Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Kreuzkröte

Kreuzkröten Bild vergrössern Zwei Kreuzkröten im Laichgewässer. Foto: Günter Hansbauer
Steckbrief zur Kreuzkröte (Bufo calamita)
Aspekte Erläuterung
Familie Echte Kröten
Merkmale Pupille waagrecht, Iris grünlich; oberseits (oliv-)braun, mit dunkleren olivgrünen bis braunen Flecken und mittig über den Kopf und den ganzen Körper gehender gelber Linie (kann auch fehlen bzw. sehr undeutlich sein); Haut warzig, Warzenspitzen oft rötlich; Hinterbeine relativ kurz, Fortbewegung laufend.
Landlebensraum primäre Lebensräume: trockene, offene Bereiche mit sandigem Boden; heute vor allem sekundäre Lebensräume: Abgrabungen (Kies, Sand), Standortübungsplätze, Brachflächen.
Fortpflanzungsgewässer flache, vollständig oder zumindest gut besonnte vegetationsarme und flache (bis 20 cm tiefe) Gewässer, die auch periodisch austrocknen können; heute hauptsächlich in Abbaustellen (Kies-, Sand- etc. -gruben), Deponien, in durch Niederschläge überschwemmten Bereichen (z.B. Äckern), oder in angelegten Gewässern (Ersatz-/Ausgleichsgewässer).
Laichzeit Mai bis Juli
Überwinterung in Hohlräumen im Boden wie z.B. Kleinsäugerbauten oder eingegraben, z.B. in Böschungen von Kiesgruben.

Verbreitung und Gefährdung

Die Kreuzkröte ist ein typischer Bewohner von Pionierlebensräumen und besiedelt weite Teile Europas. Die überwiegende Zahl der Fundorte Bayerns befindet sich aktuell in Abbaustellen. In je einem Beispielraum in Nord- und Südbayern (Landkreis Forchheim und Landkreis Augsburg) wurde die konkrete Gefährdung vor Ort analysiert und darauf aufbauend Maßnahmenvorschläge entwickelt. Demnach sind Änderungen in der Praxis des Rohstoffabbaus eine wesentliche Ursache dafür, dass die Kreuzkröte in Bayern in den letzten 20 Jahren deutlich zurück gegangen ist. Weitere Faktoren sind die Folgenutzung von Gewässern in Abbaustellen durch Fischerei oder zur Erholung sowie die Sukzession der Landlebensräume und vermutlich auch die Isolationswirkung durch stark befahrene Straßen oder Bebauung.

Rohstoff-Abbaustelle mit offenen Bereichen und Flachwasserzonen Bild vergrössern Ein typischer Lebensraum der Kreuzkröte: Eine Abbaustelle mit offenen Bereichen und Flachwasserzonen. Foto: Günter Hansbauer

Artenhilfsmaßnahmen – Planung und Umsetzung

Die Grundlagen für Artenhilfsmaßnahmen aus dem AHP für die Kreuzkröte (2006 und 2008) sind raumbezogene Konzepte in denen zunächst die Bestandssituation und Entwicklung analysiert und Entwicklungsschwerpunkte definiert wurden.

Geeignete Maßnahmen können im Einzelfall sein:

  • Aufrechterhaltung der für den Pioniercharakter verantwortlichen Nutzung
  • ggf. periodische Wiederherstellung des Pioniercharakters der Landlebensräume
  • Gezielte Förderung von geeigneten Laichgewässern im Rahmen des Rohstoffabbaus
  • Neuanlage von geeigneten Kleingewässern z.B. im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen oder "Biotopanlagen"
  • Neuschaffung von geeigneten Kleingewässern in wiederverfüllten Abbaustellen bis zu ihrer endgültigen Renaturierung
  • In Sonderfällen auch das Sömmern von Teichen, also das Trockenfallen lassen über eine längere Zeit im Sommer

Im Projektgebiet im Landkreis Augsburg werden seit 2012 vom dortigen Landschaftspflegeverband die örtlichen Abbauunternehmer beraten und die Maßnahmen des Artenhilfsprogramms für die Kreuzkröte umgesetzt.

Mehr Informationen zu Verbreitung, Bestandssituation, Lebensraum, Lebensweise und Gefährdung der Kreuzkröte finden Sie bei uns auf der folgenden Seite.