Ruhig wohnen

An Hauptverkehrswegen können Gebäude für Büros oder eine andere geräuscharme Nutzung als Abschirmung für dahinterliegende Wohnungen dienen. Auch eine Randbebauung mit Wohnungen kann sich selbst und dahinterliegende Wohnhäuser wirksam gegen den Verkehrslärm abschirmen. Für sie ist geschlossene Bauweise, eine ausreichende Höhe und eine Orientierung der Aufenthaltsräume auf die vom Lärm abgewandte Gebäudeseite festzusetzen. Bei allseitig einwirkendem Lärm ergibt sich so die historische Blockrandbebauung.

Lärmschutzwälle oder Lärmschutzwände können nicht beliebig hoch gemacht werden. Die geplante Höhe der zu schützenden Bebauung muss dem Rechnung tragen.

Das Obergeschoß straßennaher Gebäude kann zurückgesetzt und durch eine Abschirmwand aus Glas an der vorgelagerten Terrasse zusätzlich geschützt werden.

In DIN 18005 "Schallschutz im Städtebau" sind Rechenverfahren für die Lärmprognose festgelegt. Einem angemessenen Lärmschutz dienen Orientierungswerte:

  • bei reinen Wohngebieten (WR), Wochenendhausgebieten, Ferienhausgebieten:
    • Tag 50 dB(A)
    • Nacht 40 bzw. 35 dB(A)
  • bei allgemeinen Wohngebieten (WA), Kleinsiedlungsgebieten (WS) und Campingplätzen:
    • Tag 55 dB(A)
    • Nacht 45 bzw. 40 dB(A)
  • bei Dorfgebieten (MD) und Mischgebieten (M):
    • Tag 60 dB(A)
    • Nacht 50 bzw. 45 dB(A)

Von den zwei Nachtwerten gilt der niedrigere für den Lärm von Anlagen (Gewerbe, Freizeit, Sport u.ä.), der höhere für Verkehrslärm. Die beiden Lärmarten werden getrennt beurteilt. In schwierigen Fällen gibt es bei Verkehrslärm einen Abwägungsspielraum. Er wird in der Regel durch die Werte der 16. BImSchV begrenzt.