Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Quellschutz in Bayern

Waldquelle Bild vergrössern Waldquelle (Foto: Julia Römheld, LBV)

Quellen zählen bundesweit zu den gefährdeten Biotopen. Bayern ist mit den Alpen und seinen Mittelgebirgen eines der quellreichsten Bundesländer und trägt damit eine besondere Verpflichtung, sich für deren Erhalt einzusetzen.

Quelle - was ist das?

Quellen sind lokal begrenzte Bereiche, in denen Grundwasser zeitweise oder ständig austritt und oberirdisch abfließt. Sie sind damit Schnittstellen zwischen dem unterirdischen und dem oberirdischen Wasserkreislauf. Das Grundwasser kann dabei aus sehr unterschiedlich großen und geologisch verschiedenen Einzugsgebieten kommen. Die vom Quellwasser beeinflusste Umgebung der Quelle und der Beginn des abfließenden Baches werden zusammengefasst als Quellbereich bezeichnet.

Quellen bieten das ganze Jahr hindurch konstante Umweltbedingungen, auf die hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten angewiesen sind. So beherbergen selbst die unscheinbarsten Quellen besondere Lebensgemeinschaften und sind daher für die Biodiversität von großer Bedeutung. Der Gesetzgeber misst den Quellen als Lebensraum und wegen ihrer Bedeutung für den Gewässerschutz großes Gewicht bei und lässt ihnen daher einen besonderen gesetzlichen Schutz angedeihen.
In der Praxis wurde der Quellschutz bisher aber nicht ausreichend umgesetzt. Naturnahe Quellen sind daher sowohl in ihrem Bestand als auch in ihrer Funktion als Lebensraum massiv gefährdet.

Aktionsprogramm Quellen

Das Aktionsprogramm "Quellen in Bayern" wurde im Jahr 2001 vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUV) auf Anregung des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) ins Leben gerufen. Die Leitung des Projektes hatte das Bayerische Landesamt für Umwelt inne. Eine interdisziplinäre Projektgruppe aus Experten verschiedenster Fachgruppen (Landwirtschaft, Forst, Naturschutz, Wasserwirtschaft) wurde eingerichtet, um Synergieeffekte zu nutzen und eine breite Akzeptanz der Projektziele zu gewährleisten. Ein wesentliches Ziel des Projektes war die Erarbeitung einer Handlungsanleitung für den Quellschutz. Diese mehrbändige Handlungsanleitung liegt seit Ende 2008 in der Reihe "UmweltSpezial" des LfU vor und soll sowohl Fachleuten als auch aktiven Naturschützern als Hilfestellung beim praktischen Quellschutz dienen.

Damit ist eine - in Europa einzigartige - umfassende Grundlage für die Quellschutzarbeit unter wesentlicher Beteiligung des LBV entstanden. Der "Bayerische Quelltypenkatalog" enthält einen Überblick über die verschiedenen Quellformen mit ihrer Vielfalt von Austrittsformen und Substratdifferenzierungen. Der zweite Teil "Quellerfassung und -bewertung" beinhaltet die Methodik zur Zustandserfassung mit Hilfe des Bayerischen Quellerfassungsbogens (BayQEB) sowie zur Bewertung von Quellen. Der dritte Teil, der "Maßnahmenkatalog für den Quellschutz", erläutert anhand vieler Beispiele Renaturierungs- und Optimierungsmaßnahmen an Quellen. Zusätzlich wurden kurze Handreichungen für die Waldwirtschaft, die Forstwirtschaft und Gemeinden erstellt, in denen sich diese Nutzergruppen über den Quellschutz in Bayern informieren können und in denen Beispiele für Renaturierungsmaßnahmen aufgezeigt werden.

Das Aktionsprogramm wird seit 2009 mit einem Quellschutzprogramm fortgeführt. Dabei werden konkrete Quellschutzvorhaben initiiert und Quellschutzmaßnahmen vorbereitet. Hauptziel ist es, den Quellschutzgedanken noch stärker an die Gemeinden und an die Privateigentümer weiterzutragen.