Landnutzung beeinflusst den Klimawandel

Unter Landnutzung versteht man jegliche Art der Verwendung von Böden und Landflächen durch den Menschen. Dabei entscheidet die Nutzung, z.B. als Siedlungs- und Verkehrsfläche, Nadel-oder Mischwald, Wasserfläche oder Feuchtgebiet, Acker- oder Grünland maßgeblich über die Stoffkreisläufe.

Land- und Forstwirtschaft – produktive Beiträge zum Klimaschutz

Hügelige Wiesen- und Waldlandschaft Bild vergrössern In Bayern werden etwa 85% der Fläche land- und forstwirtschaftlich genutzt. Foto: andreas - Fotolia.com

Ein Großteil der Fläche Bayerns ist land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche. Daher kann die Land- und Forstwirtschaft durch die Art der Bewirtschaftung einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mineralischer Stickstoffdünger setzt z.B.
1 bis 3% des Stickstoffs als Lachgas in die Atmosphäre frei.
Methanemissionen können durch Veränderungen der Stall- und Güllewirtschaft vermindert werden. Umfangreiche Einsparmöglichkeiten eröffnet außerdem die Gülleverwertung in Biogasanlagen.
Weitere Schlüsselwörter zur Reduzierung der Emissionen klimarelevanter Gase in der Landwirtschaft heißen:

  • angepasste Viehhaltung und Düngewirtschaft
  • Schutz und Renaturierung bewirtschafteter Niedermoore
  • Senkung des allgemeinen Energieverbrauchs
  • Vermeidung von Grünlandumbruch.
Eine Biogasanlage befindet sich hinter einem blühenden Rapsfeld Bild vergrössern Der Anteil der Biomasse an erneuerbaren Energien liegt in Bayern bei über 25%. Foto: Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Durch die Erzeugung von Biomasse als erneuerbare Energieform tragen Land- und Forstwirtschaft bereits heute zum Aufbau einer Kohlendioxidarmen Energieversorgung bei. Energie aus Biomasse kann durch Verbrennung, Vergasung oder durch Verflüssigung freigesetzt werden.
So trägt derzeit die Forstwirtschaft mit der Bereitstellung von Brennholz den größten Anteil an der in Bayern für energetische Zwecke genutzten Biomasse.
Zusätzlich wurden 2011 knapp 8% des Gesamtstromverbrauchs in Bayern durch Bioenergie hauptsächlich aus Biogasanlagen gedeckt. Das Bayerische Energiekonzept "Energie innovativ" sieht bis 2021 eine Steigerung auf 10% vor.

In der Landwirtschaft ist eine stringente Beachtung ökologischer Rahmenvorgaben wichtig, um mögliche negative Effekte auf die Umwelt zu verhindern bzw. zu minimieren. Die Hauptprobleme liegen dabei nicht im Anbau von Energiepflanzen selbst, sondern in den Auswirkungen, die sich mit der Intensivierung der Flächen einstellen. Damit der verstärkte Anbau von nachwachsenden Rohstoffen in Zukunft nicht zu Lasten der Umwelt geht, haben die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und das Bayerische Landesamt für Umwelt gemeinsam Anbau- und Nutzungsempfehlungen für Energiepflanzen erarbeitet.

Ausführliche Informationen zur energetischen Nutzung von Biomasse stellen der Energie-Atlas Bayern und das Ökoenergie-Institut Bayern (ÖIB) bereit.

Moore als Treibhausgas-Senken

Ein Ökosystem gilt dann als Kohlendioxid (CO2)-Senke, wenn es mehr CO2 aufnimmt als es abgibt. Wälder, Feuchtgebiete und Moore entziehen der Atmosphäre CO2 und speichern den darin enthaltenen Kohlenstoff als Biomasse. Bewirtschaftung und Management dieser Ökosysteme entscheiden über die Dauer der Kohlenstoffspeicherung.

Moor Bild vergrössern Moore sind große Wasser- und Kohlenstoffspeicher. Foto: Cachaco - Fotolia.com

Die Moore Bayerns bedecken mit nahezu 200.000 Hektar 2,8% der Landesfläche. Die Renaturierung von Mooren kann damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dabei müssen naturschutzfachliche Kriterien und Erfordernisse des Klimaschutzes Hand in Hand gehen.

Das Klimaprogramm Bayern 2020 hat deshalb bereits Maßnahmen zur Erhaltung und Renaturierung von Auen und Mooren aufgenommen. Ebenso finden sich dort Maßnahmen zur Förderung einer klimafreundlichen landwirtschaftlichen Nutzung von Niedermoorstandorten einschließlich der Rückumwandlung von Ackerflächen in wieder vernässtes Grünland.