlen: Bei warmer Witterung halten sich viele Tiere außerhalb der kontrollierten Winterquartiere auf/Grafik: Koordinationsstellen für Fledermausschutz, 2010 Bild vergrössern Temperaturabhängigkeit der Anwesenheit von Fransenfledermäusen in Winterquartieren (Lkr. Haßberge)


Für die Analysen der Bestandsentwicklung wurde das Programm TRIM verwendet.
Das Winterquartier-Monitoring auf Basis von 474 regelmäßig kontrollierten Winterquartieren zeigt eine signifikant positive Entwicklung ab 1985/86 für die Arten Große Hufeisennase, Mausohr, Fransenfledermaus, Wasserfledermaus, Mopsfledermaus und für die Artengruppe Brandt-/Kleine Bartfledermaus. Beim Braunen Langohr ist kein eindeutig positiver Trend feststellbar. Bei der Fransenfledermaus bestätigt sich anhand einer Stichprobe von zehn Winterquartieren in den Haßbergen die starke Temperaturabhängigkeit der in Winterquartieren sichtbaren Individuenzahlen: Bei warmer Witterung halten sich viele Tiere außerhalb der kontrollierten Winterquartiere auf. Dies gilt neben der Fransenfledermaus z.B. auch für die Mopsfledermaus.

Das Sommerquartier-Monitoring zeigt anhaltend positive Trends für Große und Kleine Hufeisennase, allerdings bei sehr kleinen Populationsgrößen. Beim Mausohr stagnieren die Bestände nach einem Bestandsanstieg, der sich vor allem in Nordbayern bis ca. 1997 vollzog. Die auf 3.000 bis 4.000 adulte Individuen geschätzte Population der Wimperfledermaus in Bayern weist nach einem Bestandsanstieg bis ungefähr in das Jahr 2000 seitdem schwankende bis leicht abfallende mittlere Koloniegrößen auf.

Typische bayerische unterirdische Fledermaus-Winterquartiere: ehemaliger Bierkeller bei Altenmünster, Landkreis Augsburg. Foto: Carmen Liegl sowie Gewölbe der Ruine Homburg, Landkreis Main-Spessart. Foto: Matthias Hammer

Verbreitung

Bayernkarte in der per Punktsymbol die Sommernachweise des Kleinabendseglers seit 2001 eingetragen sind. Deutlich erkennt man den Schwerpunkt der Fortpflanzungsnachweise im nordwestbayerischen Raum, in den anderen Gebieten Bayern sind nur wenige Einzelnachweise vorhanden/ Grafik: Koordinationsstellen für Fledermausschutz, 2010 Bild vergrössern Sommernachweise des Kleinabendseglers in Bayern

Die aktuelle Verbreitung der in Bayern vorkommenden Fledermäuse (Stand 28.2.2010) ähnelt bei den meisten Arten dem Verbreitungsbild, das im Fledermausatlas (Meschede & Rudolph 2004) gezeigt ist. Auffällige Unterschiede bzw. einen erheblichen Wissenszuwachs gibt es bei der Brandfledermaus, beim Kleinabendsegler, bei der Zweifarbfledermaus und bei der Mopsfledermaus.