Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Quellschutz

Quellkartierung, Planung und Finanzierung

Quellen müssen systematisch erfasst werden, um Aussagen über ihren Zustand treffen zu können. Nur so können die richtigen Maßnahmen erarbeitet werden.

Auswahl des Untersuchungsgebietes

Um möglichst erfolgreich Schutz und Renaturierungen von Quellen umsetzen zu können, ist die Vorbereitung ganz entscheidend. Es ist sinnvoll bereits bei der Auswahl des Bearbeitungsgebiets die betreffende Naturschutzverwaltung einzubeziehen. Diese können wertvolle Informationen über bereits bestehende Untersuchungen liefern und ggf. Hinweise zu Gebieten mit prioritärem Handlungsbedarf geben.
Nähere Hinweise zur Planung von Umsetzungsprojekten werden im Teil 3 „Maßnahmenkatalog für den Quellschutz“ gegeben.

Zur Erfassung der Quellen bietet die im Rahmen des Aktionsprogramms erarbeitete Kartieranleitung eine fundierte Grundlage.

Der Beste Zeitpunkt für eine Quellerfassung

Da manche Quellen im Sommer und Herbst zeitweilig versiegen, eignet sich der Winter oder das Frühjahr am besten, um den Quellzustand zu erfassen. Man sollte jedoch die Zeit der Schneeschmelze vermeiden, da hier auch periodische Quellen Wasser führen.

Sichten von Kartenmaterial

Die Topographische Karte im Maßstab 1:25.000 bildet die Grundlage für die Kartierung von Quellen. Sie gibt einen guten Überblick über Relief, Struktur und Nutzung des Untersuchungsgebiets. Möchte man kleinräumigere Untersuchungen durchführen, können auch Luftbilder oder Flurkarten im Maßstab 1:5.000 herangezogen werden.

Vorgehen bei einer Kartierung

Bei einer systematischen Kartierung sollte man sich nach Möglichkeit immer am Gewässerlauf orientieren. Dabei folgt man dem Quellbach vom Bachunterlauf in Richtung Oberlauf/Quellgebiet. Nur so kann man vermeiden, dass man die nicht in der Karte verzeichneten Verästelungen des Quellbaches übersieht.

Hat man die Quelle erreicht, erfasst man sie mit Hilfe des Quellerfassungsbogens.
Der Basis-Bogen beinhaltet die Grundlagen zu Lage, Typ, Struktur und Zustand der Quelle und sollte immer vollständig ausgefüllt werden. Auf der letzten Seite des Basis-Bogens kann der Bearbeiter eine subjektive Werteinstufung der Quelle vornehmen. Diese gibt erste Hinweise auf den Zustand der Quelle (z.B. gefasst oder naturnah) und kann für Folgeerhebungen von großem Nutzen sein.
Mit Hilfe eines GPS-Gerätes oder anhand der topographischen Karte werden die Koordinaten eines jeden Quellstandortes erfasst, so dass die Quellen auch später jederzeit wieder auffindbar sind.

Planung und Finanzierung

Für die Planung bzw. Durchführbarkeit von Maßnahmen ist es entscheidend, ob sich die Fläche in öffentlichem oder privatem Besitz befindet. Werden an einer Quelle Renaturierungsvorhaben angestrebt, ist der zu beteiligende Personenkreis im Vergleich zu einzelnen Naturschutzvorhaben deutlich größer. Neben den Flächeneigentümern und Flächennutzern muss immer auch der Wassernutzer und Wasserrechtsinhaber miteinbezogen werden. Die Machbarkeit einer Maßnahme hängt also nicht nur von einer einzigen sondern von mehreren Personen ab. Im Vorfeld einer Maßnahmenplanung sollte bereits die Finanzierung gesichert werden. Es stehen verschiedenste Fördermöglichkeiten oder Finanzierungswege zur Auswahl. Unterstützung bieten:

  • Landratsämter: Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie
  • Wasserwirtschaftsamt: Richtlinie zur Förderung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen
  • Kommunen: Ökokonto
  • Bayerische Agrarumweltprogramme (Vertragsnaturschutzprogramm, Erschwernisausgleich, Kulturlandschaftsprogramm)

Kleine Maßnahme – Große Wirkung

Um Quellen zu erhalten oder ihre ökologische Funktion wieder herzustellen müssen oft besondere Maßnahmen ergriffen werden, siehe hierzu auch den Maßnahmenkatalog. Diese können nur gemeinsam mit den Eigentümern, Wasserrechtsinhabern und Anliegern umgesetzt werden. Oft sind es sehr einfache Änderungen, die viel bewirken.

Folgende Maßnahmen tragen zum Erhalt und zur Verbesserung von Quellen bei:

  • Rückbau von Quellfassungen nach Beendigung der Wassernutzung
  • An Wegquerungen Rohre beseitigen und so die Durchgängigkeit des Gewässers wieder herstellen (z.B. durch Furten oder unten offene Durchlässe)
  • Verfüllungen, Ablagerungen von Müll oder Bauschutt entfernen
  • Puffer zur landwirtschaftlicher Fläche schaffen
  • Einleitungen stoppen oder verlegen
  • Viehtränken verlegen oder umgestalten, so dass die Tiere den Quellbereich nicht betreten müssen (ggfs. Auszäunung des Quellbereichs)
  • Standortgerechte Waldgesellschaften im Quellumfeld schaffen

Notwendig ist in diesem Zusammenhang auch, die Schutzwürdigkeit von Quellen stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Quellschutz sollte aber nicht als isolierter Einzelbiotopschutz verstanden werden, sondern im Rahmen eines umfassend angelegten Fließgewässerschutzes. Die Renaturierung eines Fließgewässers beginnt an der Quelle.