Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Feldhamster – Gefährdung

Änderung der Lebensbedingungen

Anstelle der ehemals klein strukturierten und vielfältig landwirtschaftlich genutzten Flächen prägen heute durch Flurbereinigung entstandene große Ackerschläge das Landschaftsbild. Die Bewirtschaftung wird immer intensiver mit immer größeren Maschinen. Dadurch wird großflächiger und schneller geerntet und auch das Pflügen folgt meist direkt. Dem Feldhamster fehlen dann unmittelbar Deckung und Nahrung auf weiter Fläche. Eine zusätzliche Verschlechterung seiner Lebensgrundlage resultiert aus dem starken Rückgang in der Vielfalt von Nutzpflanzen und Ackerkräutern, dem steigenden Einsatz von Gülle und Bioziden, sowie dem durch schwere Maschinen verdichtete Boden.

Natürlicherweise schwanken die Bestandsdichten der einzelnen Populationen von Jahr zu Jahr, denn Witterung, Krankheiten und Anzahl der Feinde beeinflussen den Feldhamster stark. Immer mehr Hamster verhungern im Winter, da sie im Herbst nicht genügend Nahrung "hamstern" können, was heute oft mit der großen Effizienz der Erntemaschinen zusammenhängt.

Maschinelle Pestizidausbringung in einem Feld Bild vergrössern Auch Pestizide (wie hier im Bild) oder Gülle machen dem Feldhamster das Leben schwer. Foto: H.-F. Michler

Zerschneidung und Verlust von Lebensraum

Ackerausschnitt mit Siedlung, Hochspannungsleitung, Mobilfunkmasten und Straße im Hintergrund Bild vergrössern Ackerlandschaften ohne Saumstrukturen dafür mit beständig wachsender Infrastruktur sind der moderne Lebensraum des Feldhamsters, in dem es ihm schwer fällt, sich zu behaupten. Foto: M. Hansbauer

Der Bedarf von Flächen für Siedlungen, Verkehrswege und Gewerbe- bzw. Industriegebiete nimmt beständig zu. In bayerischen Feldhamstergebieten, in welchen bis vor weniger als 10 Jahren noch Hamster im Acker ihre Baue gruben, führt heute oftmals eine Autobahn hindurch oder ein Gewerbegebiet hat die Fläche versiegelt.

Solche – im Wortsinne – einschneidenden Veränderungen verkleinern zum einen den Lebensraum des Feldhamsters und anderer Ackerbewohner, zum anderen bilden sie meist unüberwindbare Grenzen mitten im Lebensraum. Eine vormals zusammengehörende Population wird plötzlich getrennt und das führt dazu, dass zwei oder mehrere Teilpopulationen entstehen, die nun nicht mehr im genetischen Austausch miteinander stehen. Das kann – besonders bei niedriger Individuendichte – zu einer so starken Verarmung des Genpools führen, dass Teilpopulationen aussterben.

Flächenversiegelung und Lebensraumzerschneidung bedeuten Lebensraumverlust für den Feldhamster und sind wesentliche Faktoren für den Rückgang der Art in Bayern. Beispielhaft zwei Luftbilder eines Kerngebiets des aktuellen Feldhamstervorkommens in der Nähe von Würzburg (links 2002, rechts 2011): Zerschneidung und Verlust von Lebensraum durch den Neubau von Straßen und Gewerbegebieten sind hier deutlich zu erkennen. Auch in den nicht versiegelten Flächen der Umgebung haben Kartierungen ergeben, dass die Anzahl der Feldhamster rückläufig ist