Lachgas - kein Grund zur Freude

Karnevalsmasken Bild vergrössern Die atmosphärische Konzentration von Lachgas zeigt weltweit bislang einen ungebrochenen Aufwärtstrend. Foto: Natis - Fotolia.com

Lachgas (Distickstoffmonoxid, N2O) ist ein farbloses, süßlich riechendes Gas, dessen durchschnittliche Aufenthaltszeit in der Atmosphäre etwa 114 Jahre beträgt. Seine Wirksamkeit als Treibhausgas ist rund 300-mal höher als bei Kohlendioxid (CO2). Deutschlandweit ist Lachgas nach dem Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas.

Der Hauptanteil der Lachgas-Emissionen in Deutschland kam 2010 mit gut 75% aus der Landwirtschaft. Daher sind gerade dort ganz dringend Maßnahmen erforderlich, die die Lachgas-Emissionen effizienter reduzieren. Die Emissionen stammen im Wesentlichen aus der Düngung, dem Weidegang, dem Anbau stickstofffixierender Pflanzen, aus Ernterückständen und der Bewirtschaftung ehemaliger Nieder- und Hochmoorflächen, in denen der Stickstoff bis dahin im Torf fest gebunden war.

Die restlichen Lachgas-Emissionen stammen aus

  • industriellen Prozessen und Produktanwendungen (Herstellung von Salpeter- und Adipinsäure sowie der Einsatz von Narkosemitteln)
  • Abwasserbeseitigung und Kompostierung
  • Feuerungsanlagen und
  • Verkehr.

Während Lachgasemissionen bundesweit zwischen 1990 und 1995 um 8%, bis 1999 sogar um 30% verringert werden konnten, ist seitdem wieder ein Anstieg zu beobachten. Die Rückgänge ließen sich auf verbesserte Technologien im Bereich der industriellen Herstellung von Säuren zurückführen. Durch steigende Produktionsmengen in den letzten Jahren wird das verbesserte Emissionsverhalten jedoch inzwischen kompensiert.

Güllewagen in Betrieb Bild vergrössern Ausbringen von Wirtschaftsdünger verursacht den überwiegenden Teil von Lachgasemissionen in Bayern. Foto: Netzer Johannes - Fotolia.com

In Bayern verursachen die Lachgas-Emissionen gut 9% der gesamten Treibhausgasemissionen. Hauptquelle dieses Gases ist ebenfalls die Landwirtschaft, hier entstehen sie überwiegend bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern (z.B. Gülle, Jauche).