Klimaschutz durch nachhaltigen Konsum

"Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft. Die Menschheit, das menschliche Leben, jedes Leben kann sich auf dieser Erde nur im Einklang mit der Natur entfalten, nicht gegen sie. Sonst zerstört es sich selbst. Langfristig ist deshalb auch ökonomisch nur sinnvoll, was ökologisch vernünftig ist."
(Bundespräsident Joachim Gauck, 2012)

Über eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft entscheidet neben dem Staat, der Wirtschaft oder technologischen Neuerungen vor allem das Konsumverhalten der Menschen im Land.
Jeder einzelne Verbraucher sollte sich seiner Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung bewusst sein. Und diese bedeutet auch die Anpassung von Lebens- und Konsumstilen. Der eigene Konsum und viele Verhaltensweisen sind für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung von entscheidender Bedeutung und sollten hinterfragt – welches Maß an Konsum ist ausreichend und genügend? - und langfristig verändert werden. Denn der jetzige ist mit seinem hohen Ressourcenverbrauch weder zukunftsfähig hinsichtlich der Verantwortung für künftige Generationen, noch fair im Hinblick auf eine gerechte globale Verteilung der natürlichen Ressourcen.

Sperrmüll am Straßenrand Bild vergrössern Menge, Qualität und Gebrauchsdauer einzelner Produkte sowie deren Entsorgungsweg beeinflussen die persönliche Energiebilanz. Foto: trendobjects - Fotolia.com

Beispielsweise wird heute über 10mal mehr Kleidung gekauft, als noch vor 30 Jahren. Auch ist der Fleischverbrauch enorm gestiegen, weltweit hat er sich in den letzten 40 Jahren verdoppelt.
Mit seinem Konsumverhalten kann jeder Verbraucher seine eigene Umweltbilanz verbessern: weniger, jedoch besser und bewusster!
Dabei bedeutet Verzicht nicht Verlust an Lebensqualität, sondern kann durch bewusstes Konsumieren von Gütern und Dienstleistungen ein Gewinn an Freiheit und Genuss bedeuten. Langfristig können dabei sogar Kosten gespart werden.
Es ist wichtig, Konsumentscheidungen an Nachhaltigkeitskriterien gezielt auszurichten. Dabei kann jeder Einzelne die Umweltfolgen seines Konsums beeinflussen:

  • Umweltfreundlich: regenerative Energiequellen nutzen, effizientes Heizsystem installieren, auf optimale Wärmedämmung des Hauses achten, Energie- und Ökobilanzen der Produkte beachten, schadstoffarme Produkte wählen, Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft bevorzugen.
  • Regional: Produkte aus der Region kaufen, Aufträge an ortsansässige Handwerker vergeben, saisonale Lebensmittel kaufen.
  • Fair: Produkte aus fairem Handel mit Entwicklungsländern und aus benachteiligten Regionen den Vorzug geben.
  • Mobilität: Öfter mal mit dem Fahrrad fahren (vor allem Kurzstrecken) und den ÖPNV nutzen. Carsharing und Mitfahrzentralen bieten kostengünstige Mobilitätsalternativen.
  • Planung: Nur wirklich benötigte Produkte anschaffen. Lebensmittel nicht verderben lassen, da dann der Energie- und Ressourcenverbrauch zur Herstellung umsonst war.

 Auf einer Hand vor einem blauen Himmel befindet sich ein grüner Hügel, auf dem ein von Windrädern und Photovoltaik umringtes Haus steht Bild vergrössern In Deutschland wächst der Anteil erneuerbarer Energien stetig. Foto: Sergey Nivens - Fotolia.com

Bund, Länder und Gemeinden, aber auch manche Energieversorger, bieten vielfältige Beratungen und Förderungen in den Bereichen Wärmeschutz und Heizenergieeinsparung an. Eine Vielzahl von Tausch- und Leihbörsen haben sich aufgrund der Nachfrage der Bevölkerung gegründet. Tipps und Anregungen für die eigenen Konsum- und Lebensgewohnheiten finden Sie unter weiterführende Informationen.

Die Wirtschaft muss sich auf den Klimawandel, steigende Rohstoffknappheit und damit steigende Kosten einstellen. Daher fühlen sich bereits heute viele Firmen aus eigenem Interesse, aber auch aus Überzeugung einer effizienten und möglichst nachhaltigen Produktionsweise verpflichtet. Ziel dieser Entwicklung muss sein, Ökonomie und Ökologie mit den sozialen Aspekten in Einklang zu bringen.
Dafür schafft der Staat die gesetzlichen Rahmenbedingungen und bietet finanzielle Anreize. Hinsichtlich einer vom Leitbild der Nachhaltigkeit geprägten Politik – also einer sinnvollen Verbindung von wirtschaftlichem Fortschritt, Schutz der natürlichen Umwelt und Förderung sozialer Belange – sind die ersten Schritte getan. Weitere müssen jedoch folgen.