Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Schienenlärm

Gestörte Nachtruhe

Im allgemeinen wird die Eisenbahn wegen ihres im Vergleich zum Kfz geringeren Energieverbrauchs, ihres relativ geringen Flächenbedarfs und ihrer Abgasfreiheit vor Ort als umweltfreundlicheres Verkehrsmittel angesehen.

Bild vom Rangierbahnhof in München. Er ist von Schallschutzdämmen umgeben. Bild vergrößern Abschirmung eines Rangierbahnhofes (München)

Allerdings gehen erhebliche Schallemissionen von ihr aus. Da an Hauptbahnlinien - im Gegensatz zum Straßenverkehr - die Emissionen nachts eher höher als tags sind, weil nachts die lauten Güterzüge verkehren, stört der Bahnlärm vor allem nachts.

Wird die Bahn leiser?

Güterzüge

In den neunziger Jahren hat die Deutsche Bahn AG im bayerischen Inntal einen "Komponententräger leiser Güterzug" (KLTG) erprobt. Er sollte zeigen, um wie viel leiser Güterwagen gestaltet werden können, wenn man alle technisch sinnvollen Maßnahmen verwirklicht, z.B. Ersatz der Graugußklotzbremsen durch eine leise Bremsbauart, Einbau von Radabsorbern sowie von Schürzen vor den Drehgestellen, Bau von Niedriglärmschutzwänden, akustisches Schienenschleifen. Alle damals an eigens hergestellten Sonderfahrzeugen erprobtem Maßnahmen bewirkten in der Summe eine Pegelminderung von 20 - 23 dB(A) im Vergleich zu einem klotzgebremsten Güterzug ohne Lärmschutzvorkehrungen. Aus Kosten- und Betriebsgründen ließen sich jedoch nicht alle technisch möglichen Schallschutzmaßnahmen verwirklichen. Nach und nach sollen nun die Graugußklotzbremsen durch sog. K-Sohlen aus einem speziellen Kunststoff ersetzt werden. Dies wird die Schallemission um 7 dB(A) vermindern.

Lärmarme Fahrzeugtechnik

Wie beim Straßenverkehrslärm soll auch die Minderung des Eisenbahnlärms an der Quelle beginnen.

Bild der Achse des ICE-2-Zuges Bild der Achse eines ICE-2-Zuges (Quelle: Schrey&Veit GmbH)

Beispiele:
Scheibenbremsen statt Klotzbremsen, Radabsorber, Verkleidungen der Radsätze sowie Schleifen und Erneuern der Gleise.

Nachfolgendes Bild zeigt die Achse eines ICE-2-Zuges. Man erkennt die Scheibenbremsen a und die Radabsorber b an der Radscheibe c. Diese bestehen aus Stapeln von Metallplatten und Elastomerschichten; sie wandeln die Schwingungsenergie in Wärme um. Quelle: Schrey &Veit GmbH.

"Riffeln" lauter als "geschliffen"

Unebenheiten ("Riffeln") auf den Schienen regen die Räder zu Schwingungen und damit zur Schallabstrahlung an. Schnelle IC-Züge auf Betonschwellen mit "verriffeltem" Gleis sind insbesondere im Frequenzbereich zwischen 1000 und 3000 Hz deutlich lauter als mit geschliffenem Gleis. Bei Güterzügen sind nicht nur die schlechten Räder und die Klotzbremsen, sondern auch klappernde Aufbauten, Antriebsgeräusche und andere Lärmquellen maßgeblich, so dass bei diesen Zügen der Einfluss des Schienenschleifens geringer ist.

Nachfolgende Grafiken zeigen im Vergleich die gemittelten, nicht frequenzbewerteten Spektren vorbeifahrender IC-Züge auf Betonschwellengleisen mit verriffelten und geschliffenen Schienen (v=180 bis 200 km/h). Quelle: UBA.

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