Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Moorfrosch

Moorfrosch Bild vergrössern Moorfrosch – deutlich erkennbar ist der meist vorhandene typisch helle Rückenstreifen. Foto: Günter Hansbauer
Steckbrief zum Moorfrosch (Rana arvalis)
Aspekte Erläuterung
Familien Echte Frösche - Braunfrösche
Merkmale Trommelfell deutlich kleiner als das Auge, Abstand zum Auge entspricht fast dem Durchmesser des Trommelfells; meist heller Streifen auf dem Rücken (manchmal nur schwach ausgeprägt), kann auch fehlen; die Männchen sind zur Laichzeit meist blau gefärbt.
Landlebensraum unterschiedliche Lebensräume mit hohen Grundwasserständen oder staunassen Flächen: Bruchwälder, Großseggenrieder, Verlandungszonen von Teichen, Teichdämme, Feucht- und Nasswiesen, feuchte Äcker, ferner auch bodensaure, wechselfeuchte, lichte und unterwuchsreiche Kiefernwälder auf sandigem Untergrund sowie kleinflächig staunasse Bereiche über Tonlinsen und verlandete Entwässerungsgräben.
Fortpflanzungsgewässer gut besonnte, möglichst fischfreie, höchstens mäßig nährstoffreiche, schwach bis mäßig saure Gewässer: in Flussauen (den ursprünglichen Lebensräumen) Altwässer, Wiesen- und Druckwassertümpel, Teiche; außerhalb der Flussauen vor allem gut besonnte Verlandungszonen meist mittelgroßer bis großer Teiche und Weiher.
Laichzeit März/April; fast alle Weibchen eines Gewässers laichen in der Regel innerhalb weniger Tage und verlassen dann das Gewässer wieder. Die Eiablage erfolgt meist in ca. 10 bis 30 cm Tiefe. Wie beim Grasfrosch, aber im Gegensatz zum Springfrosch wird der Moorfroschlaich an einem oder wenigen Laichplätzen innerhalb eines Gewässers lose abgesetzt und nicht an Pflanzen befestigt.
Überwinterung meist an Land, in die Erde eingegraben, seltener im Gewässer.

Verbreitung und Gefährdung

Bayernkarte mit der Verbreitung des Moorfrosches. Die südbayerischen Vorkommen sind vermutlich alle erloschen, nur im Mündungsgebiet der Isar in die Donau besteht noch ein isoliertes Vorkommen. In Nordbayern konnten hingegen durch gezielte Hilfsmaßnahmen etliche Bestände stabilisiert werden Bild vergrössern Verbreitungskarte des Moorfrosches. Gelbe Punkte: Nachweise in der ASK, die vor 1996 erfasst wurden. Grüne Punkte: aktuelle Nachweise seit 1996

Der vom westlichen Mitteleuropa bis weit nach Sibirien verbreitete Moorfrosch hat in im Norden und Osten Deutschlands eine geschlossene Verbreitung.
In Bayern liegen die populationsstärksten Vorkommen in den ausgedehnten Karpfenteichlandschaften in der Oberpfalz und in Mittelfranken. Kleinere Vorkommen grenzen in Oberfranken an, kleinere isolierte Vorkommen gibt es außerdem auch noch in Schwaben und Niederbayern im Isarmündungsgebiet.

Der auf permanent hohe Grundwasserstände oder periodische Überschwemmungen in unterschiedlichen Lebensräumen und auf gut besonnte, möglichst fischfreie, höchstens mäßig nährstoffreiche, schwach bis mäßig saure Laichgewässer angewiesene Moorfrosch leidet besonders unter der Intensivierung der Nutzung der Teiche und des Landlebensraumes sowie an der Zerstörung und Entwertung der Laichgewässer.

Kiefernwald auf sandigem Untergrund Bild vergrössern Sommerlebensräume finden sich häufig in bodensauren, wechselfeuchten, lichten und unterwuchsreichen Kiefernwäldern auf sandigem Untergrund sowie – wie hier im Hintergrund – nassen Bereichen. Foto: Udo Pankratius

Artenhilfsmaßnahmen – Planung und Umsetzung

Für das größte Moorfroschvorkommen in Bayern in der Oberpfalz wurde 2008 eine Datenaktualisierung im Rahmen des Artenhilfsprogramms begonnen. Die Bestands- und Gefährdungsanalyse ergab als wichtigste Faktoren für Bestandsrückgänge des Moorfrosches: die Intensivierung von Teichen, der Verlust von Flachwasserzonen mit Seggen- und Binsenbeständen z.B. durch das Ausbaggern von Verlandungsvegetation, hohe Besatzdichten mit Fischen und Raubfischbesatz, Nährstoffeintrag durch Zufütterung, Entwässerung von Au- und Bruchwaldresten sowie die Auflassung von Teichen mit schwierigen Wasserverhältnissen. Letzteres hat meist das Trockenfallen dieser Gewässer zur Folge.

Zu den wichtigsten Artenhilfsmaßnahmen zählen allgemein folgende:

  • Anlage geeigneter Laichgewässer oder deren Wiederherstellung
  • Moorrenaturierung
  • Aufstauen von Entwässerungsgräben am Moorrand
  • Gewässerpflege z.B. Entnahme von Gehölzen, die frühere oder potenzielle Laichgewässer beschatten
  • Anlage von Pufferstreifen um die Laichgewässer zur Reduzierung von Nähr- und Schadstoffeinträgen aus angrenzenden Intensivnutzungen, sowie Umwandlung von Ackerflächen in extensiv genutzte Gründlandflächen im Umfeld
  • Abfischen von Gewässern
  • Extensivierung von Teichen
  • Wiedervernässung trocken gefallener Moor-, Au- und Feuchtwälder im Umfeld der Laichgewässer
  • Wiedervernetzung von Lebensräumen

Verschiedene Hilfsmaßnahmen wurden bereits umgesetzt, darunter Maßnahmen im Rahmen folgender Naturschutzgroßprojekte des Bundes in den Projektgebieten "Waldnaabtal", Mündungsbereich der Isar" und "Regentalaue". Außerdem Maßnahmen im Zuge des des ABSP-Umsetzungsprojektes "Lebensraumnetz Moorweiher und Niedermoore", sowie mehrere Umsetzungsprojekte der Unteren Naturschutzbehörden (z.B. "Moorweiherprojekt" des Landkreises Erlangen-Höchstadt) und der Staatsforstverwaltung (z.B. "Charlottenhofer Weihergebiet" Landkreis Schwandorf). In den Projektgebieten hat sich die Situation des Moorfrosches stabilisiert und die Bestände haben dort wieder zugenommen.
Das Artenhilfsprogramm wird in den nächsten Jahren (2012 bis 2014) im Bereich der Landkreise Schwandorf und Amberg-Sulzbach fortgesetzt.

Mehr Informationen zu Verbreitung, Bestandssituation, Lebensraum, Lebensweise und Gefährdung des Moorfrosches finden Sie bei uns auf der folgenden Seite.