Anpassung an den Klimawandel

Der IPCC versteht Klimaanpassung als Prozess, in dem man sich auf das aktuelle und zukünftige Klima mit seinen positiven wie negativen Folgen einstellt.

Das Klima verändert sich bereits weltweit. Es ist ein schleichender Prozess. Deswegen wird der Klimawandel vielen Menschen oft erst durch extreme Wetterereignisse ins Bewusstsein gerufen. Der Sonderbericht (SREX) des IPCC vom November 2011 prognostiziert für die Zukunft eine Zunahme der Extremwetterlagen durch den Klimawandel. So werden im schlimmsten Fall 10-mal mehr heiße Tage in den meisten Regionen zu häufigeren Dürreperioden führen. Es wird mehr Starkregen und somit auch mehr Überschwemmungen geben, die Windgeschwindigkeiten der tropischen Wirbelstürme nehmen zu und der Anstieg des Meeresspiegels bedroht die Existenz vieler Inselbewohner im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean. Da die Entwicklungsländer besonders davon betroffen sind, benötigen sie Unterstützung bei der Klimaanpassung.

Bildercollage: ausgedörrter Boden, Überschwemmung, Sturm Der Klimawandel zeigt sich zum einen in steigenden Durchschnittstemperaturen und zum anderen in der Zunahme extremer Wetterereignisse wie Dürren, Starkregen oder Stürme.
Fotos: Mykola Mazuryk, Gina Sanders, Blend Images - Fotolia.com

Die Treibhausgase, die heute schon zum Klimawandel beitragen, werden noch viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte lang wirken und unser Klima weiter beeinflussen. Es gibt schon aufgrund der momentanen Konzentrationen Klimaveränderungen, an die wir uns anpassen müssen, auch in Bayern. Reduzieren wir den Ausstoß klimarelevanter Treibhausgase nicht massiv, werden die Klimaveränderungen dramatische Folgen haben und eine Anpassung immer kostenintensiver und schwieriger machen.
Die zwei wichtigsten Aspekte einer zeitgemäßen Klimapolitik sind daher:

  • die Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgasen
  • die Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels.

Schon heute müssen wir mit den bereits existierenden Folgen der Klimaänderungen zurechtkommen und uns bestmöglich auf zukünftige Veränderungen vorbereiten. Nur so können wir die Schäden reduzieren.

Auf der Weltkugel liegt eine Waage. Auf der einen Seite, leicht nach oben geneigt stehen Bäume, auf der anderen Seite liegt Geld. In der Mitte befindet sich die Kontur eines menschlichen Oberkörpers, über dem ein Fragezeichen steht. Bild vergrössern Die Trendwende bei den Treibhausgasemissionen ist noch nicht in Sicht – ein Wettlauf gegen die Zeit. Foto: Bernd Ege - Fotolia.com

Die internationalen Staaten haben bereits früh erkannt, dass eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels notwendig ist. In Rio de Janeiro besiegelten 1992mehr als 170 Staatschefs erstmals die UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) Die Teilnehmer verpflichteten sich, den Ausstoß der Treibhausgase zu reduzieren und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in Angriff zu nehmen. Dabei kommt den Industrieländern als überwiegender Verursacher der bisherigen Treibhausgasemissionen eine besondere Verantwortung zu. Konkrete Maßnahmen dazu werden auf den jährlich stattfindenden Konferenzen der momentan 194 UNFCCC-Vertragsstaaten verhandelt. Doch es gibt noch sehr viel zu tun.

Die Europäische Union ist seit Jahren einerseits in Europa als auch international im Kampf gegen den Klimawandel aktiv. Das Thema Anpassung an den Klimawandel wurde daher in die Fortschreibung des Europäischen Klimaänderungsprogramms (ECCP II) eingegliedert.
Auch in Deutschland ist Klimaanpassung ein wichtiges Thema. Wir können schon in unserem Land die Folgen des Klimawandels spüren. Und diese sind vielfältig. Beispielsweise beeinflusst der Klimawandel Bereiche wie Wohnen, Arbeiten, Wasserwirtschaft, Gesundheit, Landwirtschaft oder Ernährung. Bund und Länder betreiben hier eine aktive und vorausschauende Anpassungspolitik. So stellt Bayern mit der Bayerischen Klimaanpassungsstrategie (BayKLAS) konkrete Maßnahmen und Handlungsmöglichkeiten vor. Ziel ist die Motivation aller Akteure, sich selbstständig für die Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels zu engagieren. Dies soll durch moderne und praxisnahe Instrumente wie Vernetzung aller Beteiligten, Dialog und Information, zielgerichtete Forschung, Aus- und Fortbildung sowie finanzielle Förderung erfolgen. Schwerpunkte staatlicher Anpassungsmaßnahmen in Bayern sind beispielsweise das Hochwasserschutzprogramm 2020, das Waldumbauprogramm sowie die Einrichtung internetgestützter Informationsplattformen wie etwa den Hochwassernachrichtendienst oder den Informationsdienst Alpine Naturgefahren..