Klimabeobachtung

Wetter kann jeder fühlen – Klima ist Statistik

Klima und Wetter sind zwei Begriffe, die sie sich grundlegend unterscheiden:

Ein Mann sitzt auf vier Koffern und blickt mit einem Fernglas in die Ferne Bild vergrössern Temperaturen können seit ca. 500 Jahren nachvollzogen werden. Foto: olly - Fotolia.com

Das Wetter ist jederzeit spürbar: Sonne, Regen, Kälte, Nebel. Es kann sich sehr schnell ändern und lokal stark unterscheiden. Ein Regenschauer kann beispielsweise nur in einem Teil der Stadt auftreten.

Dagegen ist das Klima die Gesamtheit der Wetterzustände an einem Ort über einen Zeitraum von 30 Jahren. Das Klima kann man daher nicht fühlen, es ist sozusagen "Statistik". Es wird gekennzeichnet durch die Auswertung langjähriger meteorologischer Messwerte wie Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchte oder Sonnenscheindauer für einen Ort.

Anzeichen des Klimawandels

Die Entwicklung vom Affen bis zum Menschen ist in fünf Etappen dargestellt Bild vergrössern Die Erde hat eine lange Entwicklungsgeschichte. Die des Menschen ist im Vergleich dazu sehr kurz. Foto: saschi79 - Fotolia.com

Im Laufe der Erdgeschichte traten immer wieder Veränderungen des Klimas auf. Vor ca. 150 - 60 Millionen Jahren (Jura-, Kreidezeit) hatten wir in "Bayern" sogar ein tropisches Klima. Diese Klimaänderungen entstanden unter anderem durch Vulkanismus, Veränderungen der Erdbahn um die Sonneund der Erdachsenneigung über sehr lange Zeiträume (Hunderttausende bis Millionen Jahre) hinweg.
Auch in der jüngsten erdgeschichtlichen Vergangenheit, dem Holozän und bis heute schwankt das Klima – Eis- und Warmzeiten wechseln sich aufgrund veränderter Sonneneinstrahlung ab. Die letzte Eiszeit hatte ihren Höhepunkt vor etwa 21.000 Jahren und ging vor etwa 10.000 Jahren zu Ende.

Grafik mit stetig ansteigender Kurve für Kohlendioxid (in ppm) ab 1958 (etwa 318 ppm) bis 2010 (etwa 400 ppm) Bild vergrössern Der Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre (Mauna Loa, Hawaii) ist durch den Verbrauch fossiler Energieträger in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen (aus: IPCC 2013)

Lassen sich also die relativ langfristigen Änderungen der Klimaverhältnisse bis in das 19. Jahrhundert hinein mit natürlichen Ursachen gut erklären, ist dies für die Klimaänderungen seit Beginn der Industrialisierung allein nicht mehr möglich. Unser verstärkter Ausstoß von Treibhausgasen durch den steigenden Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas, aber auch die z.T. massiven Änderungen der Landnutzung lassen den CO2-Gehalt in der Atmosphäre seitdem stetig steigen und verstärken dadurch den natürlichen Treibhauseffekt. In der Folge kam es innerhalb der letzten 50 bis 100 Jahre bereits zu einschneidenden Veränderungen vieler Klimakenngrößen wie Temperatur oder Niederschlag – dem sogenannten anthropogenen Klimawandel. Es wird wärmer, die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge ändert sich und die Wetterextreme nehmen zu. Die Auswirkungen dieses Wandels sind bereits in unterschiedlicher Weise sichtbar und fühlbar, je nachdem, wo wir leben.