Klimabeobachtung – weltweit

Kurz nach der Verabschiedung der Klimarahmenkonvention auf der 1. UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro wurde das globale Klimabeobachtungssystem Global Climate Observing System (GCOS) ins Leben gerufen. Im Rahmen des GCOS erfolgt eine weltweite Überwachung klimatischer Kenngrößen wie z.B. Temperatur, Niederschlag, Wind, Treibhausgaskonzentrationen oder Zustand der Gletscher und Eiskappen. Dadurch wird eine langjährige Erfassung des vom Menschen verursachten Klimawandels ermöglicht. Die ausgewerteten Daten aus diesem Beobachtungssystem sowie einer Vielzahl von Messsystemen anderer Träger und Einrichtungen werden vom Intergovernmental Panel on CLimate ChangeIPCC gesammelt und beurteilt. Aus diesen Forschungsergebnissen erstellt der IPCC regelmäßige Berichte, die insbesondere für die Verhandlungen zur Umsetzung der Ziele der Klimarahmenkonvention und die internationale Klimaschutzpolitik genutzt werden.

Abwicklung der Erde mit farblicher Darstellung der Veränderung der Oberfklächentamperaturen Bild vergrössern Veränderung der globalen Oberflächentemperatur im Zeitraum von 1901 bis 2012 - Zusammenfassung für Entscheidungsträger S.6; Beitrag Arbeitsgruppe I "Wissenschaftliche Grundlagen" zum 5. Sachstandsbericht 2014 - IPCC

Der Teilbericht 1 des 5. Sachstandsberichts des IPCC (2013) widmet sich den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Deutlich zu beobachten ist eine globale Erhöhung der Durchschnittstemperatur der Atmosphäre und der Meere. Zwischen 1880 und 2012 hat sich die durchschnittliche Lufttemperatur um 0,85 °C erhöht. In der Nordhemisphäre war die letzte 30-jährige Periode (1983 bis 2012) die wärmste seit 1.400 Jahren.

Der globale Temperaturanstieg wirkt sich auch auf den weltweiten Wasser- und Stoffkreislauf aus. Bereits beobachtbare Phänomene sind:

  • Meeresspiegelanstieg um 3,2 mm pro Jahr
  • Weltweite Veränderung von Verteilung und Ausmaß der Niederschläge und in Folge dessen die Häufung von Extremereignissen wie Hochwasser, Starkregen oder Trockenheit
  • Gletscherschmelze
  • Versauerung der Ozeane
  • Verschiebung der Klimazonen und Jahreszeiten
  • Verschiebung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten
  • Auftauen von Permafrostböden

Eine fast eisfreie Arktis, auf den Bergen im Hintergrund liegt Schnee, im Vordergrund schwimmen Eisschollen Bild vergrössern Die globale Erwärmung bewirkt ein Abschmelzen der polaren Eiskappen. Foto: rigamondis - Fotolia.com

Das Klima der Erde hat sich nicht in allen Regionen der Erde gleichermaßen verändert. Ein Vergleich zwischen Wettermessungen von 1901 bis 1930 und 1971 bis 2000 zeigt, dass einige wenige Regionen sogar kühler geworden sind. Auch für die Entwicklung des Niederschlags lässt sich eine Art Mosaik aus trockener und feuchter gewordenen Gebieten erkennen. Veränderungen der Niederschlagsmengen können sehr problematisch sein. Viele Regionen, zum Beispiel in Afrika oder Südamerika, aber auch im Osten Deutschlands, die ohnehin schon unter Wassermangel litten, sind noch trockener geworden. In Bayern ist davon vor allem der Nordwesten betroffen.

Das Klimasystem unserer Erde ist gekennzeichnet vom Ineinandergreifen unterschiedlicher Prozesse und Kreisläufe. Wenn einzelne Komponenten, wie die Treibhausgas-Konzentration und die damit zusammenhängende Luft-Temperatur sich verändert, kann dies durch die weitreichenden Abhängigkeiten zu erheblichen Konsequenzen führen. Das Klimasystem reagiert bei bestimmten Größenordnungen des Temperaturanstiegs mit starken Veränderungen im System. So genannte Kipp-Punkte im Klimasystem, beispielsweise das Auftauen der Permafrostböden in der Arktis und die Freisetzung des dort bisher gebundenen Kohlenstoffs oder die Versauerung der Ozeane und eine dadurch bedingte Abnahme der Aufnahmekapazität für CO2 können überschritten werden und den Klimawandel weiter antreiben.

Luftaufnahme einer arktischen Landschaft mit vernässten Stellen Bild vergrössern Oberflächennah aufgetauter Permafrostboden der Arktis

Sind solche Kipp-Punkte erreicht, können diese Systeme nicht mehr in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, die langfristigen Folgen für unser Klima sind gravierend.

Dies zu verhindern, ist ein weiterer Grund die anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen drastisch zu reduzieren.