Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Wechselkröte

Wechselkröte Bild vergrössern Wechselkröten-Männchen bei der Balz. Foto: Christoph F. Robiller
Steckbrief zur Wechselkröte (Bufo viridis)
Aspekte Erläuterung
Familie Echte Kröten
Merkmale Pupille waagrecht, Iris grünlich; Oberseite grau bis bräunlich mit grünen Flecken; Haut warzig, Warzenspitzen können rötlich gefärbt sein.
Landlebensraum eher trockene, lückig bewachsene und warme offene Standorte mit grabbarem Boden; ursprünglich vermutlich hauptsächlich in Wildflusslandschaften und naturnahen Auegebieten und steppenartigen Gebieten; heute vor allem in entsprechenden Sekundärlebensräumen wie Abbaustellen (Stein, Kies).
Fortpflanzungsgewässer flache, vollständig oder zumindest gut besonnte vegetationsarme kleine bis mittelgroße, vorzugsweise fischfreie Gewässer, die auch periodisch austrocknen können, in primären Lebensräumen z.B. in Flussauen; heute hauptsächlich in Abbaustellen (Kies-, Sandgruben), (Groß-) Baustellenbereichen, Brachflächen oder in angelegten Gewässern (Ersatz-/Ausgleichsgewässer).
Laichzeit April bis Juni
Überwinterung an Land in Hohlräumen im Boden, auch z.B. unter Steinen.

Verbreitung und Gefährdung

Bayernkarte mit den Fundorten der Wechselkröte. In Nordbayern existieren aktuell allerdings deutlich weniger Vorkommen, da auch nach 1996 bereits wieder Bestände erloschen sind. Im Bereich der Donau bei Deggendorf liegen keine Daten nach 1996 vor Bild vergrössern Verbreitungskarte der Wechselkröte Gelbe Punkte: Nachweise in der ASK, die vor 1996 erfasst wurden. Grüne Punkte: Nachweise nach 1996

Die wärmeliebende, vor allem kontinental und im Mittelmeerraum verbreitete Wechselkröte erreicht in Bayern die Westgrenze ihrer Verbreitung und gehörte von je her zu den seltenen Amphibienarten. Als Pionierart besiedelt sie v.a. Abbaustellen und ähnliche Lebensräume. Die Art ist in ganz Bayern stark zurück gegangen, so dass die meisten Vorkommen inzwischen stark isoliert sind.

Artenhilfsmaßnahmen – Planung und Umsetzung

Die Grundlagen für ein Artenhilfsprogramm wurden bereits 1992 im Raum München im Auftrag des Landratsamtes München und dem damaligen Landesamt für Umweltschutz entwickelt. 2006 wurde für den Raum Augsburg ein Konzept zum Erhalt der dortigen Populationen erstellt. Analysen zeigen für ganz Bayern eine drastische Abnahme der Bestände. Wesentliche Ursache hierfür ist ein Rückgang geeigneter Lebensräume.

Geeignete Maßnahmen können im Einzelfall sein:

  • Aufrechterhaltung der für den Pioniercharakter verantwortlichen Nutzung
  • Gezielte Förderung von geeigneten Laichgewässern im Rahmen des Rohstoffabbaus
  • Neuanlage von geeigneten Kleingewässern z.B. im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen oder "Biotopanlagen"
  • Neuschaffung von geeigneten Kleingewässern in teilverfüllten Abbaustellen bis zu ihrer endgültigen Renaturierung

Für die Wechselkröte werden im Rahmen verschiedener Projekte konkrete Maßnahmen zum Schutz der Art umgesetzt. Ein Beispiel dafür ist das BayernNetz Natur-Projekt "Heiden im Münchner Norden" (Landkreise Freising und München, Stadt München).
Im Raum München widmet sich der Landsbund für Vogelschutz seit 2008 intensiv der Wechselkröte und betreut dort das Artenhilfsprogramm. In Augsburg scheint die Art inzwischen ausgestorben zu sein. Ein Wiederansiedlungsprojekt ist dort in Vorbereitung.

Neu gestalteter Wechselkröten-Lebensraum Bild vergrössern Neu gestalteter Wechselkröten-Lebensraum mit großen Rohbodenflächen, Flachwasser-Bereichen und Versteckmöglichkeiten wie Baumstümpfen im Stadtgebiet von Augsburg. Foto: Günter Hansbauer

Mehr Informationen zu Verbreitung, Bestandssituation, Lebensraum, Lebensweise und Gefährdung der Wechselkröte finden Sie bei uns auf der folgenden Seite.

Informationen zum AHP im Raum München finden Sie auf der Seite des dortigen Landesbundes für Vogelschutz (LVB).