Klimafolgen und Anpassung in der Landwirtschaft

Möhren noch in der Erde Bild vergrössern Ackerfrüchte sind anspruchsvoll. Foto: Subbotina Anna - Fotolia.com

Die Landwirtschaft ist in erheblicher Weise von Klimaänderungen betroffen. Sie muss sich im positiven Sinne auf längere Vegetationszeiten aber auch auf Veränderungen der Nährstoffverfügbarkeit, neue Krankheiten und Schädlinge einstellen.

Die Ertragssicherheit wird durch die Zunahme von extremen Witterungen gefährdet. Hitze, Kälte (Spätfröste), Nässe und Trockenheit können zu erheblichen Ernte ausfällen führen – vor allem wenn sie während der Blühphasen und der Fruchtbildung auftreten. Starkregen, Hochwasser und Hagel können die Ernte ebenso beeinträchtigen wie eine erhöhte Spätfrostgefahr. Die milderen Winter begünstigen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge.

Der Zustand der Böden wird sich auch in Folge des Klimawandels verändern. Zunehmende Trockenheit im Sommer und höhere Niederschläge vorwiegend im Winterhalbjahr sowie Extremereignisse sind eine große Herausforderung für die Bewirtschaftung. Längere sommerliche Trockenperioden können den Bewässerungsbedarf landwirtschaftlicher Nutzflächen erhöhen. Stärkere und häufigere Niederschläge steigern voraussichtlich den Bodenabtrag bis 2050 um bis zu 16%. Deshalb sind in Zukunft die erosionsvermindernde Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen und die Humuserhaltung wichtig. Der Humus wirkt Gefüge schaffend und stabilisierend. Er fördert damit die Wasserstabilität der Bodenaggregate.

Selbst das Unkraut zeigt eine Verschiebung des Artenspektrums. So haben die schwer zu bekämpfenden Pflanzen wie Ampfer und Ackerdistel bei längeren Trockenperioden wegen ihres tiefgreifenden Wurzelwerks Konkurrenzvorteile gegenüber den flachwurzelnden Nutzarten wie etwa Kartoffeln.

Bildcollage: Ameise mit Läusen, verdörrter Apfelbaum, überfluteter Acker Die Klimaveränderung stellt die Landwirtschaft vor neuen Herausforderungen.
Fotos: Franziska Krause, luanateutzi, Gina Sanders - Fotolia.com

Die bayerische Landwirtschaft wird künftig mit der Zunahme von bekannten und neuen, bisher nicht aufgetretenen Pflanzenschädlingen rechnen müssen. Die Nutzung der vielfältigen Beratungsangebote und die sorgfältige Beobachtung ihrer Bestände werden daher für die Landwirte immer wichtiger.

Bei der Tierhaltung kann mit zunehmender Hitze die Leistung von Nutztieren (Milch, Fleisch) sinken. Auf die Landwirte kommen erhöhte Aufwendungen für die Kühlung geschlossener Stallsysteme zu. Eine Zunahme der von Insekten übertragenen Krankheitserreger ist heute schon erkennbar (z.B. Blauzungenkrankheit). Zudem können nicht heimische Insekten sich ausbreiten und zu neuen Überträgern für Krankheiten werden.

Bewässerungsanlage auf einem Feld Bild vergrössern Um Boden und Wasser zu schonen, müssen effektivere Bewässerungen angewendet werden. Foto: Ulrich Müller - Fotolia.com

Die Forschung ist in der Lage, großräumige Trends der Klimaveränderungen abzuschätzen. Die Auswirkungen auf die Jahreswitterung dagegen sind schwer vorherzusehen und unterliegen großen Schwankungen. Dies wird die Planungssicherheit der Landwirtschaft beeinträchtigen.

Die Forschung und Praxis sind daher gefordert, Systeme zu entwickeln, die ein möglichst flexibles Reagieren ermöglichen wie z.B.:

  • Weiterentwicklung von Anbau-, Bodenbearbeitungs-, Düngungs- und Bewässerungssystemen
  • Züchtung von trockenstress-toleranten Pflanzen
  • Entwicklung neuer Behandlungsstrategien für das veränderte Schaderregeraufkommen
  • schonende Nutzung von Wasser und Boden durch Weiterentwicklung der Bewässerungsmöglichkeiten und Anpassen der Pflanzenauswahl
  • Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus