Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Inhalte des Artenhilfsprogramms Uhu

Die wieder wachsende Gefährdung des Uhus in Bayern einerseits und die Unklarheit über wichtige Gefährdungsursachen andererseits machen es notwendig, dass im Artenhilfsprogramm Uhu praktische Schutzmaßnahmen und Grundlagenerfassung parallel laufen. Zu den derzeit wichtigsten Maßnahmenschwerpunkten des Programms gehören daher:

  • ein jährliches Bestands- und Brutmonitoring auf repräsentativen Probeflächen in Verbreitungsschwerpunkten. Dieses ermöglicht eine verlässliche Beurteilung der aktuellen Situation des Uhus in Bayern und ist Basis für die Planung von Schutzmaßnahmen wie auch für weitere, schutzrelevante Untersuchungen.
Bayernkarte mit markierten Flächen Bild vergrössern Ein intensives Bestands- und Brutmonitoring auf vier Probeflächen in den wichtigsten Verbreitungszentren des Uhus in Bayern schafft die Datenbasis für die Planung von Schutzmaßnahmen. Im Norden ist dies das Gebiet Unterfranken West und Unterfranken Nord, dann die Bereiche Nördlicher und Südllicher Frankenjura und im Süden das Werdenfelser Land. Graphik: Landesbund für Vogelschutz (LBV)
  • die systematische Erfassung aller bekannt werdenden Verluste, um abschätzen zu können, welche Verlustursachen die Bestandsentwicklung maßgeblich beeinflussen und damit vorrangig im Fokus der Maßnahmen zur Stabilisierung der Population stehen sollten.
  • konkrete Schutzmaßnahmen für einzelne gefährdete Uhuvorkommen oder Verbreitungszentren. Diese konzentrieren sich vor allem auf die Sicherung störungsgefährdeter Bruten in klettersportlich intensiv genutzten Regionen wie dem Frankenjura oder der Alpen und die Beschleunigung der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherung problematischer Mittelspannungstrassen durch die Energieversorger.
  • die langfristige Sicherung wichtiger Lebensräume aus zweiter Hand: In der Modellregion Unterfranken treiben Steinbruchbetreiber, Behörden und Verbände in einer gemeinsamen Initiative den Schutz des Uhus in Abbaustätten voran. Insbesondere soll die neue Kooperation dafür sorgen, dass Belange des Uhus in Genehmigungsverfahren wie im Abbaubetrieb stärker berücksichtigt werden und dass nach Abbauende wertvolle Sekundärlebensräume dauerhaft erhalten bleiben.
Uhu-Jungvögel Bild vergrössern Ein Jungvogel pro besetztem Revier ist die notwendige jährlich Mindestreproduktion zum Erhalt einer Population. Eine Zweier-Brut mit 7 und 4 Tage alten Jungen. Foto: G.v.Lossow
  • die Ermittlung der Ursachen für den fehlenden Nachwuchs: Nur in Kenntnis der entscheidenden Faktoren kann es gelingen, den Bruterfolg wieder zu steigern und damit dem befürchteten neuerlichen Bestandsrückgang vorzubeugen. Diese schwierige Detektivarbeit in einer weiterführenden Studie fördert seit 2009 auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Insgesamt soll das Artenhilfsprogramm die aktuelle bayerische Uhupopulation stabilisieren und mittelfristig wieder für so viel Nachwuchs sorgen, dass der Erhalt der Population dauerhaft sichergestellt ist.

Aktiv werden

Haben Sie Hinweise auf Uhu-Vorkommen? Wollen Sie Artenhilfsmaßnahmen für diese imposante Eule unterstützen?

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)
Verband für Arten- und Biotopschutz
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
Tel.: 09174/4775-0
E-Mail: u-lanz@lbv.de

Das Artenhilfsprogramm Uhu ist nur möglich durch die Zusammenarbeit verschiedener Partner

Auftraggeber und fachliche Betreuung

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Staatliche Vogelschutzwarte mit finanzieller Unterstützung des Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (StMUV)

Projektträger und Gesamtkoordination

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)

Überregionale Partner

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Regionale Partner

  • Aktion Wanderfalken- und Uhuschutz e.V. (AWU) (Unterfranken)
  • Deutscher Alpenverein (DAV) (Frankenjura)
  • IG Klettern (Frankenjura)