Lärm an Brückenfugen vermeidbar

Brückenfugen können so gestaltet werden, dass sie praktisch keinen zusätzlichen Lärm verursachen. Dies haben umfangreiche Schallpegelmessungen des Bayerischen Landesamts für Umweltschutz (LfU) ergeben.

Zwischen den Überbauten und den Widerlagern großer Straßenbrücken befinden sich Fugen, die temperaturbedingte Ausdehnungen ausgleichen sollen. Damit diese von Fahrzeugen gefahrlos gequert werden können, müssen stählerne Übergangskonstruktionen eingebaut werden. Sie sind Unstetigkeitsstellen in der Fahrbahn und verursachen beim Befahren impulshaltige Ratter- und Schlaggeräusche, die die üblichen Fahrgeräusche teilweise deutlich überragen. Je nach Fugenbreite und verwendeter Bauart sind diese Geräusche selbst in größeren Entfernungen noch gut hörbar und führen häufig zu Beschwerden bei Anwohnern.

Das LfU untersuchte die Geräusche verschiedener Bauarten an mehreren Brücken. Die Messungen zeigen, dass Lamellenkonstruktionen deutlich lauter sind als Fingerkonstruktionen oder Lamellenbauweisen mit aufgeschraubten Blechen mit wellenförmigem Fugenverlauf. Die besten Konstruktionen lassen sich aus dem üblichen Vorbeifahrgeräuschen nicht mehr heraus hören. Deutlich hörbare Brückenfugen entsprechen daher nicht mehr dem Stand der Technik. Mit Maßnahmen an der Quelle kann hier viel erreicht werden. Lärmschutzwände an Brücken dagegen können die für die Lästigkeit ausschlaggebende Pegeldifferenz nicht mindern.

Der Untersuchungsbericht des LfU "Schallemissionen und -immissionen von Brückenübergangskonstruktionen" enthält zu den untersuchten Bauarten Messergebnisse. Darauf aufbauend werden konstruktionsabhängige Mindestabstände zu schutzwürdiger Bebauung aufgezeigt und ein Verfahren angegeben, wie die zusätzlichen Geräusche von vorhandenen Fugen in den Beurteilungsvorschriften (Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen - RLS 90) berücksichtigt werden können. In dem Kompendium werden ferner Maßnahmen zur Minderung der Geräusche vorgestellt.