Klimaanpassung - weltweit

Eisbrocken verschiedener Größe treben im Meer vor der Gletscherzunge Bild vergrössern Das starke Abtauen des arktischen und antarktischen Eises könnte den Anstieg des Meeresspiegels um einige Meter bewirken. Die Abschätzung des Anstiegs ist derzeit noch sehr schwierig. Foto: finecki - Fotolia.com

Der steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher oder die Häufung extremer Wetterereignisse sind nur wenige Beispiele dafür, mit welchen Folgen des Klimawandels wir es schon heute weltweit zu tun haben. Die Entwicklungsländer sind davon am stärksten betroffen. Viele mögliche indirekte Auswirkungen wie veränderte Ökosysteme, Wassermangel, Missernten, Umsiedlungen, zunehmende Krankheiten, Klimaflüchtlinge, militärische Konflikte lassen erkennen, welche umfassenden Aufgaben noch vor uns liegen.

Der internationale Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen der Klimaveränderung sind die größten globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert.

Die Vereinten Nationen haben 1992 mit der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) eine internationale Handlungsgrundlage für den Kampf gegen den Klimawandel geschaffen.
Darin verpflichten sich die Industrieländer als Hauptverursacher des Klimawandels unter anderem, die Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Konkrete Maßnahmen dazu werden auf den jährlich stattfindenden Konferenzen der momentan 194 Vertragsstaaten verhandelt.

verschiedene Nationalflaggen an Fahnenmasten Bild vergrössern 194 Staaten haben unsere Zukunft in der Hand. Foto: Marcel Schauer - Fotolia.com

So war in Cancún 2010 die Verabschiedung von Anpassungsmaßnahmen besonders betroffener Staaten mit entsprechender Finanzierung (Green Climate Fund) eines der wesentlichen Ergebnisse. Gegenwärtig arbeiten die Vertragsstaaten intensiv daran, die Verhandlungen für ein globales, langfristiges Klimaschutzabkommen voranzubringen. Dieses soll 2015 in Paris beschlossen werden und spätestens im Jahr 2020 in Kraft treten.

Mit der Unterzeichnung der UN-Klima-
rahmenkonvention (UNFCCC) hat sich Deutschland verpflichtet, die Entwicklungsländer bei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels sowie bei der Finanzierung von Maßnahmen zum Klimaschutz zu unterstützen. Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren ihr Engagement in diesem Bereich systematisch ausgebaut: Im Jahr 2011 lagen die Investitionen für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern bei rund 1,54 Milliarden Euro.

Trinkwasser läuft aus einem Wasserhahn in die Hand eines afrikanischen Menschen Bild vergrössern Besonders in Trockenzeiten wird die Wasserversorgung zunehmend schwieriger. Foto: africa - Fotolia.com

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert seit 2008 unter anderem zahlreiche Länder mit Klimaprojekten, welche die Anpassung an die Folgen des Klimawandels voranbringen sollen. Das Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat das Ziel, die Klimaforschung international effektiver zu vernetzen und möchte dabei Wissen von den Grundlagen bis zur praxisorientierten Anwendung einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Beispiele hierfür sind klimaangepasste Landnutzungskonzepte oder die Herausforderungen bei der Sicherstellung der künftigen Wasserversorgung. Auch im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist die Finanzierung von Klimamaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zur Anpassung an den Klimawandel bereits seit Längerem zentraler Bestandteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Kooperationsländern weltweit.

Auch Bayern ist mit Anpassungsprojekten international vertreten. Beispielsweise wird in dem bayerisch-kanadischen Projekt QBIC3 ein Flussgebietsmodell entwickelt, das die Grundlage zur Erarbeitung von Anpassungsoptionen für die Wasserbewirtschaftung an die regionalen Folgen des globalen Klimawandels bildet.
Unter der Gesamtleitung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) wurde das Projekt AdaptAlp (Adaptation to Climate Change in the Alpine Space) ins Leben gerufen. Innerhalb des Projektes wurden Strategien erarbeitet, wie auf einen Klimawandel im Alpenraum reagiert werden kann.

Viele private Organisationen und nicht zuletzt die Wirtschaft engagieren sich weltweit beispielsweise im nachhaltigen Ressourcenmanagement sowie bei innovativen Umwelt- und Energietechnologien.
Allgemein muss sich Deutschland auf politischer Ebene weiter dafür einsetzen, zwischen den Verhandlungspositionen der verschiedenen Länder Brücken zu bauen und Koalitionen für anspruchsvollen internationalen Klimaschutz zu bilden.