Klimaanpassung und Georisiken

Die Felsburg Tüchersfeld (Schroffe Felsformation neben dem Ort Tüchersfeld) Bild vergrössern Faszinierende Felsformationen in der fränkischen Schweiz. Foto: Georg Loth

Geologische Risiken wie z.B. Hangbewegungen oder Felsstürze stellen vor allem im Alpen- und Mittelgebirgsraum seit jeher eine versteckte Gefahr für Leben, Sachwerte und Infrastruktur dar.
Durch den Klimawandel treten vermehrt extreme Wetterereignisse auf. Mit einer Zunahme von Georisiken kann deshalb in Zukunft gerechnt werden. Besonders in den Alpen, aber auch in den Mittelgebirgen Bayerns, verursachen die sogenannten gravitativen Massenbewegungen immer wieder große Schäden. Die Klimaerwärmung mit sich verändernden Niederschlägen und abtauenden Permafrostbereichen beschleunigt die Erosion und vergrößert damit die Häufigkeit solcher Ereignisse.

Alpenpanorama mit Hinweisschildern Wanderweg und Radfahrverbot Bild vergrössern Die bayerischen Alpen sind ein Freizeitparadies. Foto: T. Linack - Fotolia.com

Im bayerischen Alpenraum steigt die Bevölkerungszahl seit Jahren kontinuierlich an. Die Flächen für Wohnen und Gewerbe werden zunehmend knapp. Die Steigerung von Georisiken können die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinden dabei erheblich einschränken. Zusätzlich kommen zum Teil hohe Kosten für die Beseitigung von Schäden und für Maßnahmen zum Schutz von Siedlungen, Gewerbegebieten und Infrastruktur auf die Kommunen zu.

Im Gegensatz zu Hochwasser und Lawinen können sich bei Hangbewegungen die Gefahren über längere Zeiträume aufbauen, ohne dass Veränderungen mit bloßem Auge erkennbar sind. Geotechnische Spezialmessgeräte im Gelände können Bewegungen im Millimeterbereich erfassen und frühzeitig Risiken deutlich machen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt überwacht derzeit 25 gefährdete Hänge in den bayerischen Alpen.

Schneefernerhaus Bild vergrössern Messstation auf der Zugspitze (Schneefernerhaus). Foto: multimartinator - Fotolia.com

Es berät Gemeinden, die eigene Frühwarnsysteme einrichten möchten und stellt der Öffentlichkeit Gefahrenhinweiskarten über das Bodeninformationssystem (BIS-BY) oder auch den Informationsdienst Alpine Naturgefahren (IAN) zur Verfügung. Sie dienen als Grundlage für die flächenhafte Gefahrenvorsorge und -einschätzung vor Ort, z.B. im Rahmen von Planungsmaßnahmen. Ferner wird die Entwicklung des Permafrosts an einer Messstation an der Zugspitze dauerhaft untersucht..