Klimaschutz in Bayern

Der Freistaat Bayern setzt mit Hilfe des "Klimaprogramms Bayern 2020" die internationalen und nationalen Bestrebungen zum Klimaschutz auf Landesebene fort.
Kernpunkte des Bayerischen Klimaprogramms sind:

  1. Reduzierung der Treibhausgasemissionen
  2. Anpassung an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels
  3. Unterstützung der Ziele durch Forschung und Entwicklung.

Bayern hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2020 deutlich unter 6 Tonnen pro Kopf und Jahr zu senken. Der vorzeitige Verzicht auf die Kernenergie in Bayern und die damit verbundene Versorgungslücke werden durch einen verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien und einer höheren Nutzung von Erdgas ausgeglichen (Energiewende). Mit der Erdgasnutzung sind allerdings höhere CO2-Emissionen verbunden. Ein Ausgleich soll durch verstärkte Anstrengungen bei Energieeinsparungen und Effizienzsteigerung in den Bereichen Wärme und Mobilität erfolgen.

Es reicht nicht aus, dem Klimawandel allein durch die Reduktion von Treibhausgasen zu begegnen. Deshalb ist die zweite Säule der bayerischen Klimapolitik die Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels. Die Folgen können jeden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich betreffen. Deshalb hat die Staatsregierung 2009 die "Bayerische Klima-Anpassungsstrategie (BayKLAS)" vorgestellt. Schwerpunkte sind z.B. die dynamische Anpassung des Hochwasserschutz-Aktionsprogramms 2020, Waldumbau und Schutzmaßnahmen im Bergwald.

Die Entwicklung und Fortschreibung des Bayerischen Klimaprogramms wird seit April 2007 vom Bayerischen Klimarat begleitet. Dieses unabhängige Gremium aus Wissenschaftlern berät die Staatsregierung in ihrer Klimapolitik bei wissenschaftlichen, umwelttechnischen und wirtschaftlichen Fragestellungen.

Mit vereinten Kräften für den Klimaschutz

Viele Hände deuten mit zu einem 'V' gespreizten Fingern auf eine Erdkugel Bild vergrössern Nur zusammen sind wir erfolgreich. Foto: alphaspirit - Fotolia.com

Bayern hat als erstes Bundesland eine Klima-Anpassungsstrategie vorgestellt. Sie beinhaltet 16 Handlungsfelder wie Wasserwirtschaft, Raumordnung und Tourismus und gibt Handlungsoptionen an, mwie man den Folgen des Klimawandels begegnen kann. Auch im Klimaprogramm Bayern 2020 werden nahezu alle gesellschaftlichen Handlungsbereiche angesprochen. Denn Klimaschutz kann nur gelingen, wenn die Bayerische Staatsregierung mit möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen zusammen arbeitet. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde 2004 die Bayerische Klima-Allianz gegründet. Mitglieder sind z.B. der Bund Naturschutz, die beiden großen christlichen Kirchen und der Bayerische Landkreis- und Gemeindetag. Die Klima-Allianz organisiert jährlich die "Bayerische Klimawoche" mit einer Vielzahl von Veranstaltungen unter Beteiligung der breiten Öffentlichkeit.

Die gesellschaftlichen Gruppen werden durch zahlreiche Angebote der Bayerischen Staatsregierung bei der Bewältigung der Aufgabe Klimaschutz unterstützt.

Die Bayerische Energieagentur "Energie Innovativ" (EI) ist eine wichtige Informationsstelle zum Umbau der Energieversorgung Bayerns. Der Internetauftritt und Publikationen von Energie Innovativ informieren die Bürger, Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft über wichtige Fragestellungen. Sie steht mit den betroffenen Verbänden und Institutionen in einen intensiven Informationsaustausch.

Der Energie-Atlas Bayern ist ein bewährtes Internet-Portal der Bayerischen Staatsregierung. Es stellt in Form von eng miteinander verzahnten, interaktiven Karten und Texten eine Fülle von Informationen zu erneuerbaren Energien, zur Energieeffizienz und zum Energiesparen kostenlos bereit. Zielgruppen sind Bürger, Unternehmen, Kommunen und Behörden.

Bildschirmausschnitt des 'Energie-Atlas Bayern' Der Energie-Atlas Bayern mit Informationen zur Energiewende

Das Ökoenergie-Institut Bayern (ÖIB) am Bayerischen Landesamt für Umwelt steht als kompetenter Ansprechpartner für Technik- und Umweltfragen von Ökoenergien zur Verfügung. Es pflegt und entwickelt den Energie- Atlas Bayern weiter und unterhält eine telefonische Infoline für alle Fragen zu Ökoenergie. Regionale, innovative und praxisorientierte Strategien, Modellprojekte und Forschungsvorhaben werden von ihm in enger Kooperation mit regionalen Akteuren und Entscheidungsträgern (insbesondere Kommunen, Energieagenturen) entwickelt und unterstützt. Das Ökoenergie-Institut Bayern arbeitet der Energieagentur "Energie Innovativ" zielgerichtet zu und ist fachlich dem bayerischen Wirtschaftsministerium unterstellt.

Das Infozentrum UmweltWirtschaft (IZU) des Bayerischen Landesamts für Umwelt informiert Unternehmen zum Thema Klima- und, Umweltschutz aber auch seit neuestem zum Thema Nachhaltigkeitsmanagement. Wesentliche Aspekte sind dabei der effiziente Einsatz von Energie und die Nutzung erneuerbarer Energien. Beispiele aus der Praxis, Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie Informationen zum rechtlichen Hintergrund dienen als konkrete Hilfestellung.

Bildschirmausschnitt des 'Infozentrum UmweltWirtschaft' Das Infozentrum UmweltWirtschaft (IZU) informiert zum Klima- und Umweltschutz