Treibhausgasemissionen – Klimabedeutung und Minderung

Klima und Treibhausgase

Eine Dampflokomotive aus den Anfängen der Industrialisierung Bild vergrössern Seit der Industrialisierung werden klimawirksame Gase zunehmend ausgestoßen. Foto: Thaut Images - Fotolia.com

Treibhausgase sind in ihrer natürlichen Konzentration Voraussetzung für alles Leben auf der Erde. Sie lassen das kurzwellige Sonnenlicht fast ungehindert passieren, halten aber die von der Erdoberfläche ausgehende langwellige Wärmestrahlung zurück (natürlicher Treibhauseffekt).
Menschliches Handeln hat zu einem beträchtlichen Anstieg dieser Gase, vor allem dem CO2 geführt. Gleichzeitig gelangten auch neu entwickelte klimawirksame Stoffe wie z.B. FCKW in die Atmosphäre. Dadurch verstärkt sich der natürliche Treibhauseffekt um eine anthropogene Komponente. Die Folgen dieser Erwärmung sind bereits heute spürbar.

Verminderung von Treibhausgasemissionen

Etwa drei Viertel der Treibhausgasemissionen bestehen aus Kohlendioxid (CO2). In den letzten 30 Jahren ist die weltweite CO2- Konzentration um über 60 ppm auf 400 ppm angestiegen. Um nicht mehr beherrschbare Folgen des Klimawandels zu vermeiden, hat sich die Staatengemeinschaft 2010 in Cancún das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf 2°C zu begrenzen. Laut dem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) vom November 2013 sind dafür jedoch weit mehr Maßnahmen erforderlich, als die momentan beschlossenen. So ist es dringend erforderlich, zusätzlich zu den bisher durch die Staaten zugesagten weltweiten Klimaschutzmaßnahmen, im Jahr 2020 etwa 8 bis 12 Gigatonnen Treibhausgase weniger in die Atmosphäre freizusetzen. Damit könnte nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Ausstoß aller Treibhausgase im Jahr 2020 auf 44 Gigatonnen beschränkt werden, was den Temperaturanstieg voraussichtlich auf 2°C begrenzt, bezogen auf das Jahr 1990. Bei einer Überschreitung der 2°C Erderwärmung rechnen Klimaforscher mit hohen unumkehrbaren ökologischen Schäden und immensen wirtschaftlichen Folgekosten. Alle Staaten müssen deshalb in enger Zusammenarbeit bereits jetzt und noch konsequenter als bisher die Treibhausgas-Emissionen reduzieren.

Das sind enorme Herausforderungen für uns alle. Das globale Energiesystem muss auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden: Heizungen, Autos, Fabriken, fossile Kraftwerke. Aber auch die vorhandenen Potentiale, den Energieverbrauch insgesamt zu senken, müssen genutzt werden (v.a. Wärme, Strom, Mobilität). Im Energie-Atlas Bayern finden sie dazu praktische Tipps. Weitere bedeutende Reduktionspotenziale sind durch die Art der Landnutzung, die Nutzung von Roh- bzw. Abfallstoffen und den Einsatz energieeffizienter Technik auszuschöpfen. Dabei spielt Deutschland als wichtige Industrienation mit der Energiewende eine große Rolle.

Bildcollage: Rauchende Fabrikschornsteine, Autostau, Mülldeponie Die Reduktion von Treibhausgasen erfordert ein Umdenken in allen Lebensbereichen.
Fotos: tomas, Alexandra GI, kriss 75 - Fotolia.com

Alle gesellschaftlichen Handlungsträger sind aufgerufen sich zu beteiligen: von der Staatsregierung über Kommunen, Industrie, Handwerk und Handel bis zum einzelnen Bürger. Das verdeutlicht auch das Bayerische Klimaprogramm 2020.