Klimafolgen und Anpassung in der Forstwirtschaft

Der Klimawandel betrifft auch unseren Wald. Er hat Auswirkungen auf

  • Waldwachstum
  • Baumartenzusammensetzung
  • Boden- und Hangstabilität
  • Stabilität von Waldökosystemen
Wald von der Abendsonne durchflutet Bild vergrössern Der Wald schützt den Boden, speichert Wasser und ist ein weltweiter Klimaregulator. Foto: Claudius Heiter

Für die Forstwirtschaft ist es schwierig, bereits heute detailliert die Folgen des Klimawandels auf die Wälder abzuschätzen. Dennoch kann man sagen, dass Mischwälder stabiler gegenüber klimatischen Veränderungen sind als Monokulturen. Bäume haben eine lange Lebensdauer und müssen daher sowohl mit den heutigen als auch mit den künftigen Klimabedingungen zurechtkommen. Als besonders empfindlich angesichts der prognostizierten Klimaveränderungen gilt in einigen Regionen Bayerns die Fichte, wohingegen den Edellaubbäumen, wie Ahorn, Esche, Kirsche oder Buche relativ hohe Klimaresistenz bescheinigt wird.

Bildcollage: Gänge des Borkenkäfers im Holz, brennender Wald, umgeknickter Baum Folgen des Klimawandels für den Wald: Borkenkäfer, Waldbrand und Stürme.
Fotos: NFSR, Evgeny Dubinchuk, Gina Sanders - Fotolia.com

Der Wald wird unter den Veränderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse leiden:

  • Häufiger auftretende Stürme können die Ertragsfähigkeit der Wälder mindern.
  • Die Waldbrandgefahr steigt an. Im Hitzesommer 2003 gab es deutschlandweit zehnmal mehr durch Blitzschlag ausgelöste Waldbrände als in anderen Jahren.
  • Zahlreiche Schädlinge wie der Borkenkäfer oder der wärmeliebende Eichenprozessionsspinner nehmen zu.
  • Möglicherweise wandern bisher nicht gekannte Schädlinge aus wärmeren Gebieten nach Bayern ein.

Das "Waldumbauprogramm" des Klimaprogramms Bayern 2020 gibt gezielte Maßnahmen vor: Bis 2020 sollen ca. 100.000 Hektar von den insgesamt rund 260.000 Hektar akut gefährdeten Fichtenbeständen im Privat- und Körperschaftswald in klimatolerante Mischwälder umgewandelt werden. Aufgrund der meist sehr kleinparzellierten Waldflächen der 700.000 Privatwaldbesitzer erfordert der Waldumbau einen hohen Beratungsaufwand. Auch ist eine gezielte Regulierung des Schalenwildbestandes notwendig, da dieser den Waldumbau durch Verbissschäden am Jungwuchs stark behindert.

Bildcollage: Hände schützen einen Baum auf grüner Wiese vor Unwetter Bild vergrössern Wir müssen unseren Wald schützen

Der Bergwald in den Alpen wird vom Klimawandel besonders betroffen sein. Georisiken wie Muren oder Steinschlag, aber auch Hochwasser werden zunehmen. Die Bedeutung des Waldes für den Schutz von Siedlungen und Infrastruktur wird dadurch steigen.
Im Rahmen der "Schutzmaßnahmen im Bergwald" sind die intensive Schutzwaldpflege und -sanierung in Verbindung mit einer effektiven Schalenwildregulierung geplant. Rund 60% des Bergwaldes sind im bayerischen Alpenraum Schutzwald. Zehn Prozent davon sind heute nicht mehr in der Lage, ihre lebenswichtigen Schutzfunktionen zu erfüllen. Angesichts der Zunahme von Georisiken ist daher rasches Handeln erforderlich.

Für die Zukunft sind nicht nur Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel notwendig. Es stellen sich auch erhöhte Anforderungen an das Katastrophenmanagement und die Bewältigung von extremen Naturereignissen. Die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen den Feuerwehren können im Falle von Waldbränden durch effektive Einsatzpläne und Einsatztaktiken optimiert werden. Rücke- und Abfuhrunternehmen sowie Holzabnehmer müssen nach Sturmschäden koordiniert zusammenarbeiten, um die Schadholzmengen werterhaltend abtransportieren, verarbeiten und vor Schädlingsbefall schützen zu können.