Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) - kreisfreie Städte

Nachdem sich 1990 mit der Fertigstellung zahlreicher Landkreisbände die Anwendung des ABSP auf der Ebene der Landkreise sehr gut bewährt hatte, konnte das Programm auch auf die kreisfreien Städte ausgedehnt werden.
Im Vergleich zu den Landkreisen steht in der Stadt nur ein sehr beschränkter Raum für eine Naturschutzplanung zur Verfügung, auf dessen Freiflächen außerdem ein ungleich stärkerer Nutzungsdruck besteht. Dieser wird von vielfältigen wirtschaftlichen Interessen, den Aufgaben der Stadtverwaltung entsprechend ihrer Funktion als Ober- oder Mittelzentrum sowie vom Erholungs- und Freizeitbedürfnis der Stadtbevölkerung geprägt.
Aufgrund dieser unterschiedlichen Ausgangsbedingungen ergab sich für die Bearbeitung des Stadt-ABSPs eine Änderung der ursprünglichen Konzeption, da sich die Erhaltung und Sicherung von Freiflächen im Stadtgebiet nicht ausschließlich mit Zielen des Arten- und Biotopschutzes begründen lässt.

Als Grundlagen für die Erstellung eines Stadt-ABSP werden daher eine Stadtbiotopkartierung, faunistische Kartierungen, eine Nutzungs- und Strukturtypenkartierung sowie Erhebungen zu Boden, Wasser, Klima und Erholung durchgeführt.

Die Erfordernisse des Arten- und Biotopschutzes werden mit den Ansprüchen der Stadtbewohner auf Erlebbarkeit von Natur, bessere Luft- und Klimaverhältnisse sowie der Sicherung der natürlichen Ressourcen Boden und Grund- bzw. Trinkwasser zusammengeführt. Neben den klassischen Belangen des Arten- und Biotopschutzes werden im Stadt-ABSP also auch die Themen abiotischer Ressourcenschutz mit den Schwerpunkten Boden, Wasser und Klima sowie Formen der naturnahen Erholungsnutzung behandelt und in einen Gesamtzusammenhang gestellt.
Daraus ergeben sich für das Stadt-ABSP folgende Inhalte:

Allgemeine Grundlagen:
Landschafts- und Siedlungsentwicklung, Natur- und Stadträumliche Gliederung, Schutzgebietsvorschläge, Stadtökologisches Leitbild (Maßstab 1:25.000 bzw. 1:50.000)

Abiotische Ressourcen:
Ökologische Bodenfunktionen, Kontaminationsrisiko des Grundwassers, Stadtklima (Maßstab 1:25.000)

Arten und Lebensräume:
Stadtbedeutsame Tier- und Pflanzenarten, Beschreibung der Flora und Fauna, Beschreibung der Lebensräume, Darstellung von Bestand und Bewertung, Formulierung und Darstellung von flächendeckenden Zielen und Maßnahmen (Maßstab 1:10.000)

Naturnahe Erholung:
Naherholungspotenzial der Landschaft, allgemein nutzbare Freiräume, Freiraumverbindungen

Konflikte:
Darstellung von Konflikten mit bestehenden und geplanten Nutzungen (Maßstab 1:25.000)

Ökologische Raumeineinheiten:
Darstellung der Ergebnisse auf der Ebene der ökologischen Raumeinheiten