Klimafolgen und Anpassung im Städtebau

Die Kommunen übernehmen eine große Verantwortung im Rahmen der allgemeinen Daseinsvorsorge. Die Folgen und regionalen Auswirkungen des Klimawandels finden dabei immer größere Beachtung bei Planungen und der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Der Verwaltungsaufbau vor allem größerer Städte ermöglicht es,

  • städtebauliche Konzepte im Sinn von Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu entwickeln und umzusetzen,
  • auf eine Verminderung der klimabedingten Risiken, wie z.B. Hochwassergefahren für Bevölkerung und Infrastruktur hinzuarbeiten.
Luftbild des Stadtzentrums von München Bild vergrössern "Stadtumbau West" unterstützt Städte in den alten Bundesländern dabei, sich frühzeitig auf die notwendigen Anpassungsprozesse einzustellen. Foto: elferrari - Fotolia.com

Den Kommunen dient die Bauleitplanung dabei als wichtigstes Planungs- und Steuerungsinstrument, um Anpassungen an den Klimawandel umzusetzen. Daneben können Städtebau, Dorferneuerung und Freiraumentwicklung ebenso dazu beitragen. Alle Konzepte müssen zukünftig stärker den Umgang mit den Folgen des Klimawandels thematisieren. In diesem Zusammenhang sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • zukünftige Gefährdungssituation von Siedlungsbereichen durch Hochwasser und Georisiken
  • zukünftige Versorgungs- und Entsorgungssicherheit der Bevölkerung bezüglich Wasser, Energie, Transport, Verkehr oder Telekommunikation vor dem Hintergrund zunehmender extremer Naturgefahren
  • Sicherung und Neuanlage von Flächen mit lokalklimatischen und lufthygienischen Ausgleichsfunktionen im Innen- und Außenbereich von Siedlungen, z.B. Waldflächen, Gewässer, Straßenbegleitbäume oder Grünflächen, Parks
  • Erhalt zusammenhängender Flächen entlang von Gewässern zum Biotopverbund, zur Hochwasservorsorge und zur Sicherung von Wasserressourcen
  • Schaffen kompakter sowie lokalklimatisch vorteilhafteren Bau- und Siedlungsformen
Blick vom Olympiaturm auf Olympiapark und Stadt München Bild vergrössern Olympiapark in München – Bei der Umgestaltung des einst als Flughafen genutzten Oberwiesenfeldes spielten Natur und ökologische Gesichtspunkte eine große Rolle. Foto: f9photos - Fotolia.com

Der Versiegelungsgrad allgemein sowie die Lage und Art von neuen Baugebieten sind entscheidende Faktoren, die die Frischluftzufuhr, die Aufheizung oder den Oberflächenabfluss in der Gemeinde beeinflussen. So steigt in einem Baugebiet der langfristige Mittelwert der Lufttemperatur pro 10% Versiegelungsanteil um ca. 0,2°C gegenüber der unbebauten Umgebung an. Durch eine flächensparende Siedlungsentwicklung können zudem die ökologischen Ausgleichsfunktionen der unversiegelten Flächen und ein naturnaher Wasserkreislauf erhalten werden.

Das Forschungsprojekts "Zentrum Stadtnatur und Klimaanpassung" untersucht den städtischen Klimawandel. Unter Beteiligung verschiedener Wissenschaftszweige werden Strategien und Umsetzungsmöglichkeiten für den Klimaschutz und die Anpassung bayerischer Städte an den Klimawandel entwickelt.