Klimaanpassung und Raumentwicklung

Ein Mann steht auf einer Leiter und zeichnet an einem großen Wandbild Bild vergrössern Die Raumentwicklung ist sehr komplex. Foto: Sergey Nivens - Fotolia.com

Unter Raumentwicklung bzw. -ordnung versteht man die planmäßige Entwicklung, Ordnung und Sicherung von großen Gebieten, wie Regionen, Länder oder Bundesgebiet. Das Ziel ist die bestmögliche Nutzung des Lebensraumes auch unter Einbeziehung ökologischer Belange. Die wichtigsten Instrumente der Raumplanung sind das für ganz Bayern gültige Landesentwicklungsprogramm (LEP), sowie die Regionalpläne der 18 bayerischen Planungsregionen (z.B. Oberfranken Ost, Main-Rhön, Regensburg, München, Oberland). Die Bauleitplanung (Gemeinden) setzt die Vorgaben vor Ort um.

Ein wirres Straßennetz mit vielen Schildern Bild vergrössern Klimawandel: eine neue Herausforderung für die räumliche Planung. Foto: freshidea - Fotolia.com

Es werden neue differenzierte Entscheidungen zur Landnutzung im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels erforderlich sein. Dies ist insgesamt betrachtet eine neue Herausforderung, aber auch weil hierzu die Perspektive über gewöhnliche Planungszeiträume hinaus reichen muss. Vorsorgend zu planen ist billiger und weniger aufwendig, als spätere Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. In der Praxis werden unter anderem folgende Punkte beachtet:

  • Planungsgrundlagen müssen den Anforderungen des Klimawandels angepasst werden.
  • Stadtplanung: Kaltluftschneisen müssen erhalten bzw. geschaffen werden, Schaffung von Grünflachen wirken der Verschlechterung des Stadtklimas entgegen.
  • Verknappung der Ressourcen Wasser, Boden, Luft und die Verschlechterung deren Qualität ist zu vermeiden, z.B. durch Sicherung von Wasservorkommen, Grünzäsuren oder schutzbedürftiger Bereiche für den Naturschutz.
  • Gefährdung durch Naturgefahren begegnen, z.B. Hochwasserschutzgebiete ausweisen.
  • Auf Bodenversiegelungen verzichten, damit Versickerung und Grundwasserneubildung sowie Hochwasserschutz fördern.
  • Weiterentwicklung von Naturgefahrenkarten, Einrichtung von Datenbanken, Informationsangebote ausbauen (regelmäßige Information von Fachbehörden, Online Angebote, Öffentlichkeitsarbeit etc.).
Hinweisschild 'Wasserschutzgebiet' Bild vergrössern Wasserschutzgebiete sichern unser Trinkwasser. Foto: bluedesign - Fotolia.com

Das Raumordnungsverfahrens ist ein weiteres Instrument der Raumplanung. Es prüft überörtlich raumbedeutsame Einzelvorhaben. Zukünftig sind hier ebenfalls die Belange der Klimaanpassung zu berücksichtigen und gegenüber anderen raumbedeutsamen Belangen abzuwägen. Darunter fallen beispielsweise:

  • Wie wirkt sich ein Vorhaben auf die vorhandenen Wasserressourcen aus?
  • Werden wichtige klimatische Frischluftachsen durch die neue Straßenverbindung zerstört?
  • Wird der vorhandene Hochwasserrückhalteraum durch das geplante Gewerbegebiet maßgeblich reduziert?

Die Vernetzung der zuständigen bayerischen Behörden für Raumentwicklung, Landes- und Regionalplanung und der regionalen Planungsverbände muss für eine erfolgreiche Anpassung an den Klimawandel weiter ausgebaut werden.