Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Inhalte des Artenhilfsprogramms Wiesenweihe

Kooperation

Personen vor einem Traktor Das Rezept des Erfolges: enge Kooperation von Landwirten, Vogelschützern und Behörden (Foto: C. Pürckhauer)

Es waren Landwirte, die den Lebensraum der Wiesenweihe schufen und es sind Landwirte, die durch ihre hohe Kooperationsbereitschaft entscheidend zum Erfolg des Artenhilfsprogramms beitrugen. Nur weil Vogelschützer, Landwirte und Behörden an einem Strang ziehen, konnte sich der Bestand der Wiesenweihe in Bayern so gut entwickeln. Die Kooperation spielt daher eine ganz zentrale Rolle in diesem Artenhilfsprogramm.

Ziele

Das landesweite Artenhilfsprogramm hat folgende Ziele:

  • Koordination der Schutzmaßnahmen
  • Erfassung von Brutbestand und Bruterfolg
  • Weiterentwicklung des Schutzkonzeptes zur mittel- bis langfristigen Verbesserung der Situation der Wiesenweihe
  • Entwicklung einer sich selbst erhaltenden Population

Startschuss Artenhilfsprogramm

Im Jahr 1999 wurde das Artenhilfsprogramm (AHP) Wiesenweihe vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) eingerichtet. Anders als andere Programme konnte das AHP Wiesenweihe bereits auf einem Artenschutzerfolg aufbauen. Denn das Engagement einer kleinen Gruppe ehrenamtlicher Vogelschützer trug damals bereits erste Früchte.

Mann bringt Jungvogel aus dem Erntebereich Bild vergrössern Früchte des Engagements: Ein Wiesenweihenschützer kontrolliert vor der Ernte, ob die Jungvögel schon flügge sind. Dieser Jungvogel benötigt noch eine Woche bis er fliegen kann. Im Hintergrund – links neben dem Mähdrescher – kann man die Markierung erkennen, die den Nistplatzbereich im Feld kennzeichnet, der vom Landwirt bei der Ernte ausgespart wird, bis die Jungvögel ausgeflogen sind (Foto: C. Pürckhauer)

Erfassung der Neststandorte

Da die Felder häufig zu früh geerntet werden, ist es von entscheidender Bedeutung die Nester rechtzeitig vor der Ernte ausfindig zu machen. Diese herausfordernde und spannende Aufgabe wird von den ehrenamtlichen Vogelschützern des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) übernommen. Denn Wiesenweihen brüten Jahr für Jahr an neuen Standorten und die Nester sind zudem sehr unauffällig.

Nicht abgeerntete Fläche in einem Getreidefeld Die bewährte Restflächenmethode: eine Fläche von 50 x 50 Metern wird rund um das Nest bei der Ernte ausgespart. Hier sind die Jungvögel bis zum Ausfliegen geschützt (Foto: E. Hoh)

Diese Restfläche lässt der Landwirt während der Ernte stehen. Der Landwirt bekommt den entgangenen Ertrag sowie seinen Mehraufwand von den bayerischen Behörden erstattet. Zum Schutz gegen die Bildung von Lagergetreide werden unmittelbar um das Nest die Ähren abgeschnitten. In der Restfläche sind die Jungvögel bis zum Ausfliegen geschützt. Meist sind sie zwei Wochen später bereits ausgeflogen. Dann kann der Landwirt die Restfläche mähen.

Aktiv werden

Möchten Sie mithelfen Wiesenweihen zu schützen?
Dann erwartet Sie eine spannende Aufgabe und wunderbare Erlebnisse in Bayerns Natur. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Weitere Informationen finden Sie beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) unter:

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)
Verband für Arten- und Biotopschutz
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
Tel.: 09174/4775-0
E-Mail: wiesenweihe@lbv.de

Jungvogel Eine junge Wiesenweihe kurz vor dem Ausfliegen (Foto: C. Pürckhauer)

Das Artenhilfsprogramm Wiesenweihe ist nur möglich durch die Zusammenarbeit verschiedener Partner

Auftraggeber und fachliche Betreuung

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Staatliche Vogelschutzwarte mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV)

Projektträger und Gesamtkoordination

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)

Regionale Partner

  • Höhere Naturschutzbehörden, insbesondere an den Regierungen von Unterfranken, Mittelfranken, Schwaben und Niederbayern
  • Untere Naturschutzbehörden, insbesondere an den Landratsämtern Würzburg, Kitzingen, Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim, Schweinfurt, Ansbach, Donau-Ries und Straubing
  • Büro Flora und Fauna Regensburg
  • Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Ostbayern
  • Vogelwarte Radolfzell
  • Deutscher Rat für Vogelschutz (DRV)
  • Sparkasse Mainfranken Würzburg