Kohlendioxid - der Löwe unter den Treibhausgasen

Kohlendioxid (CO2) ist das bei weitem bedeutendste Treibhausgas. Seine durchschnittliche Aufenthaltszeit in der Atmosphäre beträgt 120 Jahre.

Grafik zur Temperaturabweichung und der Kohlendioxidkonzentration (letzere ab 1960) von 1950 bis 2010: Beide steigen an. Kohendioxid von etwa 320ppm auf 390ppm; die Temperaturabweichung erhöht sich ab 1970 auf etwa +0,5°C.Bild vergrössern Entwicklung des Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre, der Globaltemperatur und der Sonnenflecken seit 1950.
Grafik: Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, PIK

Aufgrund seines hohen Anteils an den Gesamt-Emissionen steht das Kohlendioxid im besonderen Interesse der Emissionsbetrachtungen und Klimaverhandlungen. Mit dem rapide zunehmenden Verbrauch von Kohle, Erdöl und Erdgas stieg der CO2-Gehalt seit 1860 von einem vorindustriellen Wert von etwa 280 ppm auf heute über 390 ppm an. Nebenstehende Abbildung verdeutlicht den Zusammenhang zur Entwicklung der Globaltemperatur und zeigt die dramatische Steigerungsrate: Für die ersten 50 ppm Erhöhung bis 1970 vergingen etwa 100 Jahre, für die zweiten 50 ppm nur etwa 30 Jahre.

In Deutschland gehen mehr als 45% der anthropogenen CO2-Emissionen vorwiegend auf die Strom- und Wärmeerzeugung zurück. Knapp 20% der Emissionen werden im Verkehrsbereich verursacht. Weitere fast 15% entstehen bei Verbrennungsprozessen im verarbeitenden Gewerbe.
Die übrigen rund 20% stammen aus:

  • privaten Haushalten (Feuerungen)
  • Gewerbe, Handel, Dienstleistungen
  • übrige Verbraucher mit Landwirtschaft, Baugewerbe, Kleingewerbe aller Art und militärische Dienststellen.

In den einzelnen Bundesländern sind die Verhältnisse jedoch durchaus verschieden. In Bayern war 2010 der Anteil der Strom- und Wärmeerzeugung mit nur knapp 21% relativ gering. Dies liegt am überwiegenden Einsatz von Kernenergie und Wasserkraft. Mit gut 34% für den Verkehr und etwa 32% für Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen entfielen die größten Anteile auf diese beiden Sektoren.
(Quelle: Arbeitskreis Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder (2013). Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder.).

Aus einer bewaldeten Erdkugel ragen ringsum rauchende Schornsteine in die LuftBild vergrössern Die Reduzierung von Kohlendioxid ist eine weltweite Kernaufgabe. Foto: cherezoff - Fotolia.com

Die Menge der bayerischen CO2- Emissionen von 84,5 Millionen Tonnen aus dem Bezugsjahr 1990 wird seit 2002 wieder unterschritten und lag in 2008 bei 80,4 Millionen Tonnen. Dies ist vor allem auf die vermehrte Verwendung CO2-armer Energieträger und eine steigende Energieeffizienz zurückzuführen. In Bayern werden derzeit 6,1 Tonnen CO2 pro Jahr und Kopf verbraucht.

Für eine nachhaltige Entwicklung, bei der Klimaschutz eine große Rolle spielt, darf entsprechend den Forderungen des IPCC jeder Erdenbürger nur noch 1,5 Tonnen CO2 im Jahr 2050 ausstoßen. Das veranschaulicht den Weg, der noch zu gehen ist.