Klimabeobachtung in Bayern

Seit hundert Jahren wird es in Bayern wärmer

In einem Diagramm sind die Jahresmittelwerte der Temperaturen von 1781 bis 2012 dargestellt. Es ist ein Anstieg von ca. zwei Grad Celsius zu erkennen. Bild vergrössern Jahresmittelwerte der Temperatur von 1781 - 2012, gemessen an der Messstation Hohenpeißenberg.
Grafik: Deutscher Wetterdienst (DWD)

Den Untersuchungen im Rahmen des KLIWA-Projektes zur Folge, ist in Bayern das Jahresmittel der Lufttemperatur mit rund
1,1°C seit 1931 stärker gestiegen als der globale Wert von 0,7°C. Die stärkste Erhöhung vollzog sich in den letzten beiden Jahrzehnten, war regional jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt. In den Alpen fiel die Erwärmung in den vergangenen 50 Jahren doppelt so hoch aus wie im globalen Durchschnitt.

Ein besonders charakteristisches Merkmal des Klimawandels ist die jahreszeitliche Veränderung der gemessenen Größen.

Nassere Winter und trockenere Sommer

Eine überflutete Fläche. Drei Leute stehen auf einer Bank, um keine nassen Füße zu bekommen Bild vergrössern Starkregen können in Folge des Klimawandels vermehrt auftreten. Foto: Daniel Strauch - Fotolia.com

Die Niederschlagsverteilung ist in Bayern regional sehr unterschiedlich. Die niederschlagsarmen Regionen Mittel- und Nordwestbayerns stehen den niederschlagsreichen Gebieten der Mittelgebirge (Spessart, Jura, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald) und des Alpenvorlands mit den Alpen gegenüber. Damit erklären sich auch die deutlichen Unterschiede im Wasserdargebot: Das natürliche Angebot an Wasser ist im Süden Bayerns rund dreimal so groß wie im trockenen Franken.

Wo bleibt der Schnee?

Zwei Personen bei einer Schneeballschlacht Bild vergrössern Ist das ein seltener Spaß in der Zukunft? Foto: Franz Metelec - Fotolia.com

Seit 1970 lässt sich laut dem Deutschen Wetterdienst DWD ein klarer Trend zu schneeärmeren Wintern beobachten. Insbesondere in den unteren und mittleren Höhenlagen hat die Schneedeckendauer aufgrund höherer Lufttemperaturen zwischen Dezember und März abgenommen.

Die bayerischen Skigebiete sind vom Klimawandel mit milderen Wintern betroffen. Der DWD hat die Daten seiner Wetterstationen jeweils für die Monate Dezember bis April im Zeitraum 1970 bis 2010 ausgewertet. Sie stellten fest, dass im Berchtesgadener Land die Folgen des Klimawandels bereits am deutlichsten spürbar sind. Die Tage mit ausreichender Schneehöhe für den Skibetrieb gingen von 1970 - 2010 um 33 Tage zurück. Die Zugspitz-Region musste bisher einen Rückgang von 9 Tagen pro Jahr verkraften. Die Klimaforscher des DWD gehen davon aus, dass sich diese Trends in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen und dann weitere deutsche Wintertourismusregionen betroffen sein werden.

Literatur

Enders, G. et al. (Hrsg.) (1996): Klimaatlas von Bayern / Bayerischer Klimaforschungsverbund, BayFORKLIM. München, 48 S., 57 Bl. : graph. Darst., zahlr. Kt., ISBN 3-00-000638-9.