Klimaanpassung in Deutschland

Das Klima ändert sich auf der ganzen Welt, so auch in Deutschland. Wir beobachten hier schon längst die Folgen des Klimawandels, wie steigende durchschnittliche Jahrestemperaturen oder schmelzende Gletscher. Oft wird uns die Klimaveränderung aber erst durch extreme Wetterereignisse wie Hochwasser, Stürme und Trockenheit bewusst.

Überflutete Uferstraße an der Elbe in Dresden Bild vergrössern Nicht nur die Hochwasser der vergangenen Jahre haben es gezeigt – Deutschland muss sich optimal auf zunehmende Extremwetterereignisse vorbereiten. Foto: Oleksiy Drachenko - Fotolia.com

Aufgrund der Komplexität des Klimas lassen sich zukünftige Folgen des Klimawandels nur teilweise abschätzen. Eines ist jedoch klar: Der Klimawandel und seine Folgen werden sich in Zukunft noch verstärken. Neben einem aktiven Klimaschutz ist es daher wichtig, dass wir uns rechtzeitig und effizient an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anpassen. Maßnahmen zur Klimaanpassung, die bereits heute ergriffen werden, sind vielfältig. Beispielsweise geht es dabei um die Reaktivierung von Überflutungsräumen, die Förderung der Niederschlagsversickerung in Siedlungen und den Waldumbau in möglichst gemischte Bestände, die eine größere Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen des Klimawandels haben. Weitere Beispiele sind die Züchtung und Anpflanzungen klimaresistenter, neuer Obst- und Gemüsesorten oder die Schaffung bzw. Weiterentwicklung effektiver Biotopverbundsysteme – um verschiedenen Arten und Populationen das Ausweichen in klimatisch geeigneter Lebensräume zu ermöglichen.

Der Klimawandel betrifft alle Bereiche unserer Gesellschaft. Es stellen sich dabei unter anderem folgende Fragen:

  • Wie können wir uns vor zunehmenden Hitzewellen schützen? Brauchen wir mehr Klimaanlagen? Woher kommt die Energie dafür? Oder gibt es Alternativen dazu?
  • Wie können sich Siedlungen auf zukünftige Starkregen und Überschwemmungen vorbereiten? Müssen Kanalisationen angepasst werden? Gibt es ausreichend unbebaute Überflutungsflächen?
  • Wie beeinflusst der Klimawandel unsere Gesundheit? Werden sich neue Krankheitserreger ausbreiten?
  • Wie werden wir unsere Freizeit gestalten? Sind sportliche Aktivitäten nur noch in den Morgen- oder Abendstunden möglich?
Zeichnung eines Tisches mit sechs Personen, die alle jeweils eine Gedankenwolke haben. Darin stehen die Fragen Wer?, Wann?, Wo?, Wie?, Was? und Warum?. Bild vergrössern Gründe, sich nicht an den Klimawandel anzupassen, sind oft mangelnde Information. Foto: wladi - Fotolia.com

Die Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels kann nur erfolgreich sein, wenn sich möglichst alle betroffenen gesellschaftlichen Akteure daran beteiligen. Als Wegweiser und Ansprechpartner für Anpassungsaktivitäten wurde im Umweltbundesamt 2006 das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) eingerichtet. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, die Anpassung an den Klimawandel in Deutschland und Europa voranzutreiben. Es werden zukunftsfähige Wege aufgezeigt und Anstöße für die Entwicklung einer an den Klimawandel angepassten Gesellschaft und Umwelt gegeben. KomPass bietet zum einen neben Informationen für Behörden, Betriebe, Organisationen und Bürgern auch eine Plattform für den Wissensaustausch zu einzelnen Projekten. Zum anderen entwickelt KomPass die von der Bundesregierung 2008 beschlossene Deutsche Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels (DAS) stetig weiter. Diese Strategie schafft einen Rahmen für deutschlandweite Anpassungsmaßnahmen. Mit dem 2011 beschlossenen Aktionsplan Anpassung (APA) wurde diese Strategie bereits mit konkreten Maßnahmen unterlegt. Eine intensive Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen sowie gesellschaftlichen Akteuren ist dabei entscheidend.

Zusätzlich unterstützen mehrere Bundesministerien Projekte, die die Anpassung an den Klimawandel auf regionaler oder lokaler Ebene sowie die Forschung in diesem Bereich vorantreiben. Beispielsweise bietet das Climate Service Center (CSC) des Bundesforschungsministeriums eine Verknüpfung zwischen der Klimaforschung und der praxisorientierten Anwendung. Mit dem im Juli 2011 vorgestellten Klimanavigator bietet das CSC eine Webplattform. Sie stellt einen zentralen Zugang zur Arbeit zahlreicher deutscher Forschungseinrichtungen dar, die sich mit dem Klimawandel, seinen Folgen und geeigneten Anpassungsmöglichkeiten beschäftigen.