Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Artenhilfsprogramm Feldhamster (FHP)

Feldhamster in einem abgeernteten Feld Bild vergrössern Der Feldhamster war ehemals ein unbeliebter Ernteschädling. Foto: T. Pröhl/fokus-natur.de

Der Feldhamster, der ehemals ein unbeliebter Ernteschädling war und dessen unregelmäßige Massenvermehrung bei den Landwirten gefürchtet war, ist in seinem westlichen Verbreitungsgebiet innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer bedrohten Art geworden. In etlichen Regionen Bayerns – wie in Schwaben und Oberfranken – ist er bereits ausgestorben.

Sein Lebensraum ging durch die intensive Landwirtschaft und den Flächenverbrauch verloren oder wurde zumindest großflächig entwertet. Davon ist nicht nur der Feldhamster betroffen, sondern auch viele andere Arten der Agrarlandschaft, wie beispielsweise das Rebhuhn, der Feldhase oder die Feldlerche.

Ohne intensive Schutzbemühungen werden diese Arten in der heutigen Agrarlandschaft nicht dauerhaft überleben. Aber die EU-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet für "streng zu schützende Arten von gemeinschaftlichem Interesse" (FFH-Anhang IV) – wie eben den Feldhamster – langfristig überlebensfähige Populationen zu sichern.

Deshalb hat das LfU im Jahre 2002 ein Artenhilfsprogramm entwickelt, um den Rückgang der bayerischen Feldhamsterpopulationen zu stoppen. Im Rahmen dieses Maßnahmenkonzeptes wurden zwei Module entwickelt (FHP 1 / FHP 2), die den Landwirten die Wahl zwischen verschiedenen Bewirtschaftungsmöglichkeiten lassen. Es werden dann entsprechende Entschädigungen gezahlt für den Ertragsausfall sowie für den Mehraufwand, den der Landwirt jeweils durch die feldhamstergerechte Bewirtschaftung hat.

Monitoringbearbeiter in einer großen Ackerfläche einen Feldhamsterbau lokalisierend Bild vergrössern Um zu überprüfen, wie die Hamsterbestände sich entwickeln und ob die Maßnahmen Wirkung zeigen oder nicht, ist ein regelmäßiges Monitoring der Bestände wichtig. Hier werden Baue in einem Feld bei Geldersheim gezählt. Foto: M. Hansbauer

Leider ist in den letzten Jahren die Anzahl der Landwirte, die sich beim FHP beteiligen, rückläufig gewesen. Um das aufwendige Verwaltungs- und Kontrollverfahren zu vereinfachen und um den Feldhamsterschutz besser in die Fläche zu bringen, wurde deshalb ein drittes Modul des Hilfsprogramms ausgearbeitet und beschlossen. Bei der Entwicklung dieses FHP 3 wurde die Landwirtschaftsseite – vertreten durch die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt und Würzburg, die Landesanstalt für Landwirtschaft, den Bayerischen Bauernverband und die Bioland Beratung – eng miteinbezogen, um Bedingungen zu schaffen, die von Naturschutz und Landwirtschaft gleichermaßen erfüllt und getragen werden können. Damit soll die Akzeptanz des Programms und somit ein effektiverer Schutz für den Feldhamster gewährleistet werden.

Das Faltblatt mit den genauen Informationen zu den einzelnen Modulen des FHP können Sie auf dieser Seite in der rechten Spalte herunterladen.

Um mittelfristig die Gewissheit zu haben, dass die durchgeführten Maßnahmen dem Feldhamster wirklich helfen, ist ein regelmäßiges Monitoring, wie es bei den Ausgleichsflächen durchgeführt wird, auch beim AHP notwendig. Für die nächsten Jahre ist deshalb vom LfU geplant, diese Untersuchungen vermehrt durchführen zu lassen.