Klimaanpassung in Europa

In Europa sind die Auswirkungen des Klimawandels schon längst spürbar. Sie haben umfangreiche Folgen für die Gesellschaft und für die Umwelt So beobachtet man bereits in Europa:

  • höhere Durchschnittstemperaturen
  • Rückgang der Niederschläge in den südlichen Regionen
  • Zunahme der Niederschläge im nördlichen Europa
  • Schmelzen der Eisdecke in Grönland, des Meereises in der Arktis und zahlreicher Gletscher in Europa
  • Rückgang der Schneedecken und Erwärmung der meisten Dauerfrostböden (Permafrostboden)
Alpenbergmassiv mit Gletscher in größerer Entfernung. Im Vordergrund ein Hinweisschild, dass dieser Gletscher 1985 noch bis zu dieser Stellen reichte. Bild vergrössern Das Schmelzen der Gletscher wird auch die Wasserversorgung massiv beeinflussen. Foto: Frank - Fotolia.com

In den letzten Jahren führten extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Überschwemmungen oder Dürren in Europa zu Schäden in steigender Höhe. In der Zukunft werden weitere, noch schwerwiegendere Auswirkungen erwartet, die Schäden in beträchtlicher Größe verursachen. Zusätzlich zu den Klimaschutzmaßnahmen werden daher Anstrengungen für die Anpassung an den Klimawandel immer wichtiger.

Eine erste Grundlage für konkrete Anpassungsmaßnahmen legte die Europäische Kommission 2009 mit dem Weißbuch "Anpassung an den Klimawandel: Ein europäischer Aktionsrahmen" vor. Das Ziel ist, rechtzeitig auf die Folgen des Klimawandels reagieren und sie somit abmildern zu können.
Auf europäischer Ebene soll vor allem die Abstimmung regionaler Anpassungsaktivitäten sowie der Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten gefördert werden. Wichtig ist ebenfalls das europäische Engagement, Entwicklungsländer bei ihren Anpassungsbemühungen zu unterstützen. Durch eine Zusammenarbeit der EU-Kommission und der Europäischen Umweltagentur (EEA) konnte die länderübergreifende Internetplattform "Climate-ADAPT" im Jahr 2012 online gehen. Sie dient dazu, den Informationsaustausch über Anpassungsmaßnahmen und die Zusammenarbeit untereinander zu verbessern.

Überschwemmtes Donauufer in Linz Bild vergrössern Alle Anstrengungen können nur gemeinsam bewältigt werden. Foto: Glaser - Fotolia.com

Heute sind bereits viele europäische Staaten in der Anpassung an den Klimawandel aktiv. Länderübergreifende Projekte, etwa für die Alpen, das Baltikum oder die Donau, werden immer öfter realisiert Jedoch sind die meisten Länder – teilweise aufgrund wirtschaftlicher Unterschiede – erst am Beginn konkreter Anpassungsmaßnahmen.

Um dem wachsenden Handlungsbedarf Rechnung zu tragen, hat die EU-Kommission 2013 eine Anpassungsstrategie vorgelegt, um die bisher gesammelten Erfahrungen gezielter für die gesamte Europäische Union auszutauschen. Die Schwerpunkte liegen in der

  • Förderung und Unterstützung der EU-Mitgliedstaaten
  • Schaffung einer Grundlage für besser begründete Entscheidungen über Anpassungsmaßnahmen in den kommenden Jahren
  • Einbindung der Anpassung an den Klimawandel in die Politikbereiche der EU.

Um die europäische Forschung auch auf dem Gebiet der Klimaanpassung voranzubringen, entstand 2010 das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT). Eine zügige Umsetzung soll mit den Partnern aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen gewährleistet werden.